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Willkommen im BURN
Wir heißen dich herzlich willkommen im You burn with us oder kurz Burn. Es freut uns, dass du hergefunden hast. Eigentlich ist das Burn schon fast ein Jahr alt, aber es wurde umgebaut und nun ein Neustart gewagt. Es handelt sich hier um ein Hunger Games RPG das nach Catching Fire gespielt wird. Wir wollen keine Spiele spielen, da dies nach Erfahrungen kompliziert wird und haben uns auch deswegen eher auf den dritten Teil der Panem Saga konzentriert. Es würde uns freuen, wenn auch du zu uns stoßen würdest! Bist du mindestens 16 Jahre und kennst dich ein wenig in der Panem-Welt aus? Dann schnapp dir einen unserer freien Charaktere! Oder du übernimmst ein Gesuch von einem User, wo du nur wenig wissen über die Welt von Panem haben musst.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Mo Aug 04 2014, 13:18

Katniss II Prosper

Ich sah zu Everdeen, die wohl überrascht von meiner Reaktion war aber ich wusste von Plutarch, dass sie Haymitch auch fast... getötet hätte, wenn sie es geschafft hätte. Sie war so wütend auf ihren Mentor gewesen, dass dieser sich nicht an sein Versprechen gehalten hatte und nur Katniss aus der Arena gerettet hatte. Jetzt war Peeta zwar hier aber er war von Snow gequält und eingewebt worden. Ich wusste noch, wie ich die Wirkung des Jägerwespengiftes zum ersten Mal getestet hatte. Ich hatte von Snow ein paar Avoxe bekommen und zu meinem Bedauern musste ich zugeben, dass mir ein paar weggestorben waren, weil ich die richtige Menge nicht erwischt hatte. Irgendwann jedoch... Nun, das Gift muss nicht tödlich sein, das wusste Katniss Everdeen wohl am besten. Sie hatte die Wespen überlebt und war mit dem Schecken und Halluzinationen davon gekommen. Nun  hatte Snow das Gift so benutzt, damit Mellark in Katniss Everdeen ein Monster sah, das man dringend loswerden musste.
Everdeen wollte wissen, warum Peeta sie angegriffen hatte und ich sah zu Plutarch. Ich hatte ihm, Haymitch und Coin erklärt, was geschehen war aber ich wollte der letzte sein, der es dem Mädchen sagte, auch wenn mir klar war, dass sie es wissen musste. Ich hörte Haymitch zu als er Katniss erklärte, was Snow getan hatte und nickte als der Mentor von Distrikt 12 zu mir sah. Besser hätte ich es auch nicht erklären können.
Mir tat das Mädchen leid... Nun war ihr Peeta endlich bei ihr und sie durfte nicht zu ihm. Sie musste sich von ihm fernhalten, damit er sie nicht tötete. Ich wusste nicht, ob es ein Gegenmittel gab, die einzige Chance bestand wohl darin ihm klar zu machen, dass seine Erinnerungen nicht richtig sind. Doch wenn er nicht mal sich selbst vertrauen konnte, wem konnte Peeta Mellark dann vertrauen? Für ihn waren die Erinnerungen, so schmerzvoll sie auch waren, echt und es würde nicht leicht werden ihn vom Gegenteil zu überzeugen.
Ich sah zur Wand gegenüber und dachte an meine Familie... Effie, meine Frau, ihre Eltern und meine. Wenn man mir erzählt hätte, dass sie alle eine Gefahr für mich sind und dann noch das Gift benutzt wäre...
Im Grunde war Everdeen ein Narr und Haymitch ebenso. Wie hatten sie glauben können, dass Snow Peeta einfach so gehen ließ? Er hat aus dem Jungen eine Waffe gemacht und nun musste der Präsident nur noch warten bis Peeta Mellark die Arbeit erledigte.
Coin ließ das Schweigen ein paar Minuten gewähren, dann räusperte sie sich. „Nichts desto trotz dürfen wir nicht aufgeben.“, erklärte sie und sah zu Plutarch. „Wir müssen diesen Krieg gewinnen und das Beste ist, wenn wir das Kapitol zermürben und den Bewohnern zeigen, wie grausam ihr geliebter Präsident ist.“
Ich sah zu ihr und biss auf meine Lippen. Die Bewohner des Kapitols lebten in einer Traumwelt, nur sehr wenige wussten, wie es wirklich war.
Das Kapitol ist ein goldener Käfig, Prosper... Wer will schon freiwillig in einem leben, selbst wenn das Leben sorgenfrei ist?, hörte ich Felias Stimme und seufzte. Die meisten Kapitoler wussten nicht, wie arm die äußeren Distrikte sind, sie wussten wohl nicht, wie Snow die Sieger benutzte und wie leicht es war ein Avox zu werden. „Sie wollen den Bewohnern ein paar unschöne Wahrheiten sagen?“, fragte ich Coin und lachte freudlos. „Denken Sie wirklich, dass das funktioniert? Die meisten haben keine Ahnung, was hinter der Stadtmauer ist und davon interessiert es die meisten auch nicht. Sagen wir 10 Kapitoler wissen es, dann interessiert es 7 nicht und 2 halten den Mund um keine Bestrafungen oder Ärger für ihre Familien zu bekommen und einer ist aktiv bei dieser Unterdrückung dabei. Und das sind 10 unter 20, die restlichen 10 haben keine Ahnung und werden auch nie eine Ahnung haben, weil es ihnen schlichtweg egal ist. Und jetzt wollen Sie diesem ignoranten Menschen die Wahrheit zeigen?“
Coin sah mich an und ein feines Lächeln zeigte sich auf ihren Lippen. „Und welcher von diesen zwanzig waren Sie oder Ihre Frau und Ihre Tochter?“ Ich erwiderte das Lächeln freudlos und meinte: „Ich denke, Sie wissen genau unter welchen der 10 ich gewesen war sonst wäre ich nutzlos für Sie.“
Ich wusste nicht, was Effie gewesen war aber Felia hatte zu jenen gehört, die aus Angst den Mund gehalten hatte... Angst um mich und ihre Familie.
Plutarch sah zu Everdeen, Gale und dann zu Haymitch. „Was denkt ihr drei?“, fragte der Mann und auch ich sah zu den beiden ehemaligen Siegern und dem jungen Mann.
Was Coin da wollte... Es könnte funktionieren aber diese Möglichkeit war äußerst gering. Die Kapitoler würden sich niemals gegen Snow erheben oder jene aus Distrikt eins und zwei. Ich konnte regelrecht die Stimme meiner Mutter hören, die mir seit Kindertagen einbläute: „Vergiss deine Pflichten niemals! Wer sie vergisst, wird zugrunde gehen.“ Zweimal in meinem Leben hatte ich sie vergessen, einmal aus Verliebtheit und das andere Mal um meine Tochter zu retten.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Di Aug 05 2014, 20:35

Katniss II Prosper

Es musste einfach ein Traum gewesen sein. So wie jede Nacht, wenn ich ihn schreien höre, wenn ich ihn leiden sehe. Doch als ich aufwachte, bekam ich erst kaum Luft, hustete, bis ich mich wieder einkriegte. Mein Hals schmerzte und ich konnte weder essen noch trinken. Gale war bei mir, mit besorgter Miene. Ab da wusste ich es: Peetas Angriff war real. Als ich die Halskrause abbekam und einen Blick in den Spiegel erhuschen konnte, sah man auch deutliche Abdrücke. Ich brauchte lange um mich von dem Spiegel abzuwenden, aber Coin wollte, dass wir in den Konferenzraum kamen. Vielleicht würde ich dann erfahren was mit Peeta in Snows Gefangenschaft passiert ist. Vielleicht war er nur verwirrt?
Als erstes erfuhr ich, dass Portia hingerichtet wurde, aber wir eine deutliche Verbesserung haben wie vor zwölf Stunden. Ich nickte bloß und sah zu, wie Plutarch von Prosper Trinket geschlagen wurde. Ich konnte ihn verstehen. Er war verzweifelt und im Gegensatz zu mir ... ist seine wichtige Person noch im Kapitol. Doch Haymitch beruhigte ihn, weil er nicht glaubte, dass sie Effie etwas antun. Ich musste zugeben, ich glaubte es auch nicht. Snow wird schlau genug sein und wissen, dass Effie eine treue Kapitolerin ist und keinerlei Absicht hat, sich gegen ihn zu stellen. Effie wusste von uns allen am wenigsten und wir wussten auch wieso wir ihr nie oder wenig erzählten. Sie sollte nicht in Schwierigkeiten kommen. Es konnte einfach sein, dass Snow sie festhielt, um ihren Vater zu quälen. Doch immer noch kein Wort über Peetas Zustand. Also ergriff ich einfach das Wort. Ich bekam die Erklärung. Eingewebt. Tödliche Waffe. Kein Wiedersehen. Ich starrte auf die Tischplatte. Konzentrierte mich, damit ich mich kontrollierte. "Könnt ihr ihm helfen?", fragte ich.
"Wir ... geben unser bestes, aber das kann dauern. Es kann dauern bis wir ihn davon überzeugen können, dass du keine ... Gefahr bist. Er sieht dich als Mutation. Von Snow. Aber wenigstens ist er nun in Sicherheit.", erklärte Haymitch.
Ich nickte. Er hatte recht. Peeta war zwar ... nun geisteskrank. Nein, nicht geisteskrank., erinnerte ich mich. Eingewebt. Aber er war hier. Niemand tat ihm mehr weh. Niemand. Und sie haben ihr ... sie haben ihr versprechen gehalten. Sie haben ihn gerettet, nun muss ich ihren Spotttölpel spielen, aber von mir aus. Solange ich Snow töten darf.
"Wir haben auch schon ... eine Person gefunden die uns helfen kann. Die harmloseste Person aus ganz Distrikt 12.", meinte Plutarch und ich sah hoch. "Wir gehen gleich zu ihr, wenn wir hier fertig sind."
Wieder ein Nicken meinerseits. Wer das wohl war? Bestimmt einer von Peetas Freunden, mit denen er immer die Pausen verbracht hatte. Wer sollte uns sonst bei Peeta helfen? Ich hoffte es klappte, ich wollte meinen Jungen mit dem Brot wiederhaben. Der, der immer das beste aus einer Situation holt. Der nie wirklich böse auf mich sein kann. Der mich liebt. Liebt. Wenn nun ... alles was mich anging verschlechtert wurde, wie steht es mit seiner Liebe zu mir? Haben sie es ihm auch vergessen lassen? Ich merkte wie ich mich an meine Hose krallte. Das konnten sie doch nicht machen. Peeta ... vergessen lassen, dass er mich liebt. Das durften sie einfach nicht, nicht wo ich nun weiß, dass ich ihn auch liebe. Das ich ihn brauche. Neben mir. An meiner Seite.
„Nichts desto trotz dürfen wir nicht aufgeben.“, Coins Stimme riss mich wieder aus meinen Gedanken und ich riss mich auch augenblicklich wieder zusammen. Sah die Mannschaft im Raum an. Diesen Krieg gewinnen. Ich wollte nur eins. Snow töten, Snow töten. Und ... Peeta wieder ... helfen sich zu erinnern. Prosper und Coin fingen an zu diskutieren. Darüber den Kapitolern die Wahrheit zu zeigen. Schließlich wurde nach unserer Meinung gefragt. "Ich ... ich weiß nicht.", meinte ich noch immer etwas heißer.
"Ich bin dafür.", Gale brach das Schweigen auf seinen Lippen und seine Worte überraschten mich nicht mal. Nicht nach alldem. "Ich bin dafür, dass wir ihnen zeigen in was für einer Welt wir hier leben!"
Haymitch sah kurz zu mir ehe er leise seufzte. "Was genau ist der Plan?", fragte er schließlich und sah die Präsidentin dieses verdammten Distrikts an.
"Nun. Ein paar Propos. Ich bin mir sicher ... Finnick kennt da ein paar Sachen.", meinte sie und ein Grinsen legte sich auf ihre Lippen. "Ich würde sagen, dass wir das dann morgen machen. Ich meine ... ein Versuch ist es doch wert. oder? Machen Sie mit Mr. Trinket?"
Mein Blick ging von Coin rüber zu Effies Vater, wenn das klappte, konnte er wirklich eine sehr gute ... Hilfe sein.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Di Aug 05 2014, 21:10

Katniss II Prosper

Ich schwieg als Katniss mit den anderen über Peeta und seinem Zustand sprach. Es konnte mir im Grunde egal sein. Haymitch hatte wahrscheinlich Recht und Snow würde ihr nichts tun. Ich hatte sie zu einer aufrechten Kapitolerin erzogen. Sie würde Snow nicht für mich verraten und das wusste der Mann. Effies und mein Verhältnis war schon immer schlecht gewesen und es wurde noch schlechter, je größer meine Tochter wurde. Letztlich waren diese Besuche am Sonntagabend nur Pflichtbesuche gewesen und das wusste ich. Ich war jedes Mal erleichtert, wenn sie nicht im Kapitol war oder zu beschäftigt um diesen Termin wahr zu nehmen.
Schließlich hatte Coin das Wort ergriffen und ich konnte nicht fassen, was sie vorschlug. Sie wollte den Menschen im Kapitol zeigen, wie ihre Welt wirklich war. Das war ein... komplizierter Trick und konnte leicht schief gehen. Ich glaubte nicht daran, dass es wirklich etwas brachte und protestierte gegen den Vorschlag. Coin brachte mich zum Schweigen als sie mich fragte zu welcher Gruppe ich und meine Familie gehört hatten. Als ob sie das nicht wusste... Ich war nützlich, weil ich Snow unterstützt hatte. Ich hatte Menschen für ihre Verbrechen bestraft, ich hatte die Menschen gequält aber nicht weil es mir Spaß gemacht hatte, sondern weil ich das Regime von Snow hatte halten wollen. Plutarch fragte die anderen nach ihrer Meinung und ich schwieg stur.
Katniss schien nicht zu wissen, was sie sagen sollte aber Gale war sofort einverstanden. Irgendwie war mir das klar und ich sah zu Haymitch, der jedoch nach dem Plan fragte. Er schien erst wissen zu wollen, was Coin genau plante und so wurde es ihm erklärt. Immer noch schwieg ich verbissen und verschränkte die Arme vor meiner Brust. Mir gefiel das gar nicht... Ich wusste, dass Coin Chaos im Kapitol und den ersten Distrikten schüren wollte und das würde sie mit diesem auch schaffen. Die Opfer, die dieses Chaos fordern würde, waren einfach nicht kalkulierbar. Schließlich wandte sich dieses unverschämte Weibsbild an mich und wollte wissen, was ich dazu sagte und ob ich mitmachte. Ich stand auf und ging an den anderen vorbei. Ich musste raus!
Ich konnte Coin meinen Namen rufen hören aber Plutarch meinte: „Lassen Sie ihn. Er kommt gleich wieder.“
Ich trat aus der Tür und lehnte mich an die Wand. Ich musste an Lavinia denken... Seit ich geflohen war, hatte ich das nicht mehr. Sie hatte bei mir gelebt und ich hatte dafür gesorgt, dass ihr nichts mehr passierte. Es hatte mir nicht gefallen, dass sie und Darius den beiden Tributen aus 12 hatten dienen müssen aber ich hatte es zugelassen. Als Katniss in der Arena war, kam das Mädchen wieder zu mir. Ich hatte Snow darum gebeten und er hatte mir diesen Wunsch erfüllt. Mir war es egal gewesen, was es für Gerüchte gegeben hatte... Sie hatten mich eher noch unangreifbarer gemacht und wir hatten die Wahrheit ja gewusst.
Ich beschütze dich, Kind... Das hatte ich ihr versprochen als die Aufstände stärker wurden. Doch letztlich hatte ich das Mädchen allein gelassen und ich fragte mich, ob sie noch lebte oder schon tot war. Ich schloss meine Augen und schluckte leicht. Ich hatte das Kind im Stich gelassen, genauso wie Effie. Aber ich könnte herausfinden, was mit dem Mädchen geschehen war. Ich betrat wieder den Raum, nahm einen Zettel und schrieb einen Namen. Ich schob ihn Plutarch zu und er las den Namen. Überrascht sah er mich an aber nickte. „Wir werden herausfinden, was mit ihr geschehen ist. Das verspreche ich und wenn sie noch lebt, dann versuchen wir sie aus dem Kapitol zu holen. Sie ist gefährdeter als Effie, da hast du Recht.“, erklärte der Mann und ich nickte. Plutarch sah mich an und wollte noch etwas sagen, doch er kam nicht dazu. „Ich werde Finnick mit ein paar Informationen füttern.“, erklärte ich aber sah nicht Coin an, sondern nur den ehemaligen Spielemacher. Er hatte meinen Preis schließlich auch akzeptiert. Doch Plutarch schüttelte den Kopf. „Es wäre effektiver, wenn du es tust.“, erklärte der Mann. Ich sah ihn entsetzt und überrascht an. Ich konnte das nicht! Ich war kein Mann der Öffentlichkeit. Ich hatte mich auch als Snows Berater aus diesen Sachen rausgehalten. Doch Plutarch schob mir den Zettel zu und meinte: „Sie bedeutet dir was, tu es für dein Avox-Mädchen.“ Ich biss mir auf die Unterlippe und nickte. „Gut aber ich tue es nicht für dich oder sonst wen. Ich tue das nur für Lavinia.“
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BeitragThema: Re: Revolution.   Fr Aug 08 2014, 03:33

Katniss II Prosper

Wir sprachen über Peetas Zustand und ob sie ihm helfen konnten. Gleich heute sollte noch ein neuer Versuch gestartet werden. Eine Person soll das bewirken, doch nicht ich. Das wäre zu gefährlich. Anscheinend hatte jemand der Peeta gut kannte das Feuer überstanden, doch ich konnte mir nicht vorstellen wer das war. Ich kannte Peetas Bekanntkreis nicht, wie auch? Die Stadtkinder werden mich wohl eher komisch gefunden haben. Deswegen wundere ich mich ja immer noch, dass ich Peeta so ... positiv auffiel, doch mittlerweile war ich mehr als ... glücklich darüber. Deswegen hatte er mir damals das Brot geschenkt ... hat mir damals das Leben gerettet ... meins und das von meiner Familie. Auch in der Arena hatte er es immer wieder getan und schließlich ... hat er es geschafft, dass auch ich mich in ihn verliebte. Auch.. wenn diese Einsicht viel zu spät kam. Nun war er nicht mehr da, mein Junge mit dem Brot. Er war eingewebt. Konnte sich wahrscheinlich nicht erinnern, dass er mich geliebt hatte. Das tut weh ... mein Herz tat weh, aber im Grunde war ich auch selbst Schuld. Ich hatte diesen Schmerz meiner Meinung nach mehr als verdient. Habe ich ihm nicht auch immer so weh getan? Habe ihm das Herz gebrochen, ihn seiner Eifersucht überlassen und ihn dann bei Beetee und Finnick zurückgelassen. Hätte ich doch nur gewusst ... das ich ihn das letzte Mal so sehen werde. Plötzlich bekomme ich Angst. Angst, dass mir der Junge mit dem Brot entgleiten könnte. Nein, wir mussten es schaffen. Wir würden es schaffen. Peeta wird wieder der Alte.
Ich wurde wieder in die Realität geschleudert, als ich die Tür hörte. Effies Vater ist raus gerannt. Ich konnte ihn verstehen. Effie war immer noch im Kapitol, aber ich teilte Haymitchs Meinung. Ich bezweifelte ebenso, dass sie ihr was antun würden. Sie quälten Prosper nur damit, dass er nicht wusste ob sie lebte oder nicht. Das war alles. Aber quälen oder töten ... nein, das glaubte ich weniger. Ich nickte bei Plutarchs Aussage, dass er wiederkommen wird. "Es ist einfach zu viel..", meinte ich leise und schielte auf den Tisch. Wie hätte ich reagiert, wenn ich erfahren hätte, dass Peeta tot ist? Gale tot ist? Oder.. beide tot sind? Ich wäre sicher so ausgerastet wie damals... als Haymitch mir erzählte wo Peeta steckte. Ich habe ihn geschlagen und man konnte mich nur mit Beruhigungsmitteln beruhigen. Aber sie leben... zum Glück.
Schließlich kam Mr. Trinket wieder dazu, schrieb etwas auf ein Zettel und steckte ihn Plutarch zu. „Wir werden herausfinden, was mit ihr geschehen ist. Das verspreche ich und wenn sie noch lebt, dann versuchen wir sie aus dem Kapitol zu holen. Sie ist gefährdeter als Effie, da hast du Recht.“, sicher konnte man deutliche Verwirrung in meinem Gesicht sehen. Sie? Wer war sie wohl? Ich dachte, dass ihm nur sein Leben wichtig war, dann habe ich herausgefunden, dass auch Effie ihm wichtig war und habe ihm geglaubt, aber noch jemand?
Ich sah zwischen Coin und Prosper hin und her, als er zwar mit ihr redete, sie aber nicht ansah. Finnick kannte sicher einige Geheimnisse von unserem geliebten Präsidenten. Das wird ein Skandal und ich merkte wie ich fröhliche Erregung in mir spürte. Vielleicht lassen sich die Leute im Kapitol davon überzeugen. Vielleicht.
Dann sah ich nur zu Prosper als er einen Namen nannte. Lavinia. Eine Avoxin.. eine Avoxin war ihm wichtig? Das kam mir vor wie ein schlechter Witz. Aber ich verwarf es schnell, als ich Plutarch seufzen hörte. "Gut, dann wollen wir mal versuchen Peeta in den Griff zu kriegen.", meinte er und sah in meine Richtung. Kurz hielt ich die Luft an und nickte. "Kommst du auch mit?", fragte Plutarch Mr. Trinket, der dies mit einem Nicken beantwortete. Auch ich stand nun auf. Ich war gespannt wen wir da antreffen würden. "Ich muss leider wohin.", meinte Gale zu mir und ich nickte leicht. Ich war ihm trotz allem dankbar. "Gale..", stieß ich hervor und wartete darauf, dass wir außer Hörweite der anderen waren. "Wegen der Predigt..", fing ich an, doch er hob die Hand. "Schon gut, du warst eben.. fertig mit allem."
Ich sagte nichts mehr dazu, sondern nickte nur. Ich war froh, dass er mir offensichtlich verzieh. Wir verabschiedeten uns und ich kam schließlich als letzte bei den anderen an und neben Plutarch stand nun ein blondes Mädchen. "Das ist Delly, eine alte Freundin von Peeta.", sagte er. "Katniss!", rief sie, eine Spur zu fröhlich. Wir waren nicht mal Freundinnen. "Hey, Delly.", erwiderte ich. Natürlich. Ich habe schon hin und wieder gehört, dass Delly Cartwirght, das Mädchen das jeden anlächelt und ihr jüngerer Bruder überlebt hatten. "Bist du denn bereit Mädchen?", fragte Plutarch sie und sie nickte. Er wollte wohl nicht viel Zeit verlieren. Haymitch, Prosper, Plutarch und ich gingen in den Beobachtungsraum neben dem Zimmer, indem Peeta eingesperrt ist. Dort saßen auch schon um die zehn Mitglieder des Genesungsteams mit Klemmbrettern und Stiften bewaffnet. Sie müssen alles dokumentieren. Durch den Einwegspiegel konnte man Peeta sehen, aber er uns nicht. Er lag auf seinem Bett. Seine Arme angeschnallt und er kam nicht zur Ruhe. Sein Blick nicht mehr so verwirrt, aber dennoch fremd. Ich erkannte meinen Jungen mit dem Brot nicht mehr wieder ...
Die Tür ging leise auf, aber man konnte sie dennoch hören, so still war es im gesamten Raum. Man konnte Verwunderung und Schreck in seinem Blick lesen, als er Delly sah und erkannte. Das Mädchen schien zu zögern ging dennoch zu ihm, mit ihrem selbstverständlichen Lächeln, das sie immer hatte. "Peeta? Ich bins, Delly, von zu Hause."
"Delly?", Peeta schien sie nun richtig einordnen zu können. "Delly, du bist es."
"Ja.. wie gehte es dir?", sie war erleichtert und lächelte immer noch. Ich fragte mich ehrlich gesagt wirklich wie sie das schaffte. Immer so zu lächeln...
"Na ja, beschissen. Wo sind wir eigentlich? Was ist passiert?", fragt Peeta und sein Blick haftete auf Delly.
"Jetzt kommts.", meint Haymitch leise und ich schielte kurz zu ihm. "Ich habe ihr gesagt, was sie nicht erwähnen soll. Katniss oder das Kapitol.", meinte Plutarch und mein Blick richtete sich wieder auf die zwei in dem eingesperrten Raum. Mich nicht erwähnen ... das tat so weh.
"Nun, wir sind in Distrikt 13. Das ist unser neues Zuhause.", meinte Delly.
"Das haben die auch gesagt. Aber ich verstehe das nicht. Was ist mit unserem alten Zuhause?", fragte Peeta und sein Blick wurde wieder verwirrte. Ich biss mir auf die Unterlippe, Delly tat es mir gleich. "Es gab ... einen Unfall. Ich habe oft auch sehr großes Heimweh. Gerade musste ich daran denken, wie wir immer mit Kreide auf die Steine gemalt haben. Du konntest so toll zeichnen. Weißt du noch, als du in jeden Pflasterstein ein anderes Tier gemalt hast?"
"Ja. Schweine und Katzen und so.", antwortet Peeta. "Du hast was ... von einem Unfall gesagt?"
Man konnte Delly ansehen, dass sie unter Druck stand. Sie wusste nicht was sie darauf antworten sollte, also versuchte sie der Frage zu umgehen. "Das war schrecklich. Keiner ... Keiner konnte dort bleiben.", meinte sie stotternd.
"Halte durch, Mädchen.", sagte Haymitch neben mir und ich schielte wieder zu ihm, ehe ich mich wieder auf Delly und Peeta konzentrierte.
"Aber ... hier wird es dir sicher gefallen, Peeta. Alle sind so freundlich zu uns. Es gibt immer essen und saubere Kleider und in der Schule ist es viel interessanter als zu Hause.", erzählte Delly.
"Warum hat meine Familie mich noch nicht besucht?", fragte Peeta. Eigentor. Ich habe gehört, dass es der alte Bäcker, die Hexe und seine Brüder es nicht schafften. Peeta war im Grunde allein. Ganz ... allein. Er hatte nur noch Delly, Haymitch und ... mich.
"Das ist nicht möglich.", erwidert Delly und man konnte deutlich sehen, dass sie sich zusammenreißen muss um nicht zu weinen. "Viele haben es nicht geschafft aus 12 zu fliehen. Hier ist unser neues Leben. Sie brauchen sicher noch einen guten Bäker. Weißt du noch, als wir bei deinem Vater Mädchen und Jungen aus Teig machen durften?"
"Es hat gebrannt.", sagte Peeta.
"Ja..", flüstert Delly und lies ihren Blick sinken.
"12 ist abgebrannt, oder? Und sie ist schuld.", meint Peeta wütend. "Katniss ist schuld!" Seine Wut kam hoch und er riss an seinen Fesseln. Das tut weh. Es tut weh ihn so zu sehen.. das er so wütend auf mich ist.
"Oh nein, Peeta. Sie konnte nichts dafür.", versuchte Delly mich zu verteidigen, doch es half nichts.. er wollte sich nicht beruhigen.
"Hat sie dir das gesagt?", zischte er sie an.
"Holt sie da raus.", sagt Plutarch. "Sofort!"
Delly geht rückwärts. "Das brauchte sie gar nicht. Ich hab ...", schnitt Delly an.
"Weil sie lügt! Sie ist eine Lügnerin! Glaub ihr kein Wort! Sie ist eine Mutation, die das Kapitol erschaffen hat und jetzt gegen uns einsetzt!", rief Peeta. Autsch., dachte ich und starrte ihn nur an.
"Nein, Peeta. Das ist sie nicht ...", wieder versucht Delly mich zu verteidigen und ins helle Licht zu rücken, doch es bringt nichts.
"Trau ihr nicht über den Weg, Delly.", schrie Peeta außer sich. "Ich hab ihr vertraut, und sie hat versucht, mich umzubringen. Sie hat meine Freunde umgebracht. Meine Familie. Geh nicht in ihre Nähe! Sie ist eine Mutation!" Nochmal. Autsch ...
Delly ist nun an der Tür angekommen. Eine Hand streckte sich hindurch und zieht sie heraus. Dann fiel die Tür ins Schloss. Doch wir im Beobachtungszimmer konnten Peeta immer noch schreien hören:"Eine Mutation! Eine widerliche Mutation!" Ich starrte ihn immer noch an, während ich unbemerkt meine Hand gegen die Scheibe drückte. "Peeta..", flüsterte ich. Ich spürte nicht wie mich Haymitch an den Schultern packte und mich hinaus schob. Weg von Peeta. Weg von seinem Genesungszimmer. Dorthin wo man ihn nicht hören konnte, doch ich weiß, dass Peeta sich immer noch die Kehle herausschrie. Verzweifelt lehnte ich mich an die Wand und lies mich auf den Boden sinken. Erst jetzt, wo Snow ihn zerstört hatte, weiß ich den echten Peeta richtig zu schätzen. Es ist als wäre er gestorben. Seine Güte, seine Zuverlässigkeit, die Wärme, hinter der sich ein ungeahntes Feuer verbarg. Wenn ich alleine bin, holte ich manchmal die Perle aus dem Fallschirm und versuchte mich an den Jungen mit dem Brot zu erinnern. An seine starken Arme, mit denen er mich im Zug vor den Albträumen schützte, an die ganzen Küsse. Aber wozu? Es ist weg. Er ist weg. Was immer da zwischen uns war, es ist verloren. Snow hat es zerstört. Snow hat ihn mir genommen, er muss dafür bezahlen. "Eine Mutation! Eine widerliche Mutation!", seine Worte hallten in meinem Kopf als ich bemerkte, dass ich ja nicht alleine war. Ich versuchte mich zusammen zu reißen. Doch die Tatsache, dass mich Peeta nicht nur umbringen will, sondern mich nicht mal mehr als Mensch ansah ... tat so unglaublich weh. Was hatten sie nur aus meinem Jungen mit dem Brot gemacht? Ich erkannte ihn nicht mehr wieder ... und es bestand nur wenig Hoffnung, dass er jemals wieder zu mir zurückkehrt. Richtig zurückkehrt. Snow hat es geschafft. Er hat mich gebrochen ...
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BeitragThema: Re: Revolution.   Fr Aug 08 2014, 17:01

Katniss II Prosper

Nicht nur Everdeen war verwirrt als Plutarch mir versprach nach dem Mädchen zu suchen zu lassen. Es gefiel mir nicht, dass ich vor Coin noch mehr aus meinem Leben zeigen musste. Es ging sie nichts an, dass mir mein eigenes Kind doch wichtiger war als man allgemein von mir sagte. Es ging sie auch nichts an, dass ich ein anderes Kind gern hatte und ich wollte, dass sie gerettet wurde. Ich machte mich angreifbarer und erpressbarer. Vor Snow hatte ich so tun können als ob Effie mir egal sei und diese kleine Avoxin mir nichts bedeutete. Doch Plutarch schien spätestens jetzt zu wissen, dass mir Lavinia nicht ganz so egal war, wie es hätte sein sollen.
Für sie würde ich auch selbst in die Öffentlichkeit treten, auch wenn mir dieser Gedanke gar nicht gefiel. Bis jetzt könnte Snow denken, dass die Rebellen mich irgendwie in der Hand hatten beziehungsweise dass ich hier bin um die Rebellion zu untergraben. Wenn ich jedoch selbst erzähle, was ich weiß, dann wird Snow endgültig wissen, dass ich die Seite wechselte. Und dann werden sie Lavinia auf jeden Fall weh tun... Wenn sie es nicht schon längst getan haben.
Schließlich sprach ich den Namen des Mädchens aus und ich merkte, wie Coin zu mir sah. Offenbar schien sie nun zwei und zwei zusammen zu zählen. Ja, nicht alle die mir je wichtig gewesen waren, sind tot. Noch lebten zwei Menschen, die mir wichtig waren und wahrscheinlich hatte Haymitch Recht. Effie würden sie nichts tun aber dem Avox-Mädchen. Sie war mit Katniss Everdeen befreundet, also konnte man ihr weh tun, wenn man das Mädchen quälte. Außerdem musste Snow klar sein, dass Lavinia einiges über mich und meine Geheimnisse wusste.
Ich wusste nicht, ob sie diese bereitwilliger ausplaudern würde... Immerhin hatte ich sie allein gelassen und ich würde es ihr nicht verdenken können, wenn das Mädchen mir in den Rücken fiel.
Ich beschütze dich, Kind... Solange du bei mir bist, wird dir nichts passieren.
Was war ich doch für ein Narr gewesen, dass ich es ihr versprochen hatte! Ich betrachtete den Namen auf dem Blatt und hörte, wie Plutarch schließlich seufzte. Er wandte sich an Everdeen, die natürlich darauf brannte zu sehen, was man Peeta angetan hatte und wie die Rebellen ihn heilen wollten. Der ehemalige Spielemacher sah zu mir und fragte, ob ich mitkommen wollte. Ich nickte und steckte das Blatt ein. Es wäre wohl schlecht, wenn es in falsche Hände kam.. Ich vertraute Coin und ihren Leuten nicht und das würde ich wohl auch nie.

Gemeinsam mit den anderen ging ich aus dem Raum und schloss zu Plutarch auf, während Katniss noch bei Gale war. Der Junge wollte nicht dabei sein und das war wohl auch gut so.
„So... Lavinia...“, fing Plutarch an und ich sah ihn an. „Wenn du mich jetzt fragen willst, ob an den Gerüchten was dran ist, dann muss ich dich leider enttäuschen.“, erklärte ich leise. Plutarch lachte leicht und meinte: „Um ehrlich zu sein, hab ich das auch nie geglaubt. Eine Affäre mit einer Avoxin passt auch nicht zu dir. Dafür bist du noch zu sehr in deine Frau verliebt.“ Ich sah zu Boden und nickte leicht, während ich an Felia dachte. Was würde sie wohl sagen, dass mir ein dummes Kind wichtig geworden war? Dass ich versuchte meine Versprechungen zu erfüllen? Wahrscheinlich würde sie wissen wollen, warum ich es nicht schon früher getan hatte. Schließlich waren wir bei einem blonden Mädchen und warteten auf Everdeen, die aber recht schnell zu uns kam.
Plutarch sah zu mir, während Everdeen noch zu uns lief und fragte leise: „Glaubst du... Es funktioniert, Prosper?“ Ich zuckte mit den Schultern und betrachtete das blonde Mädchen. „Wenn nicht, dann wird es noch schwerer werden. Ganz wie früher wird er wohl nie werden.“, erklärte ich leise und der blonde Mann seufzte schwer.  Während er mit Everdeen sprach, blieb ich stumm und hatte meine Hände in meinen Tasche vergraben. Ich spürte das Blatt und packte es fester. Es war mein Versprechen an Lavinia, dass ich sie nicht ganz vergessen hatte. Ich ging gemeinsam mit den anderen in den Beobachtungsraum. Die Mitglieder des Genesungsteams sahen mich an und ich nickte. „Schreiben Sie alles auf. Je mehr Informationen wir haben, desto besser.“, erklärte ich und sah Peeta und Delly zu. Am Anfang schien die Sache gut zu laufen aber als es um Katniss Everdeen ging... Peeta schien wirklich zu glauben, dass sie eine Mutation war und sie alle vernichten würde. Ich schloss die Augen und seufzte. Als es nicht um seine Verlobte gegangen war, war er ruhig und friedlich gewesen und konnte normal mit Delly sprechen. Als es um seine Eltern ging, konnte man Delly ansehen, dass sie allmählich mit ihrem Latein am Ende war. „Reiß dich zusammen, Mädchen.“, knurrte ich und beugte mich leicht vor. Die Kleine durfte jetzt keinen Fehler machen. „Wir sollten sie rausholen.“, hörte ich Haymitch leise sagen. Plutarch wollte eben den Mund aufmachen aber ich schüttelte den Kopf. „Noch nicht.“ Schließlich zählte Peetas krankes Hirn eins und eins zusammen und ich biss mir auf die Unterlippe. Ich wusste, dass das nicht gut war aber auf der anderen Seite... Wir mussten wissen, wie schlimm er auch nur bei der Erwähnung von Katniss Namen reagierte.
“Holt sie da raus.“, sagt Plutarch. "Sofort!"
„Warte!“, zischte ich und Plutarch sah mich an. „Wie lange willst du warten? Bis er das Kind umbringt?“, fragte er mich und wandte sich an die anderen. „Holt sie raus!“ Die Mitglieder des Teams sahen von mir zu ihm und wieder zurück und schienen nicht zu wissen, was sie tun sollten.
Ich presste die Lippen zusammen und beobachtete, wie Peeta Katniss die Schuld an der Situation gab und sie immer wieder als Mutation bezeichnet. Als das Mädchen an der Tür war, nickte ich leicht und Delly wieder aus dem Zimmer gezogen. Immer noch wütete der Junge in dem Zimmer und schließlich brachte Haymitch Katniss raus. „Nun... Bist du zufrieden?“, wollte Plutarch wissen und sah mich an. Ich erwiderte den Blick kalt und erklärte: „Ihr muss klar sein, wie ernst es wirklich ist. Schließlich wollen wir doch nicht, dass der Spotttölpel wegen einer Unachtsamkeit stirbt.“

+++Zeitsprung: ein paar Tage später+++


Plutarch und ich hatten die letzten Tage Peeta getestet. Ein paar Erinnerungen waren nicht angetastet worden, andere wurden zur Unkenntlichkeit verzerrt. Schließlich führten wir das „Wahr oder nicht wahr“- Spiel ein. Im Grunde hatte ich die letzten Tage nur bei dem Jungen verbracht und gewartet, dass man etwas über Lavinia herausfand. Inzwischen flippte er nicht mehr so aus, wie am Anfang wenn man Katniss Namen nannte.
“Sag mir, was du noch weißt, Junge...
“Ich bin Ihnen zum ersten Mal auf der Party begegnet. Wahr oder nicht wahr?“
“Wahr... Kannst du dich erinnern mit wem du dort warst?“
Und immer so weiter. Letztlich hatten wir uns bis zur Arena vorgekämpft und ich merkte, dass Snow vor allem diese Erinnerungen sehr verzerrt hatte. Katniss hatte ihn in dieser Erinnerung nicht beschützt, sondern hintergangen um selbst zu überleben. Ich musste mich wirklich zusammenreißen um Peeta nicht nach Effie oder Lavinia zu fragen aber es war erst mal wichtig, dass er sich wieder an Katniss richtig erinnern konnte.
Während ich mich mit dem Jungen beschäftigte, machte Finnick seinen Propo und auch Katniss arbeitete mit Cressida zusammen und hatte ihren Auftritt. Im Grunde war mir das alles ziemlich egal aber ich wünschte, dass Finnick später seine Geschichten erzählt hätte. Ich war stur geblieben und hatte Plutarch erklärt, dass ich erst Lavinia in Sicherheit wissen wollte. In Sicherheit... Das bedeutete, so verrückt es auch klang, dass sie bei mir sein sollte.
Schließlich kam einer von Coins Leuten um mir zu sagen, dass man mich im Besprechungsraum erwartete. Ich war vollkommen ausgelaugt von der letzten Stunde. Ich hatte zu oft „nicht wahr“ sagen müssen und ich wusste nicht, wie ich dem Jungen klar machen sollte, dass Katniss keine Bedrohung ist.
Ich folgte dem jungen Mann, den Coin geschickt hatte und betrachtete ihn. Ich wusste, dass er sich um die Hovercrafts kümmerte und eine junge Verlobte hatte. Irgendwie schien das Leben weiter zu gehen. Als ich den Raum betrat, sah ich Katniss, Coin, Plutarch, Haymitch und Beetee. Und mit dem Rücken zu mir....
„Ah, Prosper.“, begrüßte Plutarch mich und lächelte. „Vielleicht kannst du dem Mädchen hier klar machen, dass sie nicht nur Katniss vertrauen kann.“ Das Mädchen drehte sich schlagartig um und sah mich an. Lavinia stand auf und kam langsam auf mich zu. Ich konnte den Unglauben in ihrem Gesicht sehen aber schließlich beschleunigte sie ihre Schritte und fiel mir mehr oder weniger um den Hals. Ich schluckte und legte vorsichtig meine Hände auf ihren Rücken. Ich wollte ihr sagen, dass sie in Sicherheit war. Dass niemand ihr weh tun würde oder sie niemanden mehr dienen müsste. Doch alles, was ich herausbrachte war: „Es tut mir leid. Es tut mir so leid, Kind.“ Ich schob sie vorsichtig von mir und sah sie an. „Setz dich, Mädchen.“ Lavinia nickte und ich setzte mich neben sie, nachdem ich ihr einen Stift und ein Blatt gegeben hatte. „Erzähl ihnen, was im Kapitol passiert ist.“ Lavinia biss sich auf die Unterlippe aber beugte sich schließlich über das Blatt und fing an zu schreiben.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Sa Aug 09 2014, 03:35

Katniss II Prosper

Ober nun zufrieden ist? Snow? Er hatte mich gebrochen. Das was er nach Prim immer wollte. Ob er es weiß? Bestimmt. Snow war alles nur nicht dumm. Er wird es sicher wissen, dass er mich nun vollkommen zerbrochen hat, aber ... mein Feuer ist stärker denn je. Ich werde ihn töten, das sage ich mir jeden Tag um die zehn mal. Jeder zweiter Gedanke ist: Ich töte Snow.
Jetzt wo er meinen alten Peeta hat sterben lassen ... will ich noch mehr Rache. Er wird büßen, dass er mir den Jungen mit dem Brot genommen hat. Er wird dafür bezahlen, mit seinem Tod. Ich will diejenige sein, die sein Herz zum stehen bringt.
Von Mr. Trinket und Plutarch bekomme ich jeden Tag einen Bericht wie der Zustand von Peeta so ist. Aber deutlich verbessert hat er sich auch nicht. Gut, er rastet nun nicht mehr bei meinem Namen aus und das Gensungsteam haben mit Effies Vater das Spiel 'Wahr oder nicht wahr' eingeführt. Es scheint ein wenig zu bewirken, aber seit dem Vorfall mit Delly habe ich Peeta nicht mehr gesehen. Seitdem ist es als würde mir ein Stein auf meiner Brust liegen und mich erdrücken. Mir die Luft rauben. Aber ich habe die Tage gelernt es zu kontrollieren und trotzdem mit fester Stimme zu reden. Ich musste es einsehen. Er ist weg. Das zwischen uns ist weg. Snow hat es zerstört und ich habe größere Sehnsucht als je zuvor.
Gestern ... war ein Propo von mir dran. Ich dachte ich könnte mich damit ablenken, nicht an Peeta dneken. Nicht an Gale denken, der auch weniger Zeit hatte. Obwohl er mir eh zuhören würde, aber das war mittlerweile okay. In dieser Zeit hatten wir alle Probleme. Es war Krieg. Rebellion. Da konnte ich meinem besten Freund nicht wegen Peeta zureden, das tat ich bei Haymitch schon genug. Aber ich sollte ja nicht dazu kommen, abgelenkt zu werden, denn Cressida fragte mich über Peeta und unsere erste Begegnung aus. Ich erzählte es ihr ... und mir ging es danach so schlecht, dass ich mich ein paar Stunden hinlegen durfte. Doch jetzt war nur noch der Druck auf meiner Brust da, an den ich mich schon gewohnt habe. Er würde wohl nicht so schnell weggehen. Vielleicht auch nie wieder.
Ich betrat den Raum indem Plutarch, Haymitch, Coin, Beetee und ... Gale saßen. "Was ist los?", fragte ich und war etwas unruhig. Irgendwas mit Peeta? Doch... nein, da saß noch ein junges Mädchen mit rotem Haar. Ich kannte sie. Das war ... ich hielt die Luft an. Mein Avox-Mädchen. Die die ich damals nicht retten konnte, die mich umsorgt hat. "Du..", sagte ich und setzte mich vor das Mädchen. Ich lächelte und war froh, dass eine Freundin es aus dem Kapitol geschafft hatte. Ist sie bis hier her geflohen? Nein, das ist unmöglich zu schaffen. Schließlich ging wieder die Tür auf und ich drehte mich um. Prosper Trinket. Heavensbee begrüßte ihn und meinte dann, ob er dem Mädchen nicht zeigen könnte, dass sie nicht nur mir vertraute. Aber was hatte er damit zu tun?
Das ging dann alles eher schnell: Die Avoxin stand auf, kam auf Trinket zu und umarmte ihn. Könnte es sein.. "Ach-so.", meinte ich leise und lächelte nochmal. Lavinia.. das ist also ihr Name., dachte ich und mein Lächeln wurde wieder aus meinem Gesicht verbannt. Gale sah ungläubig die Beiden an und ich sah im Augenwinkel, wie er sich einen entsetzen Laut verkneifen muss. "In Ernst..?", murmelt er dennoch, aber ich bin mir nicht sicher, ob es nur ich hörte.
Dann setzte sich Lavinia wieder und Prosper wollte, dass sie uns erzählte was genau passiert ist. Was ihr passiert ist. Ich sah auf ihre Finger, die flink mit dem Stift auf das Papier Worte schrieben. Ich schluckte. Ich erinnerte mich noch an die Tage an der ich ans Bett gefesselt war. Wo Peeta mich besuchte und wir das Pflanzenbuch meines Vaters erweiterten. Er malte, ich beschrieb und schrieb Details. Ich beobachtete Peetas Händen auch dabei wie er ... malte. Seine Hände und sein Blick, der so fern war. So fern wie jetzt. Ich wendete meinen Blick von den Fingern des Avox-Mädchens ab. Ich konnte das nicht. Doch als sie den Bloch uns gab, las ich das was sie drauf schrieb: Nachdem Prosper verschwunden ist, hat man Effie gefragt aber sie hatte ja keine Ahnung. Ich wurde zu ihr geschickt. Offenbar dachte man, dass sie aus... Eifersucht auf mich etwas erzählen würde. Aber nach Finnicks Propo brach die Hölle im Kapitol los und die Stadt wurde abgeriegelt. Man erklärte Effie, dass ich nicht mehr bei ihr sein kann und ich wurde in den Palast gebracht, wo man mich befragt hat. Offenbar sind die drauf gekommen, dass ich nicht nur eine einfache Avox war. Im Kapitol ist Chaos ausgebrochen und jeder hat mehr oder weniger nachgeprüft, ob die Gerüchte stimmen könnten aber am Abend gab es Ausgangssperre. Tote hat es nicht gegeben aber Verletzte als sich die Kapitoler den Friedenswächtern quer gestellt haben.
Ich lies die Worte ... auf mich wirken und schluckte leicht. "Der Funke wurde zum Feuer.", sagte ich leise und sah Gale an. Dann ging mein Blick zu den anderen. Der Spotttölpel, ich, habe es geschafft mit einer Handvoll Beeren... eine Rebellion zu entfachen. Der Funke Hoffnung wurde zum Feuer.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Sa Aug 09 2014, 05:00

Katniss II Prosper

Ich konnte es nicht glauben als ich sie dort sitzen sah. Sie hatten ihr Versprechen erfüllt und Lavinia gerettet. Sie hatten das geschafft, woran ich gescheitert war. Als das Mädchen meinen Namen hörte, sah Lavinia mich an und schien überrascht zu sein, dass ich hier war. Wahrscheinlich hatte sie damit gerechnet, dass die Rebellen mich einen Kopf kürzer gemacht hatten. Als sie auf mich zukam, rechnete ich damit, dass sie mich schlagen oder mir irgendwie anders ihre Verachtung ins Gesicht schmeißen würde. Immerhin hatte ich ihr versprochen, dass ich sie beschützen würde und dann... hatte ich sie im Stich gelassen. Doch stattdessen fiel sie mir um den Hals und verwirrt legte ich meine Hände auf ihren Rücken. Ich spürte, wie sie ihren Kopf auf meine Schulter legte und hörte Katniss Stimme.  Ich schloss meine Augen und wollte ihr sagen, dass alles gut war... Dass sie in Sicherheit war. Stattdessen entschuldigte ich mich, wie der egoistische Narr, der ich war. Am meisten schien Gale davon entsetzt zu sein, denn Beetee lächelte nur ebenso wie Plutarch. Doch Haymitch meinte leise: „Offenbar hatten die Kapitoler nicht ganz Unrecht...“ Coin hingegen sah mich an und ich wusste, was sie dachte.
Lass sie in Ruhe... Du wirst sie nicht benutzen um mich zu erpressen. Schließlich schob ich das Mädchen von mir um Abstand zwischen uns zu bringen. Lavinia sah mich an und ich erwiderte ihren Blick.
Nachdem wir saßen, gab ich einen Stift und ein Blatt und beobachtete, wie sie schrieb. Ich wusste noch genau, wie ich ihr oft beim Schreiben zugesehen hatte. Vorsichtig berührte ich den Rücken des Mädchens und kurz hielt sie inne aber schrieb dann weiter. Doch dieses Mal war ein Lächeln auf ihrem Gesicht. Nach einer Weile war sie fertig und gab den anderen den Block. Ich seufzte als ich den Teil mit Effie las und fragte leise: „Hat sie dich gut behandelt?“ Lavinia sah mich an und nickte. Sie beugte sich über das Blatt, das sie behalten hatte und schob es mir zu als sie fertig war. Sie hat nur nicht so viele Bücher, wie du
Ich las den Satz zweimal um mich zu vergewissern, dass ich richtig gelesen hatte und lächelte leicht. „Du und deine Bücher...“
Ich hörte Katniss Worte und nickte leicht. Plutarch sah zu Lavinia und wollte wissen, ob sie nicht noch mehr wusste. Verunsichert sah sie zu mir und ich sagte leise: „Es ist in Ordnung, wenn du nicht mehr weißt, Kind.“ Lavinia nickte und schloss die Augen. Kurz herrschte Schweigen bis Coin schließlich wissen wollte, ob man Lavinia gefoltert hätte. Wieder sah sie zu mir und kaute auf ihrer Unterlippe rum um dann mit dem Kopf zu schütteln.
„Lavinia!“, zischte ich und bemerkte, wie Haymitch etwas sagen wollte aber ließ ihn nicht zu Wort kommen. „Du sollst nicht lügen.“ Lavinia sah zu Boden und seufzte schließlich als sie sich den Block griff. Dieses Mal flogen ihre Finger nicht so schnell über das Blatt und man konnte ihr ansehen, dass sie nicht glücklich darüber war.
Sie dachten... Sie dachten, ich wüsste wo du sein könntest und vor allem wollten sie wissen, wie viel du wirklich weißt und was du gegen Snow nutzen kannst. Sie wollten mich dazu bringen deine Geheimnisse auszuplaudern aber ich hab geschwiegen. Sie haben mir gesagt, dass du mich vergessen hast. Dass du mich nicht beschützen kannst und irgendwann... meinten sie, dass du tot bist. Aber ich hab geschwiegen und sie haben es mit... Elektroschocks versucht. Sie dachten wohl, dass die Schmerzen mich dazu bringen würden aber ich hab sie nichts wissen lassen.
Schließlich war sie fertig und ich las die Botschaft schweigend. Auch die anderen taten es und Gale meinte: „Aber warum hast du nichts gesagt? Du bist ihm zu nichts verpflichtet. Du hast ihm dienen müssen und er hat dich bestimmt nicht gut behandelt.“ Lavinia sah ihn überrascht an und dann wandte sie ihren Blick zu mir.
„Wie du siehst, ist er hier nicht sehr... beliebt.“, erklärte Plutarch und Lavinia rollte mit den Augen. Schließlich räusperte sich Coin und sah mich an.
„Das ist ja alles schön und gut aber wir haben eine Abmachung, Trinket. Sie haben ihr kleines Avox-Mädchen und Sie meinten, dass Sie uns nun helfen werden. Sie wissen viel über das Kapitol, die Bewohner und Snow, sonst hätte man Lavinia wohl nicht gequält um herauszufinden, was Sie gegen Snow benutzen können.“
„Präsidentin..“, schaltete sich Plutarch ein, doch ich nickte einfach nur.
„Nun, ich halte meine Versprechen.“, sagte ich leise.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Sa Aug 09 2014, 22:56

Katniss II Prosper

Ich brauchte eine Weile um zu begreifen, dass Lavinia das Avox-Mädchen war, dass Mr. Trinket retten wollte. Mein Avox-Mädchen. Meine Freundin, die damals bei mir war. Die ich damals nicht retten konnte, als der Junge starb. Wo ich dachte, dass sie meinen Tod will. Doch das wollte sie nie. Sie hatte mich damals beruhigt als ich nach Peeta fragte. Peeta.. er ist dem Tod schon öfter entkommen, als sonst jemand vor ihm. In der Arena, dann im Hovercraft ... wo ich seinen Namen schrie und gegen die Scheibe hämmerte. Wo ich in meinem verzweifelten Blick ... deutlich sehen konnte, dass sein Herz zwei mal aufhörte zu schlagen. Dann in der zweiten Arena.. er ist gegen das Kraftfeld und ist nur wegen Finnick noch am Leben, sonst wäre meine Mission schneller vorbei gewesen als ich dachte. Nun hatte meine Freundin einen Namen. Lavinia. Endlich wusste ich, wie ich sie ansprechen konnte.
Prosper Trinket war für die Rothaarige offenbar auch eine wichtige Person. Denn sie stand auf, ging auf ihn zu und fiel ihm in die Arme. Er schien erst verwirrt zu sein, legte aber dann seine Arme um sie. Ich würde wohl dazwischen gehen, wenn wir nun im Kapitol wären. Wenn ich nicht wüsste, dass Effies Vater nun nicht mehr Snow folgt. Aber zu den Rebellen gehört er wohl auch noch nicht, doch er wird ihnen helfen. Für ein Propo. Und er hat mir zugehört, wegen Peeta. Ganz tief in ihm ... ist Prosper Trinket ein guter Mensch.
Ich beobachtete Lavinia wie sie sich setzte und begann das Papier mit Wörtern zu füllen. Erst hielt ich meinem Blick stand. Beobachtete ihre Finger bei ihrem Werk. Doch dann schaffte ich es nicht. Immer wieder blitzen Bilder in meinem Inneren Auge auf. Von Peeta und mir. Er wie er malt. Sein Blick, dem seinem jetzigen ein wenig gleicht. Sein Blick der so fremd wirkt und nicht dem Jungen gleicht, in den ich mich in der ersten Arena verliebt hatte. Auch wenn ich lange brauchte um es zu erkennen und einzuordnen. Jetzt konnte ich deutlich zu ihm sagen: Ich brauche dich so, wie du mich. Ich könnte ihn nie aus meinem Gedächnis entfernen. Ich wusste, dass es besser wäre, wenn ich Abschied nahm. Abschied von dem Menschen, der mich liebte ... obwohl ich so jemand war. Obwohl mich seine Freunde wahrscheinlich immer komisch fanden ... das hat Peeta nie interessiert. Er liebte mich trotzdem und hat mir mit elf Jahren sogar das Leben gerettet. Also, wie sollte ich von so jemanden Abschied nehmen?
Plötzlich fiel mir ein Gespräch ein, dass Gale und ich vor einigen Tagen führten. "Du wirst ihn nie loslassen können. Es würde für dich immer falsch anfühlen mit mir zusammen zu sein.", sagte Gale. Ich nickte dazu und antwortete:"Da hast du Recht." Er erwiderte darauf nur ein trauriges Lächeln, aber was sollte ich dagegen tun? Es war so. Gale war wie ein Bruder und ... er hatte einfach recht damit. Ich würde Peeta nie aus meinem Herzen kriegen, niemand würde seinen Platz einnehmen können und würde ich jetzt mit Gale eine Zukunft aufbauen, würde es sich für mich nur falsch anfühlen. Ich würde vor allem Gale immer mit dem Jungen mit dem Brot vergleichen. Nein, wenn nicht Peeta ... will ich erst recht alleine bleiben.
Plutarch fragte Lavinia schließlich, ob sie noch mehr wusste und Prosper beruhigte sie. Dann hörte ich nur noch wie der alte Mann anfing sie anzuzischen, dass sie nicht lügen sollte. Also schrieb die Rothaarige wieder etwas auf ihren Block. Als ich das las was sie geschrieben hatte schluckte ich. Wieder diese Schuldgefühle. Im Grunde war das meine Schuld, weil ich mich vor einem Jahr geweigert habe ... Peeta zu töten. Dieser Funke kam von diesen blöden Beeren die sich Nachtriegel nannten. Ich habe einfach... so viele Menschen auf dem Gewissen und ich wette von vielen mehreren von denen ich nicht mal die Namen kenne. Die ich noch nie gesehen habe. Die bei den Aufständen ums Leben kamen. Alles mein Funke. Der Spotttölpel ist Schuld. Peeta hatte recht. Ich bin an allem Schuld. An die Aufstände, an die Vernichtung von 12 und ... daran, dass so viele Menschen starben.
Ich hörte wie immer wieder etwas gesagt wird, wie sogar Gale was sagt, aber das dringt nicht durch mich hindurch. Ich versank gerade zu sehr in Schuldgefühlen. Auch bekam ich nicht mit wie Haymitch mit Plutarch aus dem Raum verschwand. Dann bemerkte ich in der Ferne, dass es im Raum kurz still wurde, bis die Tür - die lauter aufgemacht wird als zu - aufgerissen wird und mich zurück in die Realität schmiss. Ich musste verwirrt aussehen, denn Gale legte kurz eine Hand auf meine Schulter bis ich Plutarch und Haymitch ansah. "Er.. will dich sehen.", sagte Haymitch zögernd. Ich starrte ihn verwirrt und perplex an. Peeta will mich sehen.
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BeitragThema: Re: Revolution.   So Aug 10 2014, 03:59

Katniss II Prosper

Das Mädchen sollte noch vom Kapitol wissen, wie sehr ich es hasste, wenn man mich anlog. Außerdem hatten wir zu viel Zeit verbracht als dass ich es ihr nicht ansehen könnte, wenn sich mich belog. Immer wenn sie etwas wissen wollte von dem sie wusste, dass es für mich unangenehm ist oder wenn sie sich überlegt, ob sie mir wirklich die Wahrheit sagen sollte, kaute dieses dumme Mädchen auf ihrer Unterlippe rum. Nachdem ich ihr klar gemacht hatte, dass sie besser die Wahrheit schreiben sollte, beugte sie sich über ihren Block. Man konnte ihr deutlich ansehen, dass sie gar nicht begeistert davon war aber sie gehorchte mir. Natürlich tat sie das... Ich müsste ihr wohl wirklich sagen, dass Lavinia jetzt frei ist und ich nichts von ihr verlangen würde, weil ich Coin und die anderen darum gebeten hatte, dass man ihr half. Ich hatte einfach nur verhindern wollen, dass das Kind darunter leiden musste, dass ich Lavinia als Spionin benutzt hatte.
Tatsächlich erfüllten ihre Worte meine schlimmsten Befürchtungen und ich sah auf den Tisch. Man hatte ihr weh getan, weil sie gedacht hatten, dass Lavinia mehr wusste als andere. Ich selbst hatte das Mädchen damals auch befragt, da sie Katniss Avox-Mädchen gewesen war aber ich hatte auf Folter verzichtet. Ich hatte auf meinen Ruf vertraut und sie hatte mir ja auch die Wahrheit berichtet. Danach hatte ich das Kind bei mir aufgenommen und dafür gesorgt, dass es ihr besser ging als vorher. Im Grunde war das dumm von mir gewesen und ich hätte eher dafür sorgen müssen, dass Lavinia mich weiterhin als herzlosen Mann ansehen kann.
Ein herzloses Monster, das sie in Ruhe hassen kann und sich im Traum vorstellen kann, wie sie es tötet.
Katniss schien in Gedanken zu sein und ich ahnte, was sie dachte. Sie hatte Schuldgefühle, genauso wie ich. Ich war kein guter Mensch und dass ich ein Mädchen in Gefahr gebracht hatte, bewies dies nur zu gut. Im Grunde musste ich Gale zustimmen. Lavinia hätte mich lieber verraten und nicht meine Geheimnisse für sich behalten sollen. Ich hatte sie im Stich gelassen und es wäre ihr gutes Recht gewesen sich an mir zu rächen. Stattdessen schien sie immer noch daran geglaubt zu haben, dass ich ihr irgendwie helfen könnte.
Die ganze Zeit in der ich den Präsidenten beraten hatte und auch die langen Jahre in der Verwaltung und als Friedenwächter hatte ich immer geglaubt, dass Panem nur durch Snow bestehen kann. Dass man ihn stützen und beschützen müsste, damit Panem nicht ins Chaos stürzt. Nun wurde mir klar, dass ich einem Irrtum aufgesessen war. Fast mein ganzes Leben hatte ich nach diesem Irrtum gehandelt, getreu den Worten meiner Mutter, dass ich Panem so gut dienen müsste, wie ich könnte. Nun hatte der alte Mann zugelassen, dass Panem wegen einem kleinen Spottölpel, der in Flammen stand, in ein heilloses Chaos stürzt.

Erst Coins Stimme holten mich in die Gegenwart zurück und ich erklärte, dass ich tun würde, was die Frau wollte. Ich hatte es ihnen versprochen und ich konnte nicht glauben, dass ich Panem weiter ins Chaos trudeln lassen würde. Ich hatte es versprochen und ich würde mein Versprechen nicht brechen aber konnte ich das wirklich mit mir ausmachen? Finnick hatte in seinem Propo erzählt, dass der Präsident krank sei... Todkrank! Ein kranker und wahrscheinlich vor Schmerzen wahnsinniger Mann regierte Panem und ich hatte ihm geholfen. Hätte ich geahnt, dass Snow nicht mehr das Beste für Panem wäre... Vielleicht hätte ich mich dann eher gegen ihn gewandt. Wahrscheinlich hatte Snow es gewusst. Ich hatte ihm zwar gedient aber nur weil er der Präsident von Panem war. Wäre es ein anderer Mann gewesen, hätte ich ihm gedient. Meine Loyalität gehörte nicht Snow, wie so viele Kapitoler und Rebellen gedacht hatten. Meine Treue galt Panem und meiner Familie. Von meiner Familie waren im Grunde nur noch meine Tochter und eine kleine Avoxin übrig, die ich aufgenommen hatte. Der Gedanke, dass Panem ins Chaos stürzen müsste, damit ich meine Treue gegenüber Effie beweisen könnte, bereitete mir Schmerzen aber ich konnte Effie auch nicht für Panem aufgeben.
Und Coin? Sie war nicht die Richtige für diesen Job... Sie war nicht besser als Snow und auch Plutarch wäre nicht die Idealbesetzung. Mein Blick fiel auf Katniss Everdeen und ich musste lächeln.
Sie wäre es... Sie und der alte Peeta Mellark. Sie wären die Richtigen aber Peeta ist nicht mehr der Alte und Katniss würde es nicht wollen.
Ich konnte eine kleine Hand in meiner fühlen und wandte den Kopf zu Lavinia. Sie sah mich besorgt an. Offenbar waren nur noch Katniss und Gale in dem Raum. Dass Coin gemeinsam mit Haymitch und Plutarch gegangen war, hatte ich nicht wirklich gemerkt. Ich hoffte, dass Lavinia mir irgendwie verzeihen konnte, was man ihr angetan hatte und ich hoffte, dass ich mir irgendwann verzeihen würde, dass ich Panem ins Chaos stürzen ließ.
Doch Plutarch und Haymitch verkündeten, dass Peeta Katniss sehen möchte. Sie schien verwirrt darüber zu sein aber ich bekam das eher am Rande mit. Katniss ging natürlich mit und Gale ging ebenfalls aus dem Raum.

Letztlich war ich mit dem Kind alleine und ich schloss meine Augen. „Es tut mir leid, was sie dir angetan haben, mein Kind. Ich wünschte... Ich wünschte, ich hätte dich nicht im Stich gelassen. Es wäre dein Recht gewesen mich zu verraten.“, erklärte ich leise und ich spürte, wie sie meine Hand losließ. Nach einer kleinen Weile, öffnete ich meine Augen und ich sah, wie sie mir ein Blatt zuschob.“Ich weiß, was da steht, Kind. Wahrscheinlich, dass ich dich gut behandelt habe und du dir sicher warst, dass ich mein Versprechen halte.“ Sie nickte und lächelte leicht. „Panem stürzt ins Chaos, Lavinia. Ich kann dich nicht mehr schützen. Ich kann niemanden schützen und das schlimmste ist, dass ich... Coin helfen werde, damit dieses Chaos noch größer wird. Ich kann dir nicht helfen und ich kann meiner eigenen Tochter nicht helfen. Ich bin nicht mehr Snows Berater und falls du es vergessen hast, vor seinen Launen konnte ich dich auch nicht schützen. Ich hatte nicht gewollt, dass du mit Darius Katniss und Peeta dienen musstest. Trotzdem musste ich einwilligen, nur damit er das Mädchen quälen konnte.“
Sie sah mich eine Weile an und schrieb dann: Du meintest mal, dass ich dich nicht als Freund betrachten dürfte, weil deine Freunde schnell sterben.
Ich nickte und sie schrieb mit einem Lächeln.
Ich bin nicht gestorben, sondern am Leben. Du warst neben Katniss im Kapitol mein einziger Freund und das bist du immer noch.
Du verrätst Panem nicht, wenn du Coin hilfst. Du hilfst Panem, damit es einen sehr, sehr kranken Mann los werden kann. Vielleicht ist Coin nicht die richtige Person aber ich denke nicht, dass Heavensbee oder Abernathy zulassen werden, dass sie Panem wieder in eine Diktatur zwingt. Du bist immer noch auf der Seite von Panem, mein Freund. Und ich bin immer noch auf deiner Seite.
Nachdem ich die Botschaft gelesen hatte, sah ich sie an und meinte: „Du musst mir nicht mehr dienen. Du musst für mich nicht mehr spionieren, Kind. Du bist frei.“
Sie lachte leicht und schrieb:Im Grunde war ich doch schon lange nicht mehr deine Dienerin. Ich war deine Freundin im Kapitol und du mein Freund, mein einziger und bester Freund, der im Kapitol gelebt hat. Ich möchte dir freiwillig helfen, nicht weil man es mir befohlen hat oder weil ich Angst vor dir habe. Du vertraust Coin nicht? Dann tue ich es auch nicht.
Ich seufzte und lächelte leicht. Sie war nicht wütend auf mich und hasste mich auch nicht. „Verzeihst du mir?“ Lavinia sah mich verwirrt an und schrieb, dass es nichts zu verzeihen gäbe. Ich seufzte und spürte, wie das Mädchen wieder meine Hand ergriff.
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BeitragThema: Re: Revolution.   So Aug 10 2014, 05:49

Katniss II Prosper

Ich schaltete mein Gehör ab. "Und sie ist schuld! Katniss ist schuld!", Peetas Stimme hallt durch meinen Kopf. "Du hast ja recht.", flüsterte ich in mich hinein. "Du hast ja recht." Ich kniff meine Augen zusammen und lies den Kopf hängen. Ich habe nie einen Krieg gewollt. Ich wurde nie gefragt, ob ich der Spotttölpel sein will. Ich wurde es einfach. Seneca Crane hätte mich in die Luft jagen sollen. Ich hätte sterben sollen. Wieso bin ich es nicht? Wieso bin ich nicht einfach gestorben und Peeta wurde Sieger? Dann würde es diese Rebellion nun gar nicht geben und Peeta wäre... er wäre noch er selbst. Nicht eingewebt. Nicht gefoltert. In Sicherheit. In Distrikt 12, was durch mich nun auch nicht mehr existierte. Es ist zerstört worden. Ich habe viele Menschen darin umgebracht. Ja, wir waren nicht viele im Distrikt, aber nur die Hälfte hat es geschafft den Flammen zu entkommen. Und unter den Toten: der alte Bäcker, die Hexe und Peetas Brüder. Sowohl auch seine Freunde, die man an einer Hand abzählen kann. Soweit ich wusste, ist nur Delly aus seinem Freundeskreis sicher nach 13 angekommen.
Als ich die Tür ins Schloss fallen hörte, sah ich auf, öffnete wieder meine Augen. Er wollte mich sehen. Peeta will mich sehen! Ich zögerte erst. Natürlich würde ich gerne zu ihm. Mich in seine Arme legen und von ihm hören, dass es nur ein Albtraum war. Aber das war es nicht und er würde mich nicht anfassen können, ohne den Drang zu haben mich zu töten. Außerdem weiß ich.. das mich diese Begegnung noch mehr zerstören könnte, wenn es denn noch ging. "O-kay.", sagte ich stotternd und stand auf. Auch Gale ging aus den Raum. "Gale..", fing ich an. Wie sollte ich sagen, dass ich nicht wollen würde, dass er dabei war? Doch ich musste nichts sagen. Beetee nahm ihn mit sich und ich winkte ihm noch zu. Auch Coin ging in ihr Büro. Als Präsidentin hat man dafür eben nur wenig Zeit. Schließlich stand ich vor dem Zimmer indem Peeta ist. Nur eine Tür trennte uns noch. "Katniss.", ich drehte mich um und sah meinen ehemaligen Mentor an. "Wir sind immer da, wir passen auf, ja? Und ich gebe dir Anweisungen, solltest du welche brauchen.", sagte Haymitch und ich nickte. Dann gingen die in den Beobachtungsraum. Ich würde mich gerne alleine mit Peeta treffen, doch ich konnte durch einen kleinen Spalt sehen, dass es sich Ärzte mit ihren Brettern bereits bequem gemacht haben. Ich atmete nochmal tief durch, dann drückte ich die Klinke herunter um den Raum zu betreten.
Er lag wieder auf seinem Bett und starrte mich mit seinen blauen Augen an. Ich schluckte und betrachtete kurz seinen Körper. An jedem Arm ist er an drei Stellen fixiert und durch einen Schlau kann ihm, falls er ausrasten sollte, jederzeit ein starkes Narkotikum verabreicht werden. Aber er bleibt ruhig. Versucht es erst gar nicht sich zu befreien und mir an den Hals zu gehen. Ja, von diesen Fortschritten habe ich schon gehört, dass er nicht mehr ausrastet. Doch er beobachtet mich ganz genau, mit einem wachsamen Blick, als würde ich ihn gleich angreifen. Ganz begriffen, dass ich keine Mutation bin.. hat er wohl immer noch nicht. Aber vielleicht wird das noch. Vielleicht. Ich ging nur einige Schritte von der Tür und blieb dann stehen. Mein Blick immer noch an ihm geheftet, doch ich weigerte mich, dass sich unsere Blicke trafen. Noch einmal atmete ich tief durch, bis ich dieses Schweigen nicht mehr aushielt:"Hallo."
"Hallo", antwortete er mir. Seine Stimme. Seine warme, sanfte Stimme, die nun mit Misstrauen und Vorwurf in Besitz ist. Er vertraute mir nicht mehr. Er machte mich wahrscheinlich immer noch dafür verantwortlich. Für all' das. Du hast ja recht., dachte ich, aber meine Lippen blieben versiegelt.
"Haymitch meinte.. du willst mit mir sprechen.", sagte ich.
"Erstmal anschauen, so für den Anfang.", antwortete er und ich schluckte. Auf was wartete er denn? Das ich mich in ein Ungeheuer verwandelte? Ja, vielleicht auf genau das. Er starrte mich immer noch an und er schaffte es sogar, dass ich mich dadurch so unbehaglich fühlte, dass ich meinen Blick abwendete und auf den Einwegspiegel sah. Vielleicht würde Haymitch sehen, dass ich nicht wusste was ich tun sollte und würde mir eine Anweisung geben. Doch es kam nichts.
"Also. Kräftig bist du nicht, hm?", hörte ich wieder aus Peetas Richtung und sah nun doch wieder den Jungen an, der mich mal liebte. "Und hübsch.. naja, ich weiß nicht. Bist du auch nicht."
Ich verschränkte die Arme vor der Brust und krallte mich in mein Hemd. Er hatte viel durchgemacht, ja, aber musste ich mir das wirklich gefallen lassen? Nein, das ging mir definitiv zu weit. "Hast du dich in letzter Zeit mal angesehen? Du hast nämlich auch schon mal besser ausgesehen."
Ich hörte, dass Haymitch irgendwas sagte, von wegen, dass ich zurückweichen sollte, doch er wurde durch Peetas Lachen übertönt. "Wow, die Freundlichkeit in Person. Dass du dich das traust, nach allem, was ich durchgemacht habe."
"Du bist nicht der Einzige der 'ne Menge durchgemacht hat. Und du warst ja immer schon, der Freundliche von uns beiden." Ich merkte, dass ich nicht wirklich das Richtige sagte. Und ich weiß auch nicht, wieso ich mich so verhielt. Er ist wegen mir eingewebt worden! Snow hat ihn gefoltert! Also was ist mit mir los? Wieso bin ich so? Ich beschloss das ganze Abzubrechen, aus dem Raum zu gehen, bevor das noch wirklich eskalierte. "Mir.. geht es heute nicht wirklich gut. Ich sollte morgen nochmal vorbei schauen.", sagte ich. Gerade als ich mich umdrehte und die Türklinke herunterdrückte fing er wieder an zu reden und ich hielt inne.
"Katniss.. ich erinnere mich an die Sache mit dem Brot."
Ich biss mir auf die Unterlippe. Das Brot. Er erinnerte sich? Unsere erste Begegnung.. so ganz vor den Spielen. Meine letzte Hoffnung und meine Rettung. Diese zwei Laibe Brot und Peeta hatte damals Prügel auf sich gezogen nur um mir zu helfen. Eine Schuld.. die ich ihm spätestens bei den Hungerspielen ausgeglichen habe. Aber nun... bin ich ihm so viel mehr schuldig. Ich nahm tief Luft und drehte mich um. Wieder die Arme vor der Brust verschränkt.
"Dann haben die Ärzte dir meine Aufnahme gezeigt? In der ich davon erzähle.", meinte ich und er sah mich noch immer an. Nun schüttelte er leicht den Kopf.
"Nein. Gibt es eine? Warum hat Snow sie nicht verzerrt?", fragte er.
"Das konnte er nicht, da sie erst gestern gemacht wurde.", erzählte ich und spürte wie mein Herz wieder schwerer wurde. "An was erinnert du dich genau?"
"An.. dich. An dich im Regen.", antwortete er. "Du hast in unserem Abfall nach etwas zu essen gesucht. Ich habe meine Mutter gehört wie sie dich verjagt hatte und dann habe ich zwei Laibe Brot anbrennen lassen. Meine Mutter hatte mich geschlagen und mir zugewiesen ich sollte es den Schweinen geben, doch stattdessen.. habe ich es dir gegeben."
"J-Ja, genau so ist es gewesen..", erwiderte ich und merkte wie mein Herz immer schwerer wurde. Es tat so weh. "Eigentlich.. wollte ich dir am nächsten Tag danken. Aber.. ich wusste nicht wie."
"Ich erinnere mich noch.. wir haben uns nach Schulschluss kurz gesehen. Ich wollte, dass unsere Blicke uns trafen. Ich suchte deinen Blick, doch du hast weggeschaut. Dann.. hast du einen Löwenzahn gepflückt, wieso ... weiß ich allerdings nicht.", wieder nickte ich. Ich habe nie irgendwem davon erzählt, außer Prim. Dieser Löwenzahn.. Hoffnung. "Ich muss dich sehr geliebt haben."
"Ja, hast du.", meine Stimme klang erstickend und keineswegs fest. Doch wie sollte ich bei diesem Moment auch eine feste Stimme haben? Ich konnte von Glück sagen, dass ich überhaupt was raus brachte. Nun komme ich doch einen Schritt näher.
"Und ... hast du mich geliebt?", fragte er.
Augenblicklich lies ich meinen Blick sinken. Ich will das nicht. "Sie sagen das alle. Sie sagen.. deswegen hat Snow dich gefoltert. Weil er mich brechen wollte."
"Das ist keine Antwort auf meine Frage.", sagte Peeta eindringlich. "Ich weiß einfach nicht was ich von diesen gezeigten Aufnahmen halten soll. Vor einem Jahr.. in der ersten Arena.. da sieht es aus als wolltest du mich mit diesen Jägerwesepen umbringen."
"Nicht nur dich. Euch alle!", versuchte ich mich zu erklären. "Ihr habt mich gejagt und ich saß auf diesem Baum fest."
"Dann diese Küsse.. Allerdings von deiner Seite wirken sie nicht besonders echt. Hast du mich gern geküsst?", fragte er.
"Manchmal.. schon.", gab ich zu. "Wir werden in dem Moment beobachtet, weißt du das?"
"Ich weiß. Was ist mit diesem Gale?", er hörte nicht auf zu fragen und mir wurde es immer unangenehmer.
Das was wir hier gerade anfangen zu besprechen, ging die Leute hinter der Scheibe nichts an. Das war eine Sache zwischen mir, Peeta und Gale. "Och, er kann auch gut küssen.", gab ich Konter.
"War das für ihn und mich in Ordnung? Dass du da noch einen anderen geküsst hast?", fragte er.
"Nein, für niemanden von euch war das in Ordnung. Aber ich habe euch nicht gefragt.", sagte ich.
Wieder ein Lachen von Peeta. Doch das war anders. Es war kalt und abweisend. Es lief mir eiskalt den Rücken hinunter. "Du bist ein richtiges Biest, was?"
Haymitch sagte nichts, als ich die Türe öffnete und einfach hinaus lief. Einfach den Gang entlang. Ich bleibe nicht stehen, bis ich wieder zur Tür kam von der ich kam. Hinter der ich Lavinia wieder getroffen habe. Ohne nachzudenken, öffnete ich die Tür und setzte mich auf den Stuhl, auf dem ich vorhin saß. Ich stützte meine Ellbogen auf den Tisch und legte meinen Kopf in meine Handflächen. Mein Blick galt die ganze Zeit der grauen Tischplatte. Das noch andere im Raum waren, realisierte ich nicht. Ich versuchte mich zu beruhigen doch es ging nicht. Es dauerte lange, bis ich begreife, warum ich so aufgebracht bin. Ich sollte mich schämen, so sehr, dass ich es mir nicht eingestehen wollte. Ich habe es immer als selbstverständlich angesehen von Peeta und Gale angehimmelt zu werden. Ich wusste, dass sie nie wirklich sauer auf mich sein konnten, weil sie mich liebten. Doch diese Zeit ist nun vorbei. Peeta sah mich endlich so, wie ich wirklich war. Brutal. Misstrauisch. Selbstsüchtig. Lebensgefährlich.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Mo Aug 11 2014, 02:38

Katniss II Prosper


Wahrscheinlich war es ganz gut, dass Lavinia und ich alleine waren. Ich konnte das Kind um Verzeihung bitten und mit ihr sprechen. Ich war schon überrascht als sie meinte, dass ich ein Freund, nein... Der beste Freund des Mädchens sei... So hatte ich mich nie gesehen. Ich war vielleicht netter zu ihr als andere Kapitoler aber dennoch hatte sie mir im Kapitol dienen müssen und ich hatte oft genug meine Wut an dem Kind ausgelassen. Ich hatte sie angebrüllt, wenn sie in meinen Augen einen Fehler gemacht hatte... Wobei dies abgenommen hatte. Zum einen wurde sie im Haushalt immer besser und zum anderen... Sie war mir treu gewesen. Ich hatte dem Kind vertraut, sie hätte mich für meine Worte verraten können, denn ihr gegenüber war ich mit meiner Meinung über Snow, den Spielen und dem ganzen Kapitol offener als zu anderen gewesen.
Spätestens als sie gequält wurde, damit sie meine Geheimnisse preis gab und damit man Katniss brechen konnte... Spätestens da hätte Lavinia mich nicht mehr als Freund betrachten dürfen. Das Mädchen wusste, dass ich mir für Snow Methoden ausgedacht hatte um die Feinde von Panem zu brechen. Dank mir hatte sie so eine Folterung erdulden müssen.
Ich hatte ihre Freundschaft nicht verdient und ihre Vergebung ebenfalls nicht. Sie war doch nur ein unschuldiges Kind und ich hatte ihr versprochen, dass ihr nichts mehr geschehen würde. Dass niemand ihr je wieder weh tun würde und dann hatte ich sie im Stich gelassen. Ich betrachtete das Gesicht des Mädchens und spürte, wie sie meine Hand drückte. Immer noch war das Blatt bei mir mit dem sie mich aufgemuntert hatte und mir erklärt hatte, dass ich meine Pflicht nicht verriet, nur weil ich Coin half. Sie vertraute Coin nicht, weil ich es nicht tat... Lavinia war jung und trotzdem zu meiner besten Freundin geworden.
„Warum fühlt es sich dann so an?“, wollte ich leise von dem Mädchen wissen und sah auf dem Tisch. „Warum fühlt es sich dann so an als ob ich Panem und so viele Unschuldige opfere?  Dass ich meine Tochter und mein Versprechen an meine Frau opfere? Dass ich Felia hintergehe... Warum fühlt es sich dann so an als ob ich das Falsche tue?“
Das Mädchen sah mich eine Weile an und strich schließlich über meine Wange. Ich schloss meine Augen und spürte ihre Lippen auf meiner Stirn. Wahrscheinlich wünschte Lavinia sich, dass sie jetzt sprechen könnte und ihre Stimme benutzen.
Schließlich spürte ich, wie das Kind ein Blatt zu meiner Hand auf dem Tisch zuschob und las es: Du musst nichts tun, was du nicht willst. Wenn du es mit deinem Gewissen nicht vereinbaren kannst, dann lass es. Wenn Coin, Plutarch oder sonst wer auf die Idee kommen sollte dich deswegen zu bestrafen, werde ich sie eigenhändig erschießen. Ich konnte nicht anders als zu lachen. Es war merkwürdig, immerhin hatte ich seit vierzig Jahren nicht mehr wirklich gelacht. Auch nicht als ich mit Crane befreundet war oder die Zeit im Kapitol als Lavinia bei mir gewesen war. Ich zog das Mädchen in meine Arme und spürte, wie sie ihre Hände auf meine Schultern legte. „Das weiß ich zu schätzen, Kind. Aber du solltest nichts Dummes wegen mir tun. Du weißt doch, dass ich meine Freunde schützen möchte. Du bist meine Freundin... Mehr noch. Für mich gehörst du zu meiner Familie.“, erklärte ich ihr und betrachtete sie. „Ich habe es ihnen versprochen, Lavinia. Ich halte meine Versprechungen  für gewöhnlich. Das war der Preis, damit du in Sicherheit bist und ich muss ihn zahlen.“ Lavinia schüttelte den Kopf, doch ich nahm ihr Gesicht in meine Hände. „Doch, mein Kind. Ich wäre sonst nicht besser als Snow oder Coin.“ Sie machte ein abfälliges Geräusch und ich wollte eben etwas sagen als Katniss wieder rein kam. Sofort ließ ich Lavinia los, doch ihre Hände lagen immer noch auf meinen Schultern und gemeinsam sahen wir, wie das Mädchen mehr oder weniger zusammenbrach. Offenbar hatte sie uns auch nicht wirklich bemerkt und Lavinia sah mich an. Ich zuckte mit den Schultern, spürte wie sie wieder meine Stirn küsste und Lavinia ging zu Katniss. Vorsichtig legte sie dem Spotttölpel eine Hand auf eine Schulter und strich ihr über den Rücken.
„Offenbar ist dein Gespräch nicht so gut gelaufen, Everdeen.“, meinte ich und sah das Mädchen an.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Do Aug 14 2014, 20:07

Katniss II Prosper

"Du bist ein richtiges Biest, was?", immer wieder gingen mir seine Worte durch den Kopf. Irgendwie... nehme ich es Peeta richtig übel, dass er mich so sah wie ich wirklich bin. Ich schwieg als ich in den Raum kam, indem noch Trinket und Lavinia saßen. Ich realisierte sie nicht. Ich nahm sie nicht war. Ich setzte mich einfach auf den Stuhl auf dem ich vorhin schon saß und stand kurz davor zusammenzubrechen. "Ich muss dich sehr geliebt haben.", reflexartig zog sich mein Herz zusammen, als ich wieder diese Worte in meinem Kopf hörte. Wie konnte Snow das nur tun? Peeta ist nun ein anderer Mensch. Eingewebt in falschen Erinnerungen. Und es bestand nur wenig Hoffnung, dass der Junge mit dem Brot jemals wieder zu mir zurückkehrt. Er ist verloren und ich weiß, dass ich damit abschließen muss. Aber das ist immer leichter gesagt als getan.
Ich schreckte auf, als ich eine Hand auf meiner Schulter spürte. Erst jetzt merkte ich... das Prosper und Lavinia immer noch im Raum waren. Sofort riss ich mich wieder zusammen und lächelte das Mädchen leicht an. "Danke..", flüsterte ich und sah zu Effies Vater als er das Wort ergriff. „Offenbar ist dein Gespräch nicht so gut gelaufen, Everdeen.“
Ich lies meinen Blick wieder sinken und betrachtete die Tischplatte. "Nicht wirklich.", sagte ich dann leise. "Er.. sieht mich als Biest." Ich zuckte mit den Schultern und stand auf. Mit langsamen Schritten ging ich zur Tür. "Ich muss ihn einfach.. irgendwie loslassen.", sagte ich noch, sah aber keinen von ihnen an. Dann verließ ich das Zimmer. Verschwand in unsere Wohneinheit. Das war heute einfach alles zu viel.

z e i t s p r u n g - nächster Tag

Ich hatte keine Lust. Ich wollte keine neue Sitzung haben. Ich wollte einfach nur noch weiterschlafen und versuchen Peeta aus meinen Gedanken zu verbannen. Doch ich betrat den Raum, wo bereits Haymitch, Plutarch, Lavinia, Coin, Gale und Prosper auf mich warteten. "Entschuldigt.", sagte ich und setzte mich. Coin sah mich prüfend an, doch ich ignorierte sie. "Gut, dann kommen wir mal zu den Angelegenheiten weshalb wir hier sind.", sagte sie und ich folgte ihren Blick zu Effies Vater. "Sie haben versprochen, wenn Sie die Kleine kriegen, dass Sie uns vernünftiges Material liefern.", meinte sie und ich schielte zu Gale. "Was hab ich damit zu tun?", murmelte ich ihm zu und er zuckte mit den Schultern. Er wird wohl da sein, weil ich vor einigen Wochen Coin keine Wahl lies, dass ich ihn an meiner Seite brauchte. Wo sie sofort dachte, dass ich ihn als meinen Geliebten haben wollte. Geliebten. Peeta aus meinen Gedanken zu verbannen ist wirklich leichter gesagt als getan. Er schleicht sich immer noch immer wieder hinein. Ich lies Trinket nicht zu Wort kommen und sah Coin an. "Was hab ich damit zu tun?", fragte ich noch immer heiser. "Ich mein...", schnitt ich an als sie die Hand hob und mich somit unterbrach. "Zu dir kommen wir gleich.", sagte sie und sah mich unbeeindruckt an. So wie immer. Dann wendete sie sich wieder Effies Vater zu. "Also. Ich will, dass Sie heute Propos machen.", sagte sie und ich sah zu Effies Vater. Er hatte keine andere Wahl. Er muss es machen, aber dafür ist Lavinia nun in Sicherheit.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Do Aug 14 2014, 21:09

Everdeen hatte offenbar gar nicht gemerkt, dass Lavinia und ich noch hier waren und vielleicht hätten wir das auch nicht mehr sein sollen. Ich hätte mit dem Kind aus dem Raum gehen sollen und sie zu... Coins Leuten bringen sollen. Dort, wo sie wirklich in Sicherheit war. Doch ich hatte mit ihr sprechen wollen und ich hatte nicht gewusst, ob das Kind später noch etwas mit mir zu tun haben wollte. Ich war froh, dass es Effie gut ging und Snow ihr nichts angetan hatte. Ich wünschte mir nur, dass ich Felias Kind und Lavinia gemeinsam aus dem Kapitol hätten schicken können. Hier wären sie in Sicherheit gewesen und ich hatte wirklich kein Problem damit, wenn Snow mich hätte vernichten wollen. Egal, ob er meinen Ruf vernichtet oder mir mein Leben genommen hätte... Meine Tochter und das Mädchen wären in Sicherheit gewesen.
Seltsamerweise war Lavinia nicht wütend auf mich oder verachtete mich. Sie sah mich immer noch als Freund und das war wohl etwas, das ich einfach nicht verstehen konnte. Ich war kein Mann, den man gerne als Freund haben wollte. Sie sprach mir sogar Mut zu und erklärte, dass ich weder meine Familie noch Panem verriet, wenn ich Coin half. Sie vertraute der Präsidentin sogar nicht, wenn ich es nicht tat. Auf ihre letzte Nachricht hatt ich lachen müssen. Es war nicht, weil ich nicht daran glaubte, dass sie ihr Wort hielt... Eher, weil sie es mir gab. Für mich würde sie Coin und die anderen erschießen, wenn sie mich bestrafen wollten.
Doch ich wollte das nicht und ich erklärte ihr, dass ich nicht besser als Snow oder Coin wäre, wenn ich nun mein Versprechen nicht einhielt. Sie hatte ein abwertendes Geräusch gemacht aber bevor ich etwas sagen konnte, war Everdeen reingekommen. Lavinia war zu ihr gegangen zu sie zu trösten und offenbar hatte sich Peeta ihr gegenüber sehr unausstehlich verhalten. Sie tat mir leid und ich seufzte bei ihren Worten. Doch bevor ich etwas sagen oder Lavinia etwas schreiben konnte, verschwand das Mädchen. Auch ich stand auf und ging zu dem stummen Mädchen. „Ich denke, wir sollten jetzt dafür sorgen, dass du ein Zimmer bekommst.“ Sie nickte und ergriff meine Hand um aufzustehen.
Es war nicht einfach gewesen dem Kind klar zu machen, dass es besser für sie war, wenn sie alleine wohnte. Ich wollte nicht, dass sie wegen mir isoliert war und das würde sie wohl, wenn Lavinia bei mir war. Schließlich einigte ich mich mit dem sturen Ding auf den Kompromiss, dass sie in der gleichen Ebene lebte und auch mehr oder weniger neben mir.
Letztlich war das doch gut, denn mitten in der Nacht hörte ich, wie sie schrie. Albträume... Die hatte sie schon am Anfang gehabt als sie bei mir gelebt hatte aber damals hatte ich mich gezwungen Lavinia in Ruhe zu lassen aber jetzt ging ich zu ihr und sorgte dafür, dass sie wach wurde. „Es ist alles gut, Kind.“, sagte ich leise und strich über ihre Wange. „Du bist in Sicherheit. Dir passiert nichts und sie werden dich nie wieder kriegen. Weder in dem Wald noch sonst wo. Du bist in Sicherheit.“ Lavinia sah mich angsterfüllt an und schluckte schwer. Ich seufzte und lächelte leicht sanft. „Vor ein paar Monaten sind deine Träume doch besser geworden, Kind.“ Sie nickte und sah zur Seite.
Offenbar hatten ihre Erfahrungen im Kapitol diese verschlimmert. Ich spürte, wie sie meinen Ärmel festhielt und lächelte. „Ich geh nicht, versprochen. Ich bleib solange, wie du möchtest.“ Lavinia lächelte erleichtert und schloss die Augen.

+++ Zeitsprung: nächster Tag+++


Am nächsten Tag war ich mit Plutarch allein in dem Konferenzraum und ich wusste, dass Coin und die anderen bald herkommen würden. Ich wusste immer noch nicht, was ich tun sollte aber ich wollte nicht, dass Lavinia in Gefahr geriet. Ich traute Coin durchaus zu, dass sie dem Mädchen irgendwie weh tun könnte oder dafür sorgte, dass sie von mir getrennt war. Doch ich machte mir auch um Effie Sorgen und dann war da noch die einfache Tatsache, dass ich Panem verriet, wenn ich Coin half. Als Lavinia den Raum betrat, setzte sie sich neben mich und ich sah auf den Tisch. Ich war froh, dass in der Ebene kaum jemand war und so hatte ich mich an diesem Morgen wieder in meine Wohneinheit gestohlen. Ich war auch nicht zum Frühstück gegangen sondern direkt hierher. „Guten Morgen, Lavinia.“, meinte Plutarch und lächelte. Die Avoxin nickte und sah dann zu mir. Sie erinnerte sich wohl auch an unser Gespräch und fragte sich, was ich nun tun würde.
Coin betrat den Raum mit Gale und sah zu dem Mädchen und dann zu mir. Ich wusste, dass sie mir sagen würde, dass ich heute das Propo machen sollte und erwiderte ihren Blick.
Schließlich kam Katniss, die sehr verwundert war, warum sie hier her kommen sollte aber Coin erklärte, dass ich meinen Teil der Abmachung erledigte. Doch bevor ich antworten konnte, kam Katniss dazwischen und ich sah zu Lavinia. Diese ergriff meine Hand und rutschte näher zu mir.
Hoffentlich haben die anderen das nicht bemerkt., dachte ich und sah dann wieder zu Coin. Lavinias Worte kamen mir wieder in den Sinn: Du musst nichts tun, was du nicht willst... Eine Lüge und das wusste ich. Ich hatte mich mit ihr erpressbar gemacht und das wussten sowohl Coin als auch ich.
„Was wollen Sie, dass ich erzähle?“, fragte ich die Präsidentin und diese lächelte. „Alles. Alles, was Sie über Snow, das Kapitol, die Distrikte und die Friedenswächter wissen. Wir wissen, dass Sie am Anfang in der Verwaltung dieser Abteilung gearbeitet haben und dass Sie sich nie ganz aus den Geschäften der Friedenswächter herausgehalten haben.“
Himmel, wenn sie das alles selbst wusste, dann sollte sie doch dieses verfluchte Propo machen! Wieder sah Lavinia mich an und ich nickte schließlich. „Sehr schön...“, meinte Coin und lächelte mich kalt an. Ich wusste genau, was Lavinia jetzt schreiben würde, wenn sie könnte.
Ich mag sie nicht, Prosper... Ich war definitiv zu lange mit dem Kind zusammen.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Mo Aug 18 2014, 16:35

Katniss II Prosper

Ich merkte wie Haymitchs Blick eine Zeit lang auf mir ruhte. Machte er sich Sorgen? Wegen gestern? Nun, im Grunde habe ich in der Nacht kaum geschlafen. Ich habe eher nachgedacht, als ich doch einschlief. Mit dem Medaillon in der Hand das mir Peeta in der Arena am Strand ummachte. Ich nahm ihm das eigentlich richtig übel, dass er mich so sah wie ich wirklich bin. Ich vermisste den Jungen, den ich damals auf der ersten Reise ins Kapitol kennen lernte. Den ich am Anfang unberechenbar fand und das war er auch weiterhin. Doch in einigen Dingen habe ich erkannt zu wissen wie er tickte. Allerdings war dieser Junge nicht mehr da. Man konnte ruhig davon behaupten, dass er gestorben sei. Auch mein Blick ruhte auf meinem Mentor. Vielleicht sah man mir an, dass ich nicht viel schlief und er wusste den Grund. Aber er brauchte sich keine Sorgen machen. Mir geht es gut. Ein weiterer Mann war im Raum, den ich nur vom sehen her kannte. Ich glaube man nennt ihn Boggs. Einer von Coins Soldaten. Guten Soldaten.
Ich lies Effies Vater und die Präsidentin reden, als ich mich Gale zuwandte, weil ich nicht wirklich wusste, was ich hier tat. Wozu der Spotttölpel gebraucht wird. Ich seufzte leise, damit ich deren Gespräch nicht unterbrach. Ich sah, dass es Trinket nicht gefiel, aber er hatte es versprochen und es konnte uns sicher helfen. Als Coin das Gespräch mit einem „Sehr schön...“ beendete, sah sie wieder mich an. Unbeeindruckt wie immer. "Kommen wir zu unserem Spotttölpel.", sagte sie und ihre Gesichtsmuskeln blieben unberührt. Sie konnte mich nicht leiden, das bemerkte ich. "Ja?", sagte ich und lehnte mich leicht zurück. "Wir können dich hier nicht gebrauchen.", fing sie an und ich spannte mich an. Was sollte das nun? Obwohl ... wenn sie mich irgendwo hinschicken würden, würde ich vielleicht Peeta ... "Dann schickt mich weg.", sagte ich ohne nachzudenken. Haymitch war unbeeindruckt doch ich sah im Augenwinkel wie Gale besorgt wurde. "Und... wohin willst du?", fragte Coin und ich dachte kurz nach. 8 ... nein. 9 ... nein. Kapitol... ja, das wars. "Ich will ins Kapitol.", sagte ich und dies blieb auch erst ein paar Sekunden in der Luft hängen.
"Das kommt nicht infrage.", sagt Plutarch. "Wir haben noch nicht alle Distrikte auf unserer Seite. Das Kapitol ist noch zu stark."
"Gut, welche fehlen? Welche Distrikte?", fragte ich
"2..", brummte Haymitch und ich nickte.
"Dann schickt mich nach Distrikt 2.", beschloss ich und sah Coin an. Aus ihrer Miene konnte ich nichts lesen. Ich wusste nun nicht ob sie das annahm oder nicht. "Dich direkt wegzuschicken, daran hatte ich eigentlich nicht gedacht. Wieso willst du unbedingt weg?", fragte sie mich kalt. Ihr sagen, dass ich über Peeta hinweg kommen will, ist wohl nicht das beste. Aber mir fiel noch was anderes ein. "Ich nütze euch doch in Gefahr mehr als in Sicherheit, haben wir in 8 festgestellt.", antwortete ich und auf ihren Lippen bildete sich eine kleine Andeutung von einem Lächeln, wenn nicht Grinsen. Ich wusste sie würde meinen Vorschlag doch annehmen. Ich ignorierte alle anderen im Raum und sah nur noch Coin an. "Gut. Wie du wünschst.", sagte sie. "Soll dein treuer Hund an deiner Seite auch mit?"
Ich spürte wie sich Gales Körper anspannte, er aber mich erwartungsvoll ansah. Ich schüttelte den Kopf. "Ich gehe nur mit Begleitern aus 13.", erwiderte ich. Ich konnte schlecht sagen, dass ich Gale nicht dabei haben wollte, weil ich dann schlechter über Peeta trauern kann. Da würde erstens ein dummer Spruch von Coin kommen und zweitens wäre Gale verletzt. Und ich wollte beides nicht. Ich brauchte einfach ein wenig Zeit für mich.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Do Aug 21 2014, 19:31

Katniss II Prosper

Nachdem alles zwischen mir und der Präsidentin geklärt war, wandte sie sich an Katniss Everdeen. Ich fragte mich, ob ich gehen oder bleiben sollte, denn eigentlich ging mich ihr Gespräch nichts an. Doch ich war neugierig, was Coin mit „ihrem“ Spotttölpel vorhatte. Es wurde Zeit dem Präsidenten zu zeigen, dass sein Plan Katniss zu zerstören und zu besiegen noch nicht funktioniert hatte. Ich war müde und ich musste zugeben, dass Coin mich mit ihrer... Bitte, wenn man es so nennen konnte, zermürbt hatte. Ich wusste nicht, ob ich das wirklich schaffen würde aber mir war klar, dass ich auch keine andere Wahl hatte. Effie... Er würde meine Tochter einsperren aber ihr nicht weh tun. Es war richtig gewesen, dass ich sie im Kapitol gelassen hatte, zumindest versuchte ich es mir einzureden.
Und es war richtig Lavinias Überleben zu sichern... Ich zog sie nicht meiner Tochter vor, denn anders als mein Kind hatte Lavinia niemanden mehr, der für sie einstehen könnte. Das Mädchen mochte Katniss vertrauen aber... Katniss war sich nicht einmal sicher gewesen, ob das Kind noch am Leben war.
Im Grunde warst du doch auch nicht sicher... Ich lauschte dem Gespräch und merkte, wie sich Lavinia neben mir verspannte. Offenbar gefiel es ihr gar nicht, dass man Katniss aus dem Distrikt schaffen wollte aber offenbar hatte sie selbst nichts dagegen. Ich musste leicht lachen als Katniss meinte, dass sie ins Kapitol wollte. Eine bessere Idee gab es nicht um das Mädchen zu töten. Mochten die Bewohner des Kapitols die junge Frau noch lieben, so taten es die Friedenswächter dort bestimmt nicht. Wenigstens war Plutarch nicht so dumm um sich auf diesen Vorschlag einzulassen. Ich schwieg und ließ die anderen sprechen. Doch als Haymitch die Nummer meines Geburtsdistriktes nannte, sah ich auf. Irgendwie war mir klar gewesen, dass 2 und 1 sich weigerten gegen das Kapitol zu ziehen. Sie hatten es besser als die anderen und in meinem Distrikt wurden die Friedenswächter ausgesucht und ausgebildet. Wahrscheinlich dachten die Bewohner der anderen Distrikte, dass die Friedenswächter nur aus dem Kapitol kamen aber aus diesem kamen die wenigstens. Nur jene, die kein Geld für die Schulden hatten und lieber 10 Jahre diesen Dienst verrichten wollten.
Katniss wandte sich nur an Coin, so wie diese sich nur an mich gewandt hatte. Ich hingegen sah zu Lavinia und lächelte als ich die geschlossenen Augen bemerkte. Drei Mal war sie wieder erwacht in dieser Nacht und jedes Mal schien sie erleichtert  gewesen zu sein, dass jemand bei ihr war... auch wenn nur ich es war.
Nachdem Katniss alles geklärt hatte, stand ich auf und ging aus dem Raum. Ich hörte Plutarch nicht mehr, der seufzte und sich an Lavinia wandte. „Sagst du ihm bitte, dass er in ein paar Stunden hier her kommen soll, wegen den Aufnahmen?“ Lavinia nickte unsicher und stand auf. Kurz lächelte sie Katniss an und ging ebenfalls.

Fast einen halben Tag später war ich allein in meiner Wohneinheit und saß erschöpft auf einem Stuhl. Die Aufnahmen hatten mich vollkommen ausgelaugt und ich wusste immer noch nicht, ob es wirklich in Ordnung gewesen war Coin und wohl auch den anderen Distrikten gemeinsam mit dem Kapitol so viel zu erzählen. Ich hatte mich lediglich noch geweigert die Namen meiner Informanten preiszugeben. Lavinia hatte ich fortgeschickt, es war nicht klug, wenn sie nur bei mir war. Sie brauchte Freunde in diesem verdammten Distrikt und ich war da keine gute Wahl, das würde das Kind schon früh genug merken...
Ich schreckte auf als ein Klopfen erklang. Offenbar war ich eingenickt aber ich konnte mich nicht wirklich erinnern, ob und was ich geträumt hatte.
„Herein..“, rief ich und rechnete eher mit Lavinia aber es war nicht das stumme Mädchen, sondern Katniss Everdeen. Ich erhob mich leicht und meinte etwas spöttisch: „Miss Everdeen, was verschafft mir die Ehre Ihres Besuches?“ Kläglich versuchte ich mehr oder weniger den Rest meiner Würde aufzusammeln, die wegen Coin, Lavinia und den Aufnahmen gelitten hatte.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Mo Aug 25 2014, 10:44

Katniss II Prosper

Es war perfekt. Ich konnte in 13 ... unter Druck einfach kein gescheites Material hinbekommen. Das wissen sie. Außerdem kann ich in einem anderen Distrikt wieder stärker werden. Für meine Aufgabe. Ich töte Snow. Die Entfernung zu Distrikt 13 kann mir auch helfen über Peeta hinweg zu kommen. Ihn loszulassen. Ich muss ihn einfach loslassen. Es ist besser für ihn und für mich. Der Alte Peeta ist gestorben. Er existiert nicht mehr und derjenige der Schuld daran hat, wird bald schon büßen. Ich werde ihn ein Pfeil direkt in sein Herz abschießen. Dann hat der ganze Albträum ein Ende. Mir ist klar, dass ich nicht die einzige bin, die wohl Rache an diese Schlange haben will und auch Coin meinte, dass wir dann eine Münze werfen, doch ich werde es tun. Mein fester Entschluss. Und dafür werde ich stärker werden müssen. Kräftiger. So wie damals.
Als ich meinen Wunsch äußerte im Kapitol abgesetzt zu werden, ging mein Blick zu Prosper Trinket, der zu Lachen anfängt. Es mag sein, dass das naiv ist, aber mir ist mittlerweile eigentlich vollkommen egal was mit meinem Leben passiert. Mein Vorschlag mich ins Kapitol zu fliegen, wurde wie erwartet abgelehnt. Es war noch zu stark, da wir noch ein paar Distrikte nicht auf unserer Seite hatten. Gut, dann eben ein Distrikt.
"Gut. Dann ist das auch geklärt. Heute Abend fliegst du nach 2. Wir werden dort ... Rebellen informieren und sie bitten dich bei ihnen aufzunehmen.", erklärte Coin und ich nickte ihr zu. Ich komme heute noch hier weg. Gott sei Dank.
Ich hörte wie die Tür ins Schloss fiel und drehte meinen Kopf zu dieser. Trinket war gegangen. Vielleicht wollte er sich auf die Aufnahmen vorbereiten. Leicht wird es ihm nicht fallen. Plutarch wies Lavinia, mein ehemaliges Avox-Mädchen, an das sie ihm ausrichten sollte wann die Aufnahmen begannen. Bevor sie den Raum verlies lächelte sie mich nochmal an und ich versuchte es zu erwidern. Es musste krampfhaft ausgesehen haben. "Wir sind fertig.", sagte Coin und mein Blick richtete sich wieder auf die Frau, mit den grauen Haaren. Sie guckte auf die Uhr und dann auf ihren Plan auf ihrem Arm. "Wir sehen uns.", sagte sie und ich nickte. Dann verlies sie den Raum, was ich ihr gleich tat. Gale folgte mir und packte mich am Arm. "Du willst gehen?", fragte er und ich sah ihn an. Nach ein paar Sekunden, bekam ich dennoch auch nur ein Nicken heraus. "Wieso? Ist es wegen Peeta?", hakte er nach. Ich kann ihm nichts vormachen. "Mit unter anderem. Aber ich will auch nützlich sein. Ich will wieder zu Kräften kommen. Das kann ich am besten, wenn ich mich draußen bewege.", antwortete ich und starrte meinen besten Freund weiter an. "Und ich darf nicht mit?", fragte er wieder. "Nein, ich will ... ich brauche ein wenig Zeit für mich.", erwiderte ich. "Okay.", sagte er und blickte auf seinen Arm. "Ich muss los ... Beetee wartet sicher im Waffenlager schon auf mich.", sagte er und verschwand. Irgendwie drehte sich mein Magen, als ich daran dachte, Gale vielleicht wieder verletzt zu haben.

Am Abend machte ich mich reise fertig. Verabschiedete mich bei meiner Mutter und meiner kleinen Schwester. Küsste sie zum Abschied und flüstere ihnen zu, dass ich sie liebe. Dann verabschiede ich mich bei Gale und lies ihn wieder zu Beetee. Er war nun öfter bei ihm die letzten Tage. Ich habe auch mitbekommen an was sie arbeiten. An eine besondere Bombe, deren Verlauf mir nicht wirklich gefiel.
Dann fiel mir noch wer einen Abschied auch noch verdient hatte. So ging ich zu Lavinia und lächelte sogar diesmal etwas weniger krampfhafter. Dann klopfte ich noch bei Trinket, der mich nach einigen Sekunden herein bittet.
„Miss Everdeen, was verschafft mir die Ehre Ihres Besuches?“, ich erkannte seinen Ton und mein Blick verfinsterte sich. Ich räusperte mich kurz. "Ich wollte mich von Ihnen verabschieden.", meinte ich und lockerte meinen Blick nicht. Ich wollte mich von ziemlich jeden verabschieden, denn ich wusste nicht ob ich zurückkomme. Es kann sein, dass dort eine Schießerei beginnt und ich getroffen werde. Tja, Schicksal. Aber mir ist das egal. Vielleicht wusste das Trinket auch.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Mo Aug 25 2014, 20:47

Katniss II Prosper
Ich hatte mich bei den Aufnahmen sehr konzentriert und hatte gewusst, dass Coin wahrscheinlich immer noch mehr von mir erwartete. Sie wollte wohl, dass ich sie, wie so viele andere es taten, als Snows Nachfolgerin sah. Doch ich war da wohl eher wie Everdeen und auch, wenn mein Wort in dieser Sache nicht viel galt, außer vielleicht für ein paar Kapitoler... Wenn Katniss sich nicht hinter Coins Ansprüche stellte, dann war sie eine Gefahr für die Frau. Coin wusste das, ich wusste das und auch andere von Coins Männern wussten das. Die Frage war nur, ob es Everdeen und ihren Freunden klar war. Im Grunde brachte in diesem Moment ein toter Spotttölpel Coin mehr als eine lebendige Katniss Everdeen, die ihr jederzeit die Macht streitig machen konnte. Everdeen konnte man ohnehin ansehen, was sie vom 13. Distrikt hielt.
Im Grunde konnte es mir egal sein, wer Snows Nachfolger werden würde. Selbst wenn sie mir keinen Prozess machten und mich am Leben ließen, so war mir klar, dass es nicht mehr lange dauern konnte bis ich meiner Frau endlich folgen würde. Zumindest erhoffte ich es mir...
Vierzig Jahre waren doch nun schon genug Zeit um mich quälen zu können und ich wusste, dass ich in Coins neuer Welt keinen Platz finden würde. Zu meiner Eitelkeit musste ich zugeben, dass ich einen natürlichen Tod eher vorzog als diesem Weibsbild die Gelegenheit zu geben für meinen Tod verantwortlich zu sein.
Offenbar musste ich eingeschlafen sein, wobei dies auf dem Stuhl eine recht ungemütliche Art war. In letzter Zeit war ich zu oft in Gedanken und hatte mich in meine Vergangenheit geflüchtet. Früher hatte ich mich eher davor gefürchtet und jeden Gedanken an meine Frau vermieden. Ich hatte nicht an sie denken wollen und an meinem Fehler als ich ihr zweimal nachgegeben hatte. Das erste Mal als ich sie geküsst hatte um ihr zu zeigen, dass ich sie nicht einfach nur mochte, sondern mehr da war. Ich hätte mich lieber an meinen Plan halten sollen und es bei einer Freundschaft belassen sollen um mich später davon zu stehlen. Ich hätte wieder in einem der Distrikte Friedenwächter werden können und dem Kapitol den Rücken kehren. Stattdessen war ich geblieben und hatte Felia einen Antrag gemacht.
Der zweite Fehler war meine Zustimmung gewesen, dass sie die Kinder bekommen sollte, die meine Frau unbedingt gewollt hatte.

Doch diese Gedanken vertrieb ich und rief den unangemeldeten Besucher herein. Es war Everdeen... In letzter Zeit hatten wir uns mehr oder weniger angenähert. Spätestens bei der Tatsache, dass ich Lavinia hatte retten wollen, musste sie wohl davon überzeugt sein, dass ich doch ein guter Mensch war und man mich unter Umständen mögen könnte.
Du fürchtest dich nicht vor einem Krieg, weil du dann alles verlieren könntest... Du fürchtest dich davor, weil du ganz genau weißt, dass auch die Gewinner zu den Verlierern gehören.. Ich schüttelte leicht den Kopf um Felias Stimme zu vertreiben. Dies war ihr Argument gewesen, warum ich nicht so bösartig und schlecht sein konnte, wie man es von mir sagte. Damals hatte ich beschlossen mich von der Frau fernzuhalten und nun... hatte ich wieder mein höhnisches Verhalten vom Kapitol.
Du machst das, damit man dich nicht mag... Sobald ein Mensch dich nur irgendwie mag, bist du wieder gemein oder höhnisch, damit sich der gute Eindruck verflüchtigt... Bei Everdeen hatte ich es offenbar geschafft, denn ihr Blick verfinsterte sich. Sollte sie mich doch wieder hassen, umso besser. Nun musste ich es nur wieder bei Lavinia und Plutarch schaffen. Es war für das Kind besser, wenn sie mich nicht mehr mochte sondern mich wieder als bösartigen und grausamen Mann sah. Katniss verabschiedete sich von mir und hielt meinem Blick stand. Ich hingegen spürte, wie meine gemeine Ader in sich zusammensank. Ich war zu zermürbt um wieder jeden in meiner Nähe zu vergraulen.
„Ich...Viel Glück, Katniss.“, sagte ich leise und trat einen Schritt auf sie zu. „Ich hoffe, du schaffst es und... komm heil wieder, Kind.“ Ich wusste, dass es Katniss im Grunde egal war aber die Menschen brauchten sie. Ihre Familie brauchte sie und Peeta tat dies auch. Er mochte nicht mehr der gleiche sein aber er brauchte das Mädchen um wieder zu Verstand zu kommen. „Gib ihn nicht auf, Katniss.“, erklärte ich leise und sah das Mädchen an. „Peeta hat dich noch nie so sehr gebraucht, wie jetzt.“
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BeitragThema: Re: Revolution.   Mo Sep 01 2014, 00:42

Katniss II Prosper

Ich habe lange überlegt von wem ich mich verabschieden werde. Ich musste genau überlegen, denn ich wusste nicht, ob ich wieder kam. Mir war das auch nicht mehr wichtig. Ich habe mich vor einigen Wochen schon von meinem Leben verabschiedet, weil ich Peeta retten wollte. Allerdings konnte ich ihn nicht retten. Eigentlich kann ich gar niemanden retten. Aber sie glauben an mich und mich hält nur noch ein Gedanke: Ich töte Snow.
In Distrikt 2 werde ich neue Kraft schöpfen. Ich werde stärker werden. Ihn erledigen. Ich habe von einigen gehört, dass in 2 noch viele für Snow sind. Deswegen bin ich mir nicht sicher, ob ich diesen Distrikt jemals wieder lebend verlassen werde. Vielleicht nütze ich den Rebellen nun tot auch mehr? Sie hätten sich von Anfang an überlegen sollen wen sie retten. Sie hätten sich für Peeta entscheiden sollen. Mit seiner Zunge und seinem Charme hätte er ihnen viel mehr helfen können, als ich es bisher getan habe. Nun kann er es nicht mehr. Er ist nicht mehr er selbst. Er ist eine Mutation von Snow. Eingewebt. Gefangen in unrealen Illusionen und er wird nie wieder zu mir zurückkehren. Ich seh da einfach keine Hoffnung mehr.
So verabschiedete ich mich bei ziemlich allen die mir nahe stehen. Meiner Mutter, Prim, Gale, Beetee. Alle die vielleicht der Ansicht sind, dass ich wieder zurückkehre. Ich sehe es als 50:50 Chance. Kurz überlegte ich, von wem ich mich noch verabschieden konnte. Prosper Trinket vertraue ich bis heute nicht, aber er hat mir zugehört und hat mir Mut gemacht, dass ich Peeta retten könnte. In dem Sinne, habe ich ihn gerettet. Er ist weg von Snow. Er ist hier in 13. In Sicherheit. Doch nicht mehr er selbst. Bevor ich zu Mr. Trinket ging, begegnete ich Lavinia, entschied mich, mich auch bei ihr zu verabschieden.
Prosper war merkwürdig zu mir, aber mich störte es nicht. Trotzdem verfinsterte sich mein Blick. Betrachtete jeden seiner Schritte. „Ich...Viel Glück, Katniss.“, hörte ich ihn plötzlich ruhig sagen und lockerte meinen Gesichtsausdruck wieder. „Ich hoffe, du schaffst es und... komm heil wieder, Kind.“ Daraufhin zuckte ich nur mit den Schultern. Er wusste sicher, dass es mir mittlerweile mehr als egal war, was mit mir passierte. "Danke. Mal sehen, wie es in 2 wird.", sagte ich monoton. Ich werde mir wohl jeden Tag eine Liste machen, was zu tun ist. Und immer wird als erstes stehen: von Peeta Abschied nehmen. „Gib ihn nicht auf, Katniss.“, ich zuckte leicht bei den Worten und sah Trinket in die Augen. Dabei öffnete sich leicht mein Mund, um etwas zu sagen. „Peeta hat dich noch nie so sehr gebraucht, wie jetzt.“ Wieder lies ich meinen Blick senken. "Um ehrlich zu sein...", schnitt ich an. "Will ich auch hier weg um von ihm loszulassen. Um ihn zu trauern. Der Peeta der mir damals seine Liebe stand... vor ganz Panem... existiert nicht mehr. Man kann sagen, dass er tot.", erklärte ich ihm und seufzte. "Aber naja. Ich werde damit schon fertig." Ich lächelte leicht. "Ich wollte mich nur noch von Ihnen... ich mein, dir, verabschieden.", fügte ich hinzu.
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BeitragThema: Re: Revolution.   Mi Sep 03 2014, 19:47

Katniss II Prosper

Natürlich wusste ich, dass es Katniss egal war, ob sie lebend wieder kam. Im Grunde war sie genauso lebensmüde, wie ich. Aber im Gegensatz zu mir hatte sie ihre Familie noch, die sie liebte und auch wenn Peeta nicht mehr der gleiche Junge war, so war er immer noch am Leben und es bestand die Chance, dass er geheilt wurde. Ich hatte keine wirkliche Familie mehr. Meine Tochter hasste mich und Lavinia... Auch, wenn sie mich nicht hasste, so war sie weder mein Kind, noch meine Enkelin. Meine Frau war tot und auch sonst gab es niemanden mehr, den ich geliebt hatte oder der mich geliebt hatte. Mein süßes Sommerkind war tot und sie würde nicht mehr wieder kommen. Felia hatte gelogen als sie mir versprochen hatte immer wieder zu mir zurück zu kommen. Ich hatte auf sie gewartet und seit fast 41 Jahren war sie es nicht mehr.
Sommerkind... Immer wenn ich Felia so genannt hatte, dann hatte sie mich angesehen als ob sie sich gefragt hatte, ob ich sie nun ernst nahm oder nicht. Aber sie war eines gewesen. Im Sommer geboren und im Kapitol aufgewachsen. Sie hatte nie den harten Winter in den unteren Distrikten gekannt, auch wenn ihr Schnee und Eis durchaus ein Begriff waren.
Ich sagte Katniss, dass sie Peeta nicht aufgeben sollte und er sie noch nie so sehr gebraucht habe. Peeta hatte sich selbst verloren und brauchte er Hilfe um sich wieder zu finden. Wer konnte ihm da besser helfen als das Mädchen, das er geliebt hatte und das ihn liebte. Der Bäckersjunge war Katniss nicht egal, immerhin hatte sie Coin mehr oder weniger dazu gezwungen ihn hier her und damit in Sicherheit zu bringen. Ich hörte ihre Worte und presste die Lippen zusammen. Tot... Katniss hatte keine Ahnung, was es wirklich bedeutet, wenn der Mensch, den man liebt und mit dem man sein ganzes Leben verbringen wollte, gestorben war. Wenn man ihn nicht mehr sehen konnte, sondern nur noch dieses lächerliche Grab hatte. Wenn man versuchte sich einzubilden, dass der Mensch da war und einem zuhört, wenn man mit diesem idiotischen Stein spricht. Ich hatte es irgendwann aufgegeben und nach ein paar Monaten war ich nicht mehr zu dem Grab gegangen. Ich hatte den Anblick dieser Stätte nicht mehr ertragen können. Der Gedanke, dass mein süßes Sommerkind unter der Erde lag und in einem Sarg verrottete, während ich am Leben war, war unerträglich für mich gewesen. Wäre die Welt gut und gerecht, dann wäre Felia am Leben gewesen und ich wäre gestorben. Sie war ein besserer Mensch als ich gewesen und sie hatte den Tod nicht verdient.
„Du hast keine Ahnung, wie es ist, wenn der Mensch, den man liebt wirklich tot ist.“, sagte ich leise und ging nicht auf ihre Worte ein. „Peeta ist hier. Er ist vielleicht nicht mehr derselbe aber du kannst ihn sehen und mit ihm reden. Es besteht die Chance, dass man ihn heilen könnte und Peeta würde dich nicht aufgeben, wenn die Situation anders wäre. Peeta würde alles dafür geben, damit du zu ihm zurückkommst und du? Du lässt ihn fallen.“ Ich betrachtete das Mädchen und verzog meine Lippen zu einem zynischen Lächeln. „Du schützt nicht ihn, du schützt dich selbst. Du kannst den Gedanken nicht ertragen, dass er dich nicht verehrt und nein, nicht du bist diejenige, die mit seinem Zustand fertig werden sollte. Er ist derjenige, der darunter leidet. Er ist derjenige, der nicht weiß, was und wem er glauben kann. Und die einzige, die es kann, die lässt ihn fallen und verschwindet um zu einem Selbstmordkommando zu kommen. Als wir uns im Speisesaal unterhalten haben, da dachte ich, dass du ihn wirklich liebst, selbstlos liebst aber offenbar bist du viel zu selbstsüchtig um damit klar zu kommen, dass er dich nicht mehr einfach so liebt. Du kommst nicht damit klar, dass du jetzt etwas tun musst, dass du dir seine Liebe verdienen musst.“ Wahrscheinlich war ich zu hart aber meine Wut war...zu groß. Wie konnte sie es wagen zu behaupten, dass Peeta tot war? Er war am Leben und er hatte es nicht verdient, dass sie ihn nun so behandelte. Ich hatte damals versucht mir Felias Liebe zu verdienen, auch wenn sie mir immer wieder gesagt hatte, dass ich das nicht tun müsste. Sie hatte mich um meiner selbst Willen geliebt und trotzdem hatte ich versucht ihr jeden Wunsch zu erfüllen und ihr zu zeigen, dass sie es nicht bereuen müsste mich gewählt zu haben. Ich hatte versucht ihr zu zeigen, dass ich für sie da sein und sie vor allem schützen würde. Sogar über ihren Tod hinaus war ich ihr treu geblieben und versucht zu beweisen, dass ich sie nicht einfach fallen lassen würde. „Der Peeta, der damals vor ganz Panem gesagt hat, dass er dich liebt, den gibt es noch. Er ist da, nur weiß er nicht, wie er zurückkommen kann und es wäre deine Aufgabe ihm zu helfen. Stattdessen läufst du lieber weg. Hast du wirklich geglaubt, dass alles wieder so sein würde, wie früher, wenn er hier ist? Hast du wirklich gedacht, dass Peeta ohne einen Kratzer aus dem Kapitol kommen würde? Wie naiv du doch in Wahrheit bist.“
Mein süßes, naives Sommerkind...
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