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Willkommen im BURN
Wir heißen dich herzlich willkommen im You burn with us oder kurz Burn. Es freut uns, dass du hergefunden hast. Eigentlich ist das Burn schon fast ein Jahr alt, aber es wurde umgebaut und nun ein Neustart gewagt. Es handelt sich hier um ein Hunger Games RPG das nach Catching Fire gespielt wird. Wir wollen keine Spiele spielen, da dies nach Erfahrungen kompliziert wird und haben uns auch deswegen eher auf den dritten Teil der Panem Saga konzentriert. Es würde uns freuen, wenn auch du zu uns stoßen würdest! Bist du mindestens 16 Jahre und kennst dich ein wenig in der Panem-Welt aus? Dann schnapp dir einen unserer freien Charaktere! Oder du übernimmst ein Gesuch von einem User, wo du nur wenig wissen über die Welt von Panem haben musst.
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 The bloodhound and the dumb bird

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BeitragThema: The bloodhound and the dumb bird   Mo Aug 04 2014, 23:00

Prosper & Lavinia
nach den 74. Hunger Spielen und fortlaufend

Seit einer Woche waren die 74. Hunger Spiele vorbei und die Aufregung hatte sich etwas mehr gelegt. Katniss Everdeen war bis zur Tour wieder in ihrem Distrikt und Seneca.... Seneca war tot. Snow hatte ihn vor die Wahl gestellt, entweder einen ehrenvollen Tod mit den Beeren oder eine öffentliche Hinrichtung. Seneca hatte sich für die Beeren entschieden, mein Freund war allein gestorben und ich versuchte mir einzureden, dass es Seneca Cranes Schuld war. Er hatte sich sein eigenes Grab geschaufelt als er auf Abernathy gehört hatte. Ich seufzte und befahl einem Avox, dass er mir Lavinia LeBossy holen sollte. Sie hatte Peeta Mellark und Katniss Everdeen gedient... Was für eine Demütigung für eine Bewohnerin aus dem ersten Distrikt. Aber sie war eine Avox und tat genau das, was man ihr befahl. Nur hin und wieder konnte ich so etwas wie Widerspruch in ihren Augen sehen, wenn sie von Snow oder einem Spielemacher einen Befehl bekam. Ich hatte Snow darum gebeten, dass Lavinia mir gehörte. Sie war nun meine Avox.... Ich wollte Informationen von ihr und ich wollte, dass sie mir bis zu den nächsten Spielen gehörte. Vielleicht konnte ich Snow auch dazu bringen, dass sie nie wieder einem Tributen dienen musste.
Als das Mädchen in mein Büro kam, ließ ich die Tür schließen und betrachtete sie eine Weile schweigend.
„Lavinia LeBossy... Du wurdest bei der Flucht erwischt, das war sehr, sehr dumm von dir. Nicht, dass man dich gefunden hat, sondern weil du geflohen bist.“, sagte ich und sah einen wütenden Blick von ihr.
„Offenbar denkst du immer noch, dass deine Flucht gerechtfertigt war... Nun, wie es auch sei“, unterbrach ich mich. „Du hast Katniss Everdeen gedient, du warst bei ihr. Ich habe ein paar Fragen an dich und du wirst sie beantworten. Setz dich.“
Sie tat, was ich verlangte aber ich konnte immer noch den Widerwillen sehen. „Du gehörst nun mir.“ Wieder einen wuterfüllten Blick und ich lächelte freudlos. „Es ist besser als bei anderen. Andere verlangen von Avoxen Dinge, die... man nicht verlangen sollte, Kind.“, erklärte ich und konnte den Abscheu sehen.
„Du wirst mir helfen um herauszufinden, warum Everdeen die Regeländerung... Ich weiß, du kannst nicht sprechen. Aber du kannst schreiben, nicht wahr? Und du kannst nicken. Ich denke, wir beide können ein Gespräch entwickeln. Solange du mir dienst, wird dir nichts passieren.“
Ich betrachtete sie und lächelte dann. „Du hast Angst vor mir... Gut, dann wirst du mich nicht im Schlaf ermorden oder mich hintergehen. Das ist das Problem von diesen Aufsteigern... Sie verraten einen viel zu schnell oder sie sterben, weil sie gefallen wollen.“
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Mo Aug 04 2014, 23:41

Prosper & Lavinia

Ich war gerade dabei einem Spielemacher zu helfen als ein Avoxjunge zu uns kam. Es war Merryn, ein guter Freund von mir... Wenn man von Freundschaft unter Avoxen im Kapitol sprechen konnte. Wir waren alle zum gleichen Schicksal verdammt und mussten den Kapitolern dienen. Der Spielemacher war recht aufgebracht, dass ich gehen sollte, doch er ließ es zu als er den Namen las.
Prosper Trinket... Keinen Mann, den man gerne erzürnte. Man gab ihm, was er wollte und hoffte, dass er sich zufriedengab. Ich kannte den Mann... Ich war ihm schon hin und wieder begegnet und ich musste zugeben, dass ich Angst vor Trinket hatte. Er hatte beängstigend wenig Ähnlichkeit mit seiner Tochter, die zwar hochmütig aber nicht bösartig war. Sie wurde so, weil er sie so erzogen hatte. Aber Prosper Trinket war bösartig und hinterlistig. Er war grausam und ich fragte mich, was der Mann von mir wollte. Wahrscheinlich ging es darum, dass ich Everdeen gedient hatte und nun wollte er Informationen von mir.
So folgte ich Merryn und gelangte in das Büro des Mannes. Er ließ die Tür schließen und ich war allein mit ihm. Wieder konnte ich diese kalten Augen spüren und ließ meinen Kopf gesenkt. Ich konnte es nicht ertragen ihn anzusehen... Er war gefühllos und ich wusste nicht, warum er mich sehen wollte. Schließlich nannte er meinen Namen und was ich verbrochen hatte. Doch als er meinte, dass meine Flucht dumm war, sah ich wütend auf. Dumm ja? Ich denke eher gerechtfertigt! Manchmal war es doch ein Segen, dass ich nicht mehr sprechen konnte. Sie mochten mir meine Stimme nehmen aber meine Gedanken waren immer noch frei. Auch wenn mir klar war, dass Snows Bluthund auch diese gerne kontrollieren würde, erraten konnte er sie jedenfalls. Das machte mir irgendwie Angst... Er schien zu wissen, was ich dachte und ich setzte mich als er es mir befahl.
Ich wollte schnell wieder weg.
Jeder Spielmacher war mir lieber als dieser kalte und kontrollierte Mann. Doch als er meinte, dass ich ihm gehörte... Mir wurde kalt und ich konnte nicht anders als ihm einen wütenden Blick zu schenken. Niemals! Ich werde dir niemals gehören! Such dir jemand anderen, den du kontrollieren und tyrannisieren kannst!, begehrte ich auf aber kein Laut kam über meine Lippen. Dass er nichts von mir verlangen würde, das mich noch mehr demütigte... Das war nur ein kleiner Trost. Ja, seine Treue zu seiner Frau und seine Enthaltsamkeit waren im Kapitol legendär. Nach dem Tod von Felia Trinket hatte er nicht mehr geheiratet und anders als so mancher Kapitoler hatte der Mann auch keine Geliebte. Trotzdem spürte ich den Abscheu bei dem Gedanken, was andere Männer im Kapitol verlangen könnten. Bei seinen nächsten Worten, nickte ich leicht. Vielleicht war es doch besser ihm zu dienen aber ich hatte auch Angst vor Trinket. Er ging zu seinem Schreibtisch, holte Stift und Papier und kam zu mir. Der Mann zog mich näher an den Tisch und setzte sich dann neben mich. Immer noch konnte ich die Angst und den Abscheu in mir spüren und ich sah ihn an.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Di Aug 05 2014, 01:04

Prosper & Lavinia

Ich konnte den Widerwillen in dem Mädchen spüren und lächelte leicht. Sie verabscheute mich und hatte Angst vor mir. Das war gut, denn dann würde Lavinia es sich zweimal oder dreimal überlegen, ob sie mich verraten und verkaufen wollte. Ihr Leben lag nun in meiner Hand und ich konnte mit diesem Kind tun und lassen, was ich wollte. Snow würde sich nicht dafür interessieren, wenn ich das Avoxmädchen nehmen würde und auch sonst war es jedem egal. Doch ich würde genau das nicht tun. Ich würde sie nicht missbrauchen oder ihr Gewalt antun. Ich schlug Menschen ungern und bei Kindern habe ich das nie getan. Inzwischen war ich schon so alt, dass mir jeder Jüngere wie ein Kind vorkam. Die Kleine war erst 19 Jahre alt und ich wusste, dass sie auf ihrer Flucht ihren Geliebten und danach ihr Kind verloren hatte. Ich wusste wohl am besten, wie es war, wenn man den Menschen verlor, den man liebt. Aber es wäre unklug, wenn das Mädchen das wusste. Sie wusste wohl sowieso schon, dass ich meiner Frau immer noch treu war, es wäre mir nicht dienlich, wenn Lavinia LeBossy Mitleid mit mir hatte. So behandelte ich sie kühl und erklärte ihr, dass sie nun mir gehörte. Ihre Blicke sprachen Bände über ihre Gefühle und ihre Gedanken. Daran mussten wir dringend arbeiten. Es wäre nicht klug, wenn man meiner Dienerin ihre Gefühle ansehen konnte.
Nachdem ich das Gespräch soweit geklärt hatte, dass sie wusste, was nun Sache war, holte ich Stift und Papier. Ich wusste, dass sie nicht antworten konnte aber sie konnte schreiben und auch nicken. Das würde reichen und ich schob sie näher zum Schreibtisch um mich dann neben sie zu setzen. Meine kalten Augen musterten sie und ich lächelte als das Mädchen sich weigerte den Blick zu senken. Mutig war sie auf jeden Fall.
Mochte sie auch Angst und Abscheu fühlen, wollte sie ihre Augen nicht zum Boden richten. Das war schon einmal ein guter Ansatz. Ich brauchte eine mutige Dienerin und kein verängstigtes Vögelchen. „Also... Du warst im Zug, der Katniss Everdeen und Peeta Mellark ins Kapitol gebracht hat.“ Ein Nicken von dem Mädchen und ich lächelte freudlos. „Gut... Sag mir, mochten die beiden sich auf dem Weg zum Kapitol?“ Lavinia schüttelte leicht den Kopf aber zuckte fast im selben Augenblick mit den Schultern. Sie schrieb etwas auf und zeigte es mir. Ich lächelte leicht und meinte dann lauernd: „Du weißt, dass du mich nicht anlügen solltest?“
Ein eifriges Nicken von ihrer Seite aus kam. „Nun... Everdeen war sehr wütend auf Mellark als er dieses Geständnis gemacht hatte.“ Wieder ein Nicken. Ich wusste es von Effie, die sich darüber beklagt hatte. „Denkst du, sie wusste, dass sie... sich gegen das Kapitol gestellt hat als sie die Beeren herauszog?“
Dieses Mal schüttelte das Mädchen den Kopf.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Di Aug 05 2014, 15:45

Prosper & Lavinia

Ich saß neben dem Mann und fühlte mich einfach nur unwohl. Wahrscheinlich hatte er den Eindruck auf andere Menschen auch, angeblich sogar bei seiner Tochter. Ich wusste das nicht genau, ich wusste nur, dass die Frau nicht so war, wie er. Ich wollte nicht ihm gehören aber offenbar hatte der Präsident mich dem Mann geschenkt. Wenigstens hatte er gesagt, dass er nicht mit mir schlafen wollte aber da war ich mir nicht sicher... Im Grunde war Prosper Trinket auch nur ein Mann, ein gemeiner und herzloser Mann aber ein Mann, der schon lange keiner Frau nahe gewesen war. Schließlich begann er mich auszufragen und mein erster Gedanke, dass es um Katniss und Peeta ging bestätigte sich. Er wollte wissen, wie die beiden auf der Fahrt waren und ob sie sich gemocht hatten. Ich hatte den Kopf geschüttelt aber auch mit den Schultern gezuckt. Es war kompliziert und letztlich war ich nur eine Avox. Effie hatte Katniss sogar gesagt, dass sie nicht mit mir sprechen sollte. Kaum einer sprach wirklich mit den Avoxen und ich wunderte mich, dass Trinket meinen Eindruck haben wollte. Ich beugte mich über meinen Blatt und schrieb: Sie sprachen nicht sehr viel miteinander. Everdeen schien mehr oder weniger... mit sich selbst beschäftigt zu sein. Als er meinte, dass ich ihn nicht anlügen dürfte, nickte ich eifrig. Ich wusste, dass ich Prosper Trinket nicht anlügen sollte. Er würde mich bestrafen und ich fragte mich, was der Mann sich dafür ausdenken würde. Als er mir von Everdeens Reaktion erzählte, nickte ich wieder. Effie hatte sich furchtbar darüber aufgeregt und dass das Mädchen keine Manieren hatte. Wahrscheinlich wusste Katniss wirklich nicht, dass Peeta Mellark in sie verliebt war. Vielleicht dachte sie auch, dass es nur Show war, damit er und Katniss die Spielemacher zu der Regeländerung überreden konnten. Oder dass er sie absichtlich sabotieren wollte... Ich seufzte leise und hörte seine Frage. Kurz dachte ich darüber nach aber schüttelte dann doch den Kopf. Ich beugte mich wieder über mein Blatt und schrieb wieder etwas.
Ich glaube, sie hat das nur getan, weil sie sich im Laufe der Spiele in Peeta verliebt hat. Ich denke, sie wollte ihn einfach nicht verlieren und hat... Crane beim Wort genommen. Es war bestimmt kein Akt des Widerstandes. Er schwieg und schien über meine Antwort zu brüten. Vielleicht versuchte er meine Worte in Einklang mit den Gerüchten in den Distrikten in Einklang zu bringen. Wobei die ersten Aufstände nach Rues Tod. Ich beugte mich wieder über das Blatt. Der Mann beobachtete mich. Ich konnte seine kalten Augen spüren aber ignorierte das unbehagliche Gefühl.
Sie mochte Rue. Sie wollte, dass sie geehrt wurde. Katniss hat bestimmt nicht gewollt, dass sich die Distrikte gegen das Kapitol verbünden. Sie wollte diesem Mädchen nur einen letzten Freundschaftsdienst erweisen, vor allem weil Rue sie an ihre eigene Schwester erinnert hat. Zumindest denke ich mir das. Ich sah den Mann an und hoffte, dass er Katniss nichts tat oder ihre Familie bedrohte. Ich hoffte, dass ich dem Mädchen helfen konnte.
Und insgeheim hoffte ich, dass Trinket mich nun gehen ließ. Dass er mich doch zu den Spielemachern schickte und mich nicht als seine Dienerin wollte. Doch der Mann stand auf und stellte sich ans Fenster. Ich biss mir auf die Unterlippe und wartete darauf, dass er mich gehen ließ.

+++Zeitsprung+++

Ein paar Tage nach dem Gespräch war ich in Trinkets Haus und räumte den Tisch ab. Es war ein komisches Gefühl gemeinsam mit ihm zu essen aber offenbar genoss er die Gesellschaft, die er von mir bekam. Nur am Sonntag, wenn seine Tochter da war, dann musste ich an der Wand stehen. Das Schweigen zwischen den beiden war bleiern und ich fragte mich, warum die beiden sich diese Abende antaten. Wenigstens würde Effie bald unterwegs sein um die Tour zu organisieren. Ich wusste nicht, ob Trinket sie dann vermisste aber ich würde ihn auch nicht fragen.
Es war immer noch seltsam aber bei diesem herzlosen Mann ging es mir besser als bei den Spielemachern. Ich hatte ein eigenes Zimmer, das man sogar abschließen konnte. Hin und wieder begleitete ich ihn, wenn er bei jemanden zum Essen oder zu einer Party eingeladen war aber das geschah nicht sehr oft. Er hatte wohl keine Freunde und vermisste dies wohl auch nicht.
Nachdem ich das Geschirr in die Maschine gestellt und diese angeschmissen hatte, ging ich zu ihm in seine Bibliothek. Er sah zu mir und meinte: "Ich brauche nichts mehr, Lavinia. Du kannst den restlichen Abend für dich nutzen." Ich nickte und ging zu einem der Regale um mir ein Buch zu nehmen.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Di Aug 05 2014, 18:18

+++Zeitsprung+++

Prosper & Lavinia

Ich hatte über Lavinias Worte nachgedacht und fragte mich, ob sie die Wahrheit schrieb. Entweder wusste sie es nicht besser oder sie wollte Everdeen und Mellark beschützen. Beides war eine Möglichkeit. Vielleicht war es auch wirklich so gewesen und die Kleine wagte es wirklich nicht mich zu belügen. Sie hatte Angst vor mir und wusste, dass ich sie bestrafen würde, wenn sie log. Letztlich glaubte ich ihr. Es wäre besser für sie, wenn Lavinia mir die Wahrheit sagte.
Wahrscheinlich hatte sie gehofft, dass ich keinen Nutzen mehr in ihr sehen würde und sie zurück zu den Spielemachern schicken würde, doch in paar Tage später war das Mädchen immer noch in meinen Diensten. Die ersten Tage zuckte sie bei jeder Bewegung bei mir zusammen, vor allem wenn sie dachte, dass das Mädchen etwas falsch gemacht hatte.
Doch da ich sie nie schlug und sie nur tadelte, verflog dies recht schnell. Natürlich verabscheute sie mich immer noch und hatte auch noch Angst aber sie schien sich an meine Anwesenheit gewöhnt zu haben. Sie aß bei mir am Tisch und ich gab ihr auch die Freiheit zu lesen, was sie wollte. Im Grunde musste sie nur ein paar Dinge im Haushalt erledigen und mich hin und wieder begleiten, wenn ich bei jemanden eingeladen war. Etwas, das zum Glück nicht oft geschah.

Ich hatte Lavinia allein gelassen und war in meiner Bibliothek, während sie sich um das Geschirr kümmerte. Ich musste zugeben, dass sie ihre wenigen Aufgaben gut erfüllte und sich nicht ungeschickt anstellte. Das war meistens das Problem der Avoxe von Distrikt 1 und 2. Sie waren etwas verwöhnt und hatten sich lediglich um ihre Ausbildung als Tribute oder das Geschäft ihrer Eltern gekümmert. Als sie den Raum betrat, sah ich zu Lavinia und erklärte dem Mädchen, dass ich sie nicht mehr brauchte und sie machen konnte, was sie wollte. Natürlich nur in diesem Haus... Ich wusste, dass einige Kapitoler ihre Avoxe in der Ecke stehen ließen, weil sie nicht wichtig waren. Manche interessierte sich auch gar nicht für die Avoxe und dachten, sie seien etwas besseres als diese und müssten nicht mit ihnen reden. Das Mädchen ging zu einem der Regale und nahm sich ein Buch. Auch etwas, das wohl besser keiner erfahren sollte. Für das Verständnis von manchen Kapitolern gab ich dem Mädchen zu viele Freiheiten aber sie war... meine Dienerin, nicht meine Gefangene. Nachdem sie das Buch hatte, setzte sie sich in einen Sessel.
"Möchtest du etwas trinken?", fragte ich das Mädchen und sah, wie ihr Kopf hochzuckte. Immer noch schien sie überrascht zu sein, wenn ich das Wort an sie richtete und es kein Befehl war.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Mi Aug 06 2014, 00:43

Prosper & Lavinia

Als ich das erste Mal diesen Raum betreten hatte, war es nur zum Saubermachen gewesen. Aber die Bücher hatten meine Blicke magisch angezogen. Dieser kalte und herzlose Mann schien Bücher den Menschen vorzuziehen. Irgendwann hatte ich es nicht mehr aushalten können und hatte mir ein Buch aus dem Regal genommen. Es hatte nicht lange gedauert und ich war in der Geschichte verschwunden. Die Realität war erst wieder da gewesen als Trinket den Raum betreten hatte. Ich hatte schon die Furcht gehabt, dass er mich bestrafen würde aber er hatte mich nur gefragt, ob ich gerne lese. Zaghaft hatte ich genickt und war aufgestanden um das Buch zurück zu stellen. Doch der Mann hatte es mir vorher aus der Hand genommen und mich stumm betrachtet. Danach hatte Trinket mir gesagt, dass ich mir jedes Buch nehmen durfte, das ich wollte. Er hatte nur zwei Bedingungen.
1. Ich sollte es nach meiner Arbeit für ihn tun.
2. Jedes Buch, das ich zu Ende gelesen hatte, sollte wieder zurück an seinen Platz.
Würde ich auch nur gegen eine der Bedingungen verstoßen, würde er mich wohl schlagen müssen. Außerdem dürfte ich den Raum nicht mehr betreten. Ich hatte es ihm schriftlich versprochen und bisher hatte es auch keine Probleme gegeben.
Hin und wieder schrie er mich an und ich musste zugeben, dass ich mich da wohl am meisten fürchtete. Bisher hatte er mich nicht geschlagen aber ich wusste ja nicht, ob ihm nicht doch mal die Hand ausrutschte. Irgendwann würde ich mich wohl an sein Geschrei gewöhnen aber ich wusste nicht, ob ich mich auch an seine Gefühllosigkeit gewöhnen konnte. Hin und wieder konnte ich Entwürfe von neuen Foltermethoden lesen, wenn ich in seinem Büro war und ich fragte mich, wie dieser Mann... der mich nicht schlug und mir auch sonst nicht zu nahe kam... Wie er sich nur sowas ausdenken konnte. Das war auch einer der Gründe, warum Prosper Trinket sich mir gegenüber nicht strenger benahm. Er konnte grausam sein und ich ahnte, dass er das als Friedenswächter auch gewesen war. Auf der anderen Seite machte ich meine Sache als Hausmädchen ganz gut. Zumindest hatte er sich deshalb nicht beschwert.

Ich saß auf dem Sessel und las das Buch. Ich war vollkommen versunken in der Welt und sah erst auf als Trinket mich ansprach. Ungläubig, was er da gesagt hatte. Ich wusste, dass die Kapitoler nur mit ihren Avoxen sprachen um ihnen etwas zu befehlen, manche hatten ihre Diener auch so gut abgerichtet, dass sie gar nichts mehr sagen mussten.
Ich nickte vorsichtig und fragte mich, ob es eine Falle war. Dass er mich verhöhnte und sagte, ich soll mir selbst was holen oder ich nichts bekommen würde. Doch er tat nichts dergleichen, sondern nahm zwei Gläser um Limonade einzuschenken. Trinket trank so gut, wie keinen Alkohol... Das machte ihn angenehmer als so mancher Spielemacher oder Tribut, der nicht genug davon bekommen konnte. Er kam zu mir, stellte ein Glas auf den Tisch und gab mir das andere. Ich lächelte leicht und bedankte mich in Gedanken.
Ich raffte schließlich meinen Mut zusammen, nahm meinen Zettel und meinen Stift und schrieb: Haben Sie das auch gemacht bevor Sie mich angefordert haben? Einfach nur hier gesessen und gelesen? Ganz allein? Ich zupfte vorsichtig an seinem Ärmel und gab ihm den Zettel. Er sah darauf und dann zu mir. Immer noch waren seine Augen kalt und leer aber ich konnte dies nun besser ertragen und schließlich erkannte ich hinter dieser Kälte und Leere einen bodenlosen Schmerz. Fast wünschte ich mir ihn nichts gefragt zu haben als er schließlich nickte.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Mi Aug 06 2014, 21:03

Prosper & Lavinia

Nachdem das Kind ungläubig genickt hatte, hatte ich ihr etwas zu trinken gebracht. Offenbar vertraute sie mir nicht aber das machte nichts. Sie war nur eine kleine Avox und im Grunde nicht wichtig. Ich könnte sie jederzeit wieder zurückschicken aber ich musste zugeben, dass mir ihre Gesellschaft nicht unangenehm war. Außerdem liebte sie Bücher. Seit ich es ihr erlaubt hatte, nahm sie sich jeden Tag eins und las es. Manchmal schaffte sie ein Buch in zwei Tagen. Das Mädchen schien die Wörter aufzusaugen und nur hin und wieder fragte sie mich etwas. Natürlich war Lavinia da eher schüchtern als mutig und wahrscheinlich hasste sie mich immer noch. Aber das war ein Preis, den ich zahlte um dafür zu sorgen, dass Snow sich nicht an ihr wegen Everdeen rächen würde.
Ich setzte mich neben sie und nahm einen Schluck aus meinem Glas und schloss anschließend die Augen.  Gestern hatte ich das Mädchen angeschrien als ich bemerkt hatte, dass meine weißen Hemden nicht ordentlich gebügelt waren. Sie hatte meine Standpauke mit gesenktem Kopf über sich ergehen lassen. Ich hatte das Kind nicht geschlagen, nur gesagt, dass sie es nochmal und ordentlicher machen sollte. Sie hatte genickt und sich die gewaschenen Hemden nochmal vorgenommen. Als ich diese dann überprüft hatte, war ich zufrieden gewesen. „Es geht doch... Wenn du dich nicht dumm anstellst, dann muss ich dich auch nicht anschreien, Kind.“, hatte ich gemeint und sie hatte einfach nur genickt. Womöglich hatte sich Lavinia in diesem Augenblick wieder erinnert, dass es für sie besser ist mich zu hassen und zu fürchten, auch wenn ich sie nicht geschlagen habe.
Nach einer kleinen Weile spürte ich, wie Lavinia an meinem Ärmel zupfte und ich sah zu ihr. Normalerweise war die Kleine froh, wenn ich sie in Ruhe ließ und jetzt wollte das Mädchen, dass ich sie beachtete. Sie gab mir einen Zettel und ich las die Frage. Unwillkürlich sah ich Lavinia an und schwieg eine Weile. Warum wollte sie das wissen? Hatte sie Mitleid mit mir? Natürlich wusste das Mädchen, dass ich Witwer war aber war sie etwa auf die Idee gekommen, dass ich einsam gewesen war? Dass ich sie mir deshalb ins Haus geholt habe?
Schließlich nickte ich aber bevor sie auch nur die Chance wirklich Mitleid zu bekommen, meinte ich leise: „Ich habe natürlich nicht nur gelesen. Hin und wieder habe ich auch Musik gehört.“
Das Strahlen auf dem Gesicht des Mädchens, war schon etwas... Besonderes. Ich betrachtete sie mit gerunzelter Stirn und sah zu, wie sie wieder etwas auf ihrem Zettel schrieb. Als sie ihn mir gab und ich ihn las, konnte ich nicht anders als zu lächeln. „So so... Du liebst Musik also.“, sagte ich und sie nickte. „Ich nehme an, früher hast du auch gerne gesungen.“
Dieses Mal fiel ihr Nicken trauriger aus und ich seufzte. Letztlich war sie nur eine kleine Avox... Ein Mädchen, das sich darauf verlassen musste, dass man ihre Botschaften auch las damit sie sich verständigen konnte. Ich gab mir einen Ruck und tat ihr den Gefallen und machte das Musikgerät an, das in der Ecke stand. Als die Melodie, des klassischen Stückes durch den Raum schallte, schloss Lavinia die Augen und ein verträumtes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Do Aug 07 2014, 15:21

Prosper & Lavinia

Er schien in Gedanken zu sein, wie er da neben mir saß aber Trinket reagierte sofort als ich seinen Ärmel berührt hatte. Er schien über meine Frage überrascht zu sein aber ich fragte mich einfach, warum ihm meine Gesellschaft wichtiger war als die seiner Tochter oder einer anderen Frau. Bestimmt hatte es nach dem Tod seiner Frau welche gegeben, die sich gerne von ihm zum Altar hätten führen lassen aber Prosper Trinket hatte sich für ein Leben als Witwer entschieden. Ich wusste, dass er mit Seneca Crane befreundet gewesen war... Bevor ich Katniss und Peeta gedient hatte, hatte ich dies für die Spielemacher getan und ich hatte Trinket hin und wieder gemeinsam mit Crane gesehen. Die beiden schienen mir recht gut befreundet gewesen zu sein und ich fragte mich... ob er Snow Cranes Tod verziehen hatte. Nur wenige Wochen danach hatte er mich in sein Büro rufen lassen und Trinket schien wieder so kalt und unnahbar zu sein, wie er es meistens war, wenn er nicht mit Crane zusammen gewesen war.
Nachdem er meine Frage gelesen hatte, nickt der Mann und ich spürte, wie ich allmählich Mitleid bekam. Von den wenigen Besuchen seiner Tochter schien er mit niemandem im Kapitol wirklich engen Kontakt zu haben und auch bei Effie schwieg er meistens. Wahrscheinlich war Crane sein einziger wirklicher Freund gewesen und der war nun weg... Doch bevor ich irgendwas schreiben konnte, ergriff er das Wort und erklärte, dass er auch hin und wieder Musik hörte.
Ich konnte nicht anders als zu strahlen. Ich beugte mich wieder über mein Blatt und schrieb ihm, dass ich die Musik sehr liebte. Dieses Mal lächelte der Mann und ich konnte nicht einordnen, ob es nur sein freudloses Lächeln war oder ob da nicht doch etwas mehr dahinter war. Manchmal konnte man ihn lächeln sehen... Aber das war nie wirklich echt gewesen und es hatte immer ausgesehen als ob er Schmerzen deswegen hatte. Freudlos und... nicht besonders glücklich, so war es meistens und ich nahm an, dass er wohl das richtige Lächeln mit dem Tod seiner Frau verlernt hatte. Ich nickte bei seiner Frage aber als er wissen wollte, ob ich früher auch gerne gesungen hatte, spürte ich, wie ich traurig wurde. Früher hatte ich gerne gesungen und auch getanzt aber das hatte sich beides erledigt als ich ins Kapitol gekommen war. Ich konnte nicht mehr sprechen und zum Summen oder Tanzen hatte ich weder Grund noch Gelegenheit. Ich sah auf mein Buch und versuchte mich zu konzentrieren als Trinket aufstand und er in eine Ecke des Raumes ging. Ich hatte das Musikgerät natürlich schon gesehen aber ich hatte es nie gewagt es zu berühren. Nun schaltete Trinket das Gerät an und ich schloss lächelnd meine Augen. Es klang wunderschön und ich fragte mich, warum Trinket sich dazu herabgelassen hatte mir eine Freude zu bereiten. Als er sich neben mich setzte, dankte ich ihm lautlos.
Ich beugte mich wieder über mein Buch und so war nur noch die Melodie des Liedes das einzige Geräusch.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Do Aug 07 2014, 21:48

+++Zeitsprung+++
nach der Party von Katniss und Peeta

Ich war froh endlich der Party entkommen zu sein und betrat mein Haus. Ich hatte das erledigt, was ich hatte tun wollen. Ich hatte mit Everdeen geredet, hatte gesehen, wie Plutarch dies ebenfalls getan hatte und hatte meiner Tochter gratuliert. Ich löste meine Fliege und lehnte mich an meine Eingangstür. Allmählich wurde ich zu alt für solche Veranstaltungen. Vielleicht sollte ich Snow erklären, dass ich bei der nächsten Party zu Ehren des Siegers nicht mehr auftauchen würde. Aber Snow würde das wohl nicht hinnehmen und mir war klar, dass ich ihn derzeit lieber nicht verärgern sollte. Als ich an der Tür zu Lavinias Zimmer vorbei ging, konnte ich das Licht durch den Türspalt sehen und runzelte die Stirn. Es war nach Mitternacht und sie war immer noch wach? Ich seufzte und wusste, dass es mir eigentlich egal sein sollte. Ich wollte eigentlich auch niemanden sehen und das Mädchen wüsste auch, dass sie sich heute bis zum Abend unsichtbar machen sollte. Trotzdem betrat ich den Raum, nachdem ich mir mein Jackett in meinem eigenen Zimmer ausgezogen und die Fliege ordentlich an den richtigen Platz gelegt hatte.
Lavinia schlief und hielt ein Buch fest umklammert. Offenbar hatte sie sich nicht von der Geschichte losreißen können und war über das Buch eingeschlafen. Vorsichtig nahm ich es ihr ab aber offenbar hatte sie durch ihr Leben als Avox einen zu leichten Schlaf bekommen, denn sie schlug die Augen auf. Als das Kind mich sah, errötete es und wenn sie noch hätte sprechen können, hätte sie nun irgendwas daher gestammelt. So konnte sie nichts anderes als zu Boden zu sehen und sich auf die Unterlippe zu beißen. Doch ich hob ihren Kopf, sodass ich sie dazu zwang mich anzusehen und meinte: „Es ist alles in Ordnung, Kind. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben.“ Lavinia nickte und so herrschte Schweigen zwischen uns. Bis sie leicht an meinem Ärmel zog und ich sie ansah. „Verstehe... Du willst wissen, wie die Party war und ob ich Everdeen begegnet bin.“ Lavinia nickte und sah mich gespannt an. Ich wusste, dass ich ihr eigentlich nichts darüber erzählen sollte aber mir war auch klar, dass Lavinia wohl mit dem Spotttölpel befreundet war und ihr ja auch im Kapitol gedient hat. „Dem Mädchen geht es gut und natürlich hatten sie und Peeta viele... Fans. Viele haben ihnen auch zu ihrer Verlobung gratuliert.“, erzählte ich Lavinia und bemerkte, wie sie auf ihrer Unterlippe herum kaute. „Du sollst das doch nicht machen, Mädchen.“, sagte ich tadelnd und sie sah verlegen zu Boden. Doch dann sah sie mich an und ich ahnte, was Lavinia wissen wollte.
„Ja... Ich habe auch meine Tochter getroffen.“, erklärte ich knapp und sie nickte. Vor ein paar Tagen hatte Lavinia mich nach meiner Frau gefragt und ich hatte ihr barsch erklärt, dass es sie nichts anging und ich mir auch jede weitere Frage verbitte. Sie hatte kein Recht dazu und bisher hatte Lavinia sich auch daran gehalten. „Du solltest jetzt schlafen, Lavinia... Morgen werden wir uns erst am Abend sehen. Ich werde dir etwas Geld auf dem Tisch lassen. Hast du dir ein paar Bücher genommen?“ Sie nickte und ich stand auf.
Ob Lavinia wohl wusste, was es für Gerüchte im Kapitol gab? Bevor ich mit Katniss gesprochen hatte, hatte ich gehört, wie manche etwas angedeutet hatten und ich fragte mich, ob Effie es ebenfalls gehört hatte. Wahrscheinlich sollte ich es dem Kind sagen aber ich wusste nicht, wie ich das machen sollte. Ich war in sowas nicht gut und so räusperte ich mich nur und fragte: „Wirst du morgen zu... belebten Plätzen gehen?“ Sie sah mich an und schüttelte leicht den Kopf. Ich nickte erleichtert, denn dann würde das Mädchen nichts davon mitbekommen. Wie gern würde ich ihr jetzt sagen, dass sie nicht das Rot der Avoxe tragen musste aber es war für uns beide besser. „Gute Nacht, Lavinia.“, meinte ich schließlich und sie lächelte mich an.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Mi Aug 13 2014, 18:03

Prosper & Lavinia


Nachdem sich Trinket mehr oder weniger von mir verabschiedet hatte, lag ich noch eine Weile wach und fragte mich, was er sagen wollte als er mich gefragt hatte, ob ich dorthin gehen würde, wo auch andere Menschen waren. Vielleicht hatte der Mann die Sorge, dass man mich fragen würde, wie der alte Mann mich behandelte und ich dann die Wahrheit sagen würde. Es war bestimmt nicht besonders gut, wenn man erfahren würde, dass er mich nicht schlug und auch sonst gut zu mir war.
Das Einzige, was man ihm anlasten könnte... Was ich ihm anlasten könnte, war seine Lautstärke, wenn er sauer war und dass er mich als Spionin benutzte. Aber das war nur ein geringer Preis, den ich zahlte. Immerhin wusste ich, wie andere Kapitoler ihre Avoxe bestraften und behandelten. Ich wollte nie wieder zu so einem...
Irgendwann schlief ich ein aber am nächsten Morgen erwachte ich früh. Ich wusste nicht, ob Trinket schon wach war aber ich frühstückte und machte mir eine Kleinigkeit nachdem ich geduscht hatte. Auch ihm machte ich etwas und Tee, das ich ihm dann in die Bibliothek brachte. Dort war der Mann nicht und ich war auch recht froh darüber. Immerhin hatte Prosper Trinket mir gesagt, dass er mich an diesem Tag nicht sehen wollte. Also nahm ich das Geld und ein paar Bücher und ging aus dem Haus. Im Kapitol war das Wetter schön und es war sogar warm... Ich konnte es fast nicht glauben, dass es in anderen Distrikten eiskalt sein sollte. Trinket war im zwölften Distrikt gewesen um mit der Mutter von Everdeen zu sprechen. Ich war sehr überrascht gewesen als er halb erfroren nach Hause kam. Ich hab ihm Tee gemacht und er hatte mir erklärt, dass Maeve Everdeen versuchen würde das Kind zu zügeln... Ich glaubte nicht daran. Katniss war wild und stur, sie würde bestimmt nicht auf ihre Mutter hören. Doch ich widersprach ihm nicht, denn er schien äußerst verwirrt zu sein und ich wollte nicht, dass dies in Wut über mich umschlagen könnte.

Nun hatte ich einen ganzen Tag, nur für mich und ich wusste nicht genau, was ich nun mit mir anfangen sollte. So bummelte ich eine Weile durch die Stadt und kaufte mir etwas zu essen und zu trinken. Irgendwann ging ich in einen der vielen Gärten und setzte mich. Ich aß mein Essen und fing das Lesen an. Eigentlich hatte der alte Mann sogar Bücher, die man nicht besitzen durfte. Ich fragte mich, ob Snow sich so gut auf ihn verlies, dass er ihm dies erlaubte oder ob Snow einfach keine Ahnung hatte, was sein treuer Berater da tat.
Natürlich merkte ich die Blicke von einigen Kapitolern und fühlte mich höchst unwohl. Aber ihnen war wohl auch klar, dass ich nicht hier wäre, wenn Trinket es mir nicht ausdrücklich erlaubt oder befohlen hätte. Was er wohl tat?
Ich wusste nicht, ob ich das wirklich wissen wollte... Vielleicht dachte er sich für Snow nur wieder irgendeine Gemeinheit aus. Ich durfte niemals vergessen, dass er kein netter oder guter Mensch war. Er hatte vor mir keine Avoxe gehabt... Aber er war auch nicht nett zu denen im Kapitol. Es war besser, wenn ich Trinket nicht als Freund ansah und das würde der Mann wohl auch so sehen.
Ich winkte als ich Cressida McCoy sah und unterhielt mich mit ihr. Ich wollte nicht, dass Lügen im Kapitol verbreitet wurde aber ich wollte auch nicht, dass es hieß, dass ich den Mann mochte. Als ich mich von ihr verabschiedete, sah ich ihr nach und las weiter in dem Buch. Ich fragte mich, wann ich wieder... nach Hause gehen durfte aber es würde wohl noch lange dauern.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Sa Aug 16 2014, 22:50

Prosper & Lavinia

Viel geschlafen hatte ich in dieser Nacht nicht gerade. Im Grunde war keine Nacht einfach für mich aber der Tag und die Nacht vor Effies Geburtstag waren für mich die Hölle. Man mochte meinen, dass 40 Jahre reichen würden um zu vergessen oder damit zurecht zu kommen. Felias Eltern hatte mir einmal gesagt, dass Verdrängung nichts bringen würde und es nur schlimmer werden würde. Wahrscheinlich hatten sie Recht aber jetzt... Ich war siebzig Jahre alt und ich wagte es nicht meine Wunden zu öffnen um zu sehen, wie schlimm es war. Bevor ich diese Schmerzen fühlen wollte, wollte ich lieber gar nichts fühlen.
Nachdem ich Lavinia verlassen hatte, ging ich in meine Bibliothek und sah die Regale voller Bücher an. Ich zog sie den Menschen vor und ich konnte froh sein, dass ich eine Avoxin hatte, die auch gerne las. So musste ich nicht wirklich ein Gespräch führen, sondern es reichte, wenn sie etwas las.
Ich stellte das Musikgerät an und setzte mich in den Sessel um meine Augen zu schließen. Effie war jetzt bestimmt auch zu Hause und schlief. Ich konnte es nicht und so blieb ich mehr oder weniger die ganze Nacht wach. Irgendwann schlief ich jedoch ein und erst als ich Lavinia auf dem Korridor hörte, wachte ich auf. Vorsichtig stellte ich das Gerät aus und ging aus dem Raum um in mein Schlafzimmer zu gehen. Ich war immer noch müde, doch richtig geschlafen hatte ich nicht. Und die wenigen Stunden... Ich hatte mich wohl eher in meinen Träumen verloren.
Ich setzte mich auf mein Bett und sah das Bild meiner Frau und von mir an.
Himmel, war ich damals noch jung gewesen! Jung und verliebt...
Wahrscheinlich zu verliebt und nun zahlte ich den Preis, weil ich mich nicht von der Frau lösen konnte.
Bleib mir treu... Nun, das war ich geblieben und war es immer noch. Es gab keine andere Frau in meinem Leben und ich würde wohl auch keine andere lieben. Ich hatte mich um mein Kind so gut es ging gekümmert. Ich war kein perfekter Vater und das wusste ich auch. Ich war ein grauenvoller Vater und das hatte ich Felia damals auch gesagt. Ich hatte ihr gesagt, dass ich keine Kinder wollte, weil ich einfach nicht mit ihnen umgehen konnte. Doch meine Frau hatte mir versprochen, dass es nicht schlimm werden würde. Sie hatte mir versprochen mir zu helfen aber Felia war nicht mehr da. Ich war allein und spätestens nach dem Tod von den Eltern meiner Frau war ich überfordert mit dem Kind gewesen. Ich war froh gewesen, dass ich immer noch das Kindermädchen gehabt hatte.
Ich hörte, wie die Tür geschlossen wurde und schreckte auf. Ich hatte mich wohl wieder in meinen Gedanken verloren und Lavinia war weg. Ich wusch mich und ging in frischen Sachen wieder zu Bibliothek. Ich musste leicht lächeln als ich den Tee, das Frühstück sah. Offenbar hatte sie immer noch daran gedacht, dass ich nicht verhungern sollte. Ich nahm einen Schluck des Tees, nachdem ich mich wieder gesetzt hatte und dachte nach. Ich war froh, dass Lavinia kein Verlangen hatte zu belebten Orten zu gehen. Dort würde sie die Gerüchte mitbekommen... Diese unhaltbaren Gerüchte, die einfach nicht wahr waren.
Ich liebte meine Frau immer noch und es war mir egal, ob es gesund oder gut war.
Kein Telefon, keinen Besuch... Vielleicht feierte Effie ihren Geburtstag aber ich konnte nicht zu ihr. Geburtstagsfeiern waren immer die Sache ihrer Großeltern beziehungsweise ihres Kindermädchens gewesen. Von mir hatte sie nur ein Geschenk bekommen und das war´s.
Ich wollte nur meine Ruhe und meinen Frieden... Ich wollte nur einen Tag an dem ich nicht heucheln musste und ich nicht so tun musste als ob ich zufrieden mit dem Kapitol war. Nach einer Weile nahm ich mir eines der Bücher und ging in den Garten. Bei Effies Geburt war es warm gewesen und die Fenster in dem Haus waren weit offen gewesen. Wahrscheinlich hatte man Felias Schreie bis auf die Straße hören können, während ich mich in meinem Büro verschanzt hatte. Erst als es lang genug still gewesen war, war ich zu ihr gegangen und hatte mich ihr gestellt. Meiner sterbenden Frau...
Erst am späten Abend als die Sonne kurz vorm untergehen war, ging ich wieder rein und sah, wie Lavinia das Haus betrat. „Guten Abend, Kind. Ich hoffe, du hattest einen schönen Tag.“, sagte ich leise und sie nickte verschüchtert. Offenbar dachte sie daran, dass ich sie doch nicht hatte sehen wollen. „Hast du Hunger, Lavinia?“ Das Mädchen nickte schüchtern und folgte mir in die Küche.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Do Aug 28 2014, 01:05

Prosper & Lavinia
Cressida schien wohl nicht so recht zu glauben, dass Prosper Trinket mich anständig behandelte aber im Grunde zeigte sich das ja schon an meiner Statur und an meiner Gesichtsfarbe. Wenn ich mich da mit anderen Avoxen verglich, war der Unterschied schon... sehr merkbar. Dies war mir heute wieder aufgefallen als ich allein durch die Stadt gegangen war und die Avoxe der anderen Kapitoler gesehen hatte. Blass, dünn und eigentlich immer darauf bedacht im Hintergrund zu sein um keinen Ärger zu provozieren. Sie gingen immer ein paar Schritte hinter ihren Herren und Damen her. Etwas, das Trinket überhaupt nicht mochte. Als ich dies das erste Mal getan hatte und er es bemerkt hatte, war ehrliche Verblüffung auf seinem Gesicht gewesen. Doch dies hatte nur ein paar Sekunden angehalten ehe er mir barsch erklärt hatte, dass er es nicht mochte, wenn ich hinter ihm herging. Ich sollte neben ihm sein und wenn ich nicht Schritt halten konnte, ergriff der Mann auch schon mal meine Hand um mich mitzuziehen. Dabei war es bei seiner Größe recht schwer ihn zu verlieren aber Trinket hatte zu mir gesagt, dass er ungern das ganze Kapitol abklappern wollte, nur weil er mich suchen musste. Irgendwie war es schon beruhigend, das zu hören, denn irgendwie bedeutete es ja auch, dass der alte Mann mich nicht einfach vergessen würde oder annehmen würde, dass ich schon nach Hause fand. Vor allem, da ich mich im Gegensatz zu ihm nicht sehr gut in der Hauptstadt auskannte. Ich fragte mich, ob er die ganze Stadt kannte oder nur ein paar Ecken an denen er auch seine anderen Informanten traf.
Einmal hatte er mich zu so einem Treffen mehr oder weniger mitgenommen aber mich ein stückweit zurückgelassen mit den Worten, dass ich auf ihn warten sollte und bloß nicht auf die Idee kommen sollte nachzusehen mit wem er sich da traf. Ehrlich gesagt, konnte ich nicht anders und ich hatte um die Ecke gespäht. Der alte Mann war bei einem recht jungen Typen gestanden und hatte ihm zugehört.  Ich nahm an, dass ich die einzige unter seinen Informanten war, die zum Stand der Avoxe gehörte. Wobei ich es ihm schon zutrauen würde, dass er ein paar Bewohner des Kapitols über ihre „Angestellten“ bespitzeln lassen würde, wenn es dem Zweck diente. Aber ob er diese dann auch beschützte, wenn man diese entdecken sollte? Eher nicht.
Warum sollte Trinket sein Ansehen und seine Stellung für ein paar Avoxe riskieren, wenn man diese erwischte? Wahrscheinlich würde der Alte schweigen und zusehen, wie man sie bestrafte. Doch die Bezahlung musste gut sein, denn Trinket hatte schon einige Informanten und ich glaube nicht, dass alle in der Verwaltung des Palastes bekannt waren.

Dies ging mir durch den Kopf als Cressida sich verabschiedete und ich ihr nachsah. Ich versuchte mich auf mein Buch zu konzentrieren aber es klappte nicht wirklich. Dazu ging mir zu viel durch den Kopf. Eigentlich führten mich diese Gedanken unweigerlich zu der Frage, die ich mir schon lange gestellt hatte: Warum beschützte Prosper Trinket mich? Er könnte auch eine andere Avoxin haben und ich glaubte nicht daran, dass der alte Mann mich mochte, auch wenn er gut zu mir war.
Als ich aus dem Garten ging, konnte ich einen der Avoxe der Spielmacher sehen, der allein durch die Straßen eilte. Wahrscheinlich sollte er etwas für die Herren zu essen besorgen. Ich winkte ihm zu und Merryn sah zu mir.
Es schien mir als ob er zögerte aber dann doch zu mir ging. Merryn setzte sich neben mich auf die Bank vor dem Park und holte ebenso wie ich etwas zum Schreiben raus.
Wie geht’s dir und den anderen?, wollte ich von ihm wissen und der Junge zuckte mit den Schultern. Dir scheint es besser zu gehen als uns. Immerhin scheinst du Zeit zu haben um ein Buch im Park lesen zu können. Außerdem bist du nicht mehr so blass.
Ich biss mir leicht auf die Unterlippe und schrieb verteidigend.
Bei Trinket ist es nicht so schlimm, wie man im ersten Moment denkt. Er kann sogar ganz nett sein. Und ich habe ihn nicht um diesen freien Tag gebeten. Merryn lachte und ich erklärte rasch, dass an den Gerüchten nichts dran war.
Doch Merryn schüttelte den Kopf und schrieb:Das ist mir schon klar... Aber auch wenn er nett ist, solltest du nicht vergessen wer er ist. Er ist Snows Bluthund und du solltest dem Alten nicht vertrauen. Wer weiß, wann er dich fallen lässt.
Dieser Punkt war etwas, das ich mich auch lange gefragt hatte... Was, wenn er es nicht ernst gemeint hatte oder seinen Schutz zeitlich begrenzt gemeint hatte? Aber das hätte der Alte wohl angesprochen.
Wahrscheinlich sind dir die anderen Avoxe sowieso egal. Jetzt wo du deinen mächtigen Beschützer hast. Meine Augen weiteten sich entsetzt und ich schüttelte den Kopf. Doch Merryn stand auf und ging weiter. Ich sah ihm nach aber ging schließlich nach Hause.
Nach Hause... Ich sollte Trinkets Haus nicht so nennen aber es fiel mir nicht schwer dieses große Haus als mein Heim zu betrachten. Meine Familie und mein altes zu Hause hatte ich nicht mehr und dieses Haus und der Alte waren in letzter Zeit zu einer Art Konstante geworden.
Als ich das Haus betrat, kam er eben aus dem Garten und ich sah zu Boden. Doch statt mich anzuschreien, begrüßte der Mann mich leise und ich lächelte leicht. Auf seine Frage nickte ich und folgte ihm. Ich konnte mir vorstellen, dass er seit dem Morgen nichts mehr gegessen hatte und so machte ich etwas, das schnell ging. Ich konnte seinen Blick auf meinem Rücken spüren aber ignorierte dies.
Schließlich füllte ich zwei Teller und drehte mich um. Auch in der Küche gab es einen Tisch und vier Stühle. Wahrscheinlich hatten früher Effie und ihre Nanny hier gegessen, wenn Trinket nicht zu Hause gewesen war. Der Alte sprach nie über seine Familie oder über seine Vergangenheit. Außerdem hatte er mir jede Frage verboten.
Schweigend aßen wir bis er mich fragte, ob der Tag für mich schön gewesen sei. Ich nickte und schrieb ihm, dass ich in einem der Gärten gewesen sei.
Auch das Treffen mit Cressida und Merryn schnitt ich an und als Trinket dies las, hob er die Augenbraue. „War es sehr komisch einen deiner Freunde wieder zu sehen?", wollte er wissen und betrachtete mich. Ich sah jedoch auf den Teller und dachte an den Vorwurf des Jungen.
„Lavinia? Was ist los?“
Ich zuckte auf diese Frage mit den Schultern, dann fragte ich ihn: Warum sind Sie so...nett zu mir?
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Do Aug 28 2014, 22:54

Prosper & Lavinia
Ich betrachtete das Mädchen, während sie sich am Herd zu schaffen machte. Ihr Tag war wohl schön gewesen und warum auch nicht? Im Kapitol herrschten zu dieser Jahreszeit noch angenehm warme Temperaturen. Im Grunde hatte Lavinia Glück, dass es nicht geregnet hatte, sonst wäre sie nicht aus dem Haus gekommen. Frische Luft tat dem Kind aber ganz gut und so hatte das Mädchen auch mal die Gelegenheit gehabt sich die Stadt ohne mich anzusehen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand Lavinia scheel angesehen hatte. Immerhin musste den Kapitolern klar sein, dass sie nicht ohne meine Erlaubnis allein unterwegs war. Schließlich kam sie mit den Tellern zu mir und ich stand auf um auch das Brot zu holen. Schweigend aßen wir die Suppe bis ich sie fragte, ob sie einen schönen Tag gehabt hatte. Lavinia nickte und schrieb mir von ihrem Tag. Begeistert war ich nicht als ich lesen musste, dass sie mit Cressida McCoy gesprochen hatte aber ich ließ es unkommentiert. Im Grunde war es egal und es war auch egal, was Cressida sich dachte oder ob sie erfahren hatte, dass an den Gerüchten nichts dran war. Ich behandelte Lavinia gut und es schien ihr auch besser zu gehen als vor ein paar Wochen als sie noch den Spielemachern gedient hatte. Das Kind hatte wieder Farbe im Gesicht und auch die Kleidung hing nicht mehr so schlimm an ihr herab. Was für eine Meinung McCoy dazu hatte, interessierte mich nicht.
Ich fragte das Mädchen nur, wie es für sie gewesen war als sie ihren Freund getroffen hatte. Immerhin hatte das Kind kaum Kontakt zu den anderen Avoxen und die meiste Zeit war sie in meinem Haus. Nur hin und wieder begleitete sie mich in den Palast und selbst dort hatte sie anderes zu tun als sich mit den Avoxen der Spielemachern und der Verwaltung zu unterhalten. Doch Lavinia sah auf ihren Teller und ich merkte, dass es in ihr arbeitete. So fragte ich das Kind, was los sei und stockend schrieb Lavinia etwas auf ihren Zettel. Ich konnte spüren, wie ich blasser wurde und griff mir ein Stück Brot.
Schweigend aß ich weiter, während das Mädchen mich ansah. Schließlich fragte ich das Kind: „Wäre es dir anders lieber? Wärst du zufrieden, wenn ich meinem Ruf gerecht wäre und dich schlagen würde? Wäre es dir recht, wenn die Gerüchte stimmen würden und ich in dein Bett kommen würde?“ Rasch schüttelte das Mädchen den Kopf und biss sich auf die Unterlippe. Wieder sah das Kind zum Teller und ich seufzte. Offenbar war ich zu... gemein gewesen.
Zu ablehnend... Wahrscheinlich hatte sie mit einer Erklärung gerechnet und nicht mit sowas. Nach einer Weile des Schweigens ergriff ich das Wort: „Lavinia, ich... Es tut mir leid, Kind. Ich hätte das nicht sagen sollen. Aber ich dachte, du bist froh, dass ich nicht so bin und würdest das nicht hinterfragen. Aber wahrscheinlich musste die Frage kommen, immerhin bin ich unter den Avoxen nicht ohne Grund als Snows Bluthund bekannt.“ Ich lächelte bei ihrem Blick freudlos.
Ja, ich wusste wie die Avoxe mich nannten und ich wusste auch, dass einige Rebellen dies übernommen hatten. Wahrscheinlich sah mich auch Effie als Snows Bluthund an, der alles tat, was der Präsident wollte. Ich konnte fühlen, wie das Mädchen ihre Hand auf meine legte und sah Lavinia an. Wie sollte ich ihr mein Verhalten erklären? Ich wusste ja selbst nicht, warum ich nett zu dem Kind war aber mir war irgendwie auch klar, dass ich in meinem Haus nicht pausenlos tyrannisch sein konnte, wenn ich den Menschen jeden Tag und zu fast jeder Stunde sah. Zu Felia und ihrer Familie war ich auch ganz anders gewesen als zum Rest des Kapitols. Ich war der jungen Frau verfallen gewesen und ihre Familie hatte mich schon vor meiner Beziehung mit ihr aufgenommen. Zu Seneca war ich auch anders gewesen und auch wenn Effie es nicht so sah... Ich behandelte meine Tochter nicht wirklich so, wie die anderen Menschen. Ich würde sie niemals fallen lassen oder zusehen, wie man ihr weh tat.
„Ich weiß, dass du mich nicht magst, mein Kind. Das können die Wenigsten, nicht mal mein Kind mag mich und ich kann mir nicht vorstellen, dass Snow mich mag. Ich bin nützlich für ihn aber als Mensch mag er mich bestimmt nicht. Ich hab damit auch kein Problem... Ich... lege es auch nicht darauf an gemocht zu werden. Die Menschen, die mich mal gemocht haben, kann man beinahe an einer Hand abzählen und die sind alle tot. Der letzte starb kurz nach den Spielen. Außerdem habe ich nie so ganz begriffen, warum sie mich geliebt oder gemocht haben.“, erklärte ich und sah Lavinia an. „Aber nur weil du mich nicht magst, heißt das nicht, dass ich dich Snows Wüten freiwillig ausliefere oder es irgendwann tue. Ich weiß, was Loyalität bedeutet und ich kann überaus loyal sein.“, erklärte ich leise und wusste, dass ich nicht wirklich gesagt hatte, warum ich zu ihr nett war.
„Ich weiß, das ist keine Antwort auf deine Frage und wenn ich ehrlich bin, weiß ich sie auch nicht. Zu bestimmten Menschen bin ich nun mal anders, auch wenn ich hin und wieder gemein zu ihnen sein kann. Aber unter dem Strich behandele ich sie anders. Du gehörst eben dazu und warum auch nicht? Du lebst in meinem Haus und... Nunja, ich kann nicht gerade sagen, dass es mir unangenehm ist. Du musst dir jedenfalls keine Sorgen machen, dass sich mein Verhalten dir gegenüber ändert oder ich nicht mehr loyal bin, solange du loyal zu mir bist und das bist du, obwohl du mich nicht ausstehen kannst.“ Ich musste lächeln als ich die Röte auf ihren Wangen sah und spürte, wie das Kind meine Hand drückte. Wieder beugte Lavinia sich über das Blatt und ich beobachtete wie ihre Finger darüber flogen. Nachdem sie fertig war, schob sie mir das Blatt zu.
Es ist nicht so, dass ich Sie nicht mag... Aber Sie können mir auch eine Heidenangst einjagen, vor allem wenn Sie mich anschreien. Dann können Sie wirklich furchteinflößend sein aber trotzdem mag ich Sie. Ich schluckte und sah auf die Tischplatte. „Du solltest mich nicht mögen, Kind. Oder mich als deinen Freund betrachten. Meine Freunde leben nicht sehr lange nachdem sie sich mit mir angefreundet haben. Du solltest nicht vergessen, wer ich bin und mich lieber weiter hassen.“
Lavinia lachte und schrieb mir, dass ihr Avoxfreund im Grunde das gleiche gemeint hatte. Das Mädchen sollte sich lieber daran erinnern, dass ich Snows Bluthund sei, der sie jederzeit fallen lassen könnte. „Aber das werde ich nicht. Das habe ich dir versprochen.“
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Fr Aug 29 2014, 00:27

Prosper & Lavinia
Auf meine Frage herrschte erst mal eine Weile Schweigen und ich konnte Trinket ansehen, dass er über diese Frage überrascht war. Aber warum eigentlich? Er sollte doch wissen, dass er sich vollkommen anders verhielt als man es von ihm dachte. Damals hatten mich ein paar Avoxe bemitleidet, weil sie sich sicher gewesen waren, dass ich in die nächste Hölle kommen würde. Während der Mann weiter aß, betrachtete ich ihn und war gespannt, ob er mir antworten würde. Doch als Trinket das Wort wieder ergriff, spürte ich wie ich blasser wurde und sah auf meinen Teller. Natürlich war ich froh, dass er mich nicht schlug und ich war dankbar, dass er sein Versprechen gehalten hatte und nicht in mein Bett kam. Mit so einer Antwort hatte ich nicht gerechnet und ich musste zugeben, dass ich mir Sorgen machte. Offenbar hatte ich ihn kalt überrascht und nun hatte er zurückgeschlagen.
Als der Alte sich bei mir entschuldigte, war ich...überrascht trifft es nicht. Ich war schockiert, dass er verstanden hatte, dass mich seine Worte verletzt hatten und dies keine angemessene Antwort auf meine Frage gewesen war. Mich überraschte es eher, dass er wusste, wie die Avoxe ihn nannten und ich machte mir Sorgen, was dies für mich bedeuten könnte. Doch er ging nicht weiter darauf ein. Offenbar hatte sich der Mann mit seinem Ruf abgefunden und er erklärte auch, dass er es nicht darauf anlegte gemocht zu werden. Er nahm sogar an, dass Snow ihn nicht als Menschen mochte sondern ihn nur als nützlich erachtete. Prosper Trinket machte es einem aber auch schwer ihn zu mögen. Er war die meiste Zeit äußerst kühl und gab jedem irgendwie das Gefühl, dass man Trinkets Zeit besser nicht verschwenden sollte. Nach einer Weile sprach er weiter und erklärte mir, warum er mich gut behandelte und nett zu mir war. Dabei sprach er auch meine Gefühle an und meinte, dass ich ihn nicht mögen würde. Hätte ich sprechen können, dann wäre hier mein Widerspruch gekommen. Auch wenn ich eine Heidenangst vor ihm hatte und auch wenn ich es mir immer wieder anders einreden wollte, so mochte ich Trinket sehr wohl. Snows Bluthund hatte mich besser behandelt als alle anderen im Kapitol abgesehen von Katniss. Er war loyal zu mir und würde mich auch nicht fallen lassen. Er schien mich irgendwie zu mögen, auch wenn Trinket sich selbst nicht erklären konnte, warum es so war. Ich nahm seine Hand und drückte diese ehe ich ihm schrieb, dass ich ihn bei aller Angst sehr wohl mochte. Wieder reagierte er anders als ein anderer Mensch es tun würde. Trinket versuchte mir klar zu machen, dass ich ihn lieber nicht mögen sollte und ihn erst recht nicht als Freund sehen sollte.
Ich wusste, dass er auf Seneca und dessen Ende anspielte und lachte leicht als er die gleichen Worte wie Merryn benutzte.
Das meinte Merryn auch... Er meinte, ich sollte nicht vergessen, wer Sie sind und dass Sie mich jederzeit fallen lassen könnten Wieder versprach er mir, dass er das nicht tun würde.
Ich weiß. Sie sind mein Freund und ich vertraue Ihnen. Mir ist es egal, was die anderen sagen. Der Alte schloss die Augen und presste die Lippen zusammen. Vorsichtig drückte ich wieder Trinkets Hand. Natürlich war mir klar, dass niemand sonst was mitbekommen sollte. Snow sollte nicht erfahren, dass sein Berater nett zu seiner Avoxin war und diese ihn mochte. Mir war natürlich klar, dass er mich nicht mochte. Auch wenn ihm meine Gesellschaft angenehm war aber war bestimmt nicht so dumm mich zu mögen. Auf der anderen Seite... er meinte, dass er immer die Menschen besser behandelte, die er auch mochte.
Sie mögen mich... Deshalb sind Sie auch nett zu mir, weil sie mich gern haben. Dieses Mal war er es, der sich auf die Unterlippe biss. Ich hingegen sah wieder auf meinen Teller. Er musste es mir nicht sagen und wahrscheinlich war es auch besser, wenn der Mann schwieg. Doch diese Gedanken verhinderten nicht, dass ich lächeln musste.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Fr Aug 29 2014, 17:27

Prosper & Lavinia

Ich hatte das Mädchen mit meinen Worten verletzt, das wusste ich und sie zeigte es mir mehr oder weniger auch als Lavinia auf ihren Teller sah. Aber warum hatte das Kind auch gefragt? Sie sollte doch eher froh sein, dass die Avoxe und sie sich damals geirrt hatten. Natürlich war ich bei ein paar Dingen streng und ja, ich hatte auch meine Wutanfälle aber insgesamt ging es ihr besser.
Als ich mich bei ihr entschuldigte schien sie das wirklich zu überraschen und ich verkniff mir ein Lächeln. Immerhin wollte ich nicht, dass sie glaubte, ich würde Lavinia nicht ernst nehmen. Ich hatte mich damit abgefunden, dass die Avoxe im Kapitol keine gute Meinung über mich hatten und ich war ja auch selbstverantwortlich dafür. Ich war kein netter Mann und jeder, der sich mit mir befassen musste, hielt sich kurz um nicht meine Zeit zu verschwenden. Ich mochte es nicht, wenn man sich nicht kurz hielt und ständig abschweifte. Dies zeigte ich dann auch sehr deutlich, was mein Gegenüber dann in Furcht versetzte vor meinen Maßnahmen. Doch ich war loyal...  Auch zu meinen Informanten und ich würde sie nicht hängen lassen oder ihre Namen verraten, nur um mir gewisse Freiheiten zu erkaufen. Ich würde auch Lavinia nicht hängen lassen und sie Snows Zorn aussetzen.
Natürlich war mir klar, dass das Kind mich nicht mochte und ich konnte ihr auch keinen Vorwurf machen. Schon bei unserem ersten Treffen hatte ich erklärt, dass ich nichts dagegen hatte, dass das Mädchen mich nicht mochte, da ich dies als Versicherung ansah, dass Lavinia mir nicht so einfach in den Rücken fiel. Doch Lavinia hatte mir erklärt, dass sie mich schon mochte aber eine Heidenangst vor mir hatte. Offenbar hatte sich das Mädchen in den letzten Wochen gefragt, ob ich meine Wut nicht auch anders Luft machen könnte und sie würde nicht mal der wahre Grund dafür sein müssen. Auf meine Erklärung, dass sie mich lieber nicht mögen sollte und mich eher als Feind betrachten sollte, erklärte sie, dass auch der Avoxjunge ihr gesagt hatte, dass sie nicht vergessen sollte, wer ich sei.
Ich musste ihm zustimmen, wobei ich dem Kind wieder versicherte, dass ich sie nicht fallen lassen würde. Auf ihre folgenden Worte seufzte ich.
Das war gar nicht gut... Ich hatte es nicht darauf angelegt, dass sie mich irgendwie mögen könnte. Ich hatte nur gewollt, dass ihr Leben leichter war. Sie war schließlich nicht meine Gefangene und auch, wenn sie so dumm gewesen war zu fliehen... Ich wusste, dass ich diesen Schritt auch gegangen wäre, wenn Felia mich gefragt hätte. Sie war in Jacob verliebt gewesen und hatte mit ihm eine Zukunft haben wollen. Eine Zukunft weit weg vom Kapitol...
Wieder drückte das Mädchen meine Hand und ich drehte sie so, dass unsere Handflächen sich berührten. Nach einer Weile schob das Mädchen mir wieder das Blatt zu und ich biss mir auf die Unterlippe. Sie mochte mich und, ja... Ich mochte das Kind. Ich mochte sie so, wie ich Seneca und Felia mich am Anfang gemocht hatte. Ich betrachtete das Mädchen, das auf ihren Teller sah und lächelte.
Das ist nicht gut... Sie sollte dich nicht mögen und sie sollte denken, dass sie für dich nicht wichtig ist... Was, wenn Snow es herausfindet?
Nun, dann musste ich dafür eben sorgen, dass der Präsident es nicht merkte. „Iss auf, Kind.“, sagte ich schließlich leise und Lavinia nickte. „Wenn du willst, kannst du später noch in die Bibliothek und lesen.“ Ich lächelte als sie mich überrascht ansah. „Ja, ich weiß, was ich gestern gesagt habe. Dass ich dich den ganzen Tag nicht sehen will aber das hat ja schon mal nicht geklappt, nicht wahr?“, meinte ich leise und Lavinias Wangen färbten sich rosa.

Nach dem Essen ging ich aus der Küche und ließ das Mädchen allein. Ich begab mich in meine Bibliothek und setzte mich. Irgendwie war es merkwürdig gewesen auch an diesem Abend nicht allein zu essen. Wie sollte ich mich dem Mädchen jetzt gegenüber verhalten? Ich konnte nicht mehr so streng oder gemein sein, wie ich es vorher war. Immerhin wusste Lavinia jetzt, dass ich sie mochte. Ich blieb nicht lange allein, denn das Mädchen betrat ebenfalls den Raum und stellte das Buch in dem sie heute gelesen hatte wieder in das Regal um sich ein neues zu nehmen. „Wenn du so weiter machst, dann muss ich irgendwann neue Bücher kaufen, weil du hier alles ausgelesen hast.“, sagte ich leise und bemerkte, wie Lavinia leicht lächelte.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Di Sep 09 2014, 19:11

Prosper & Lavinia

Eigentlich hatte Trinket mir gesagt, dass er mich den ganzen Tag nicht sehen wollte und wahrscheinlich hatte der Mann auch nicht damit gerechnet, dass ich immer noch bei ihm saß. Normalerweise war er beim Essen genauso still, wie auch an den anderen Gelegenheiten, wenn wir nebeneinander saßen oder ich bei ihm war. Trinket war wirklich kein Mann, der viel sprach. Er schien sich auch in der Einsamkeit wohler zu fühlen als wenn er bei anderen Menschen war. Natürlich gab es Menschen, die er kannte und mit denen er auch beruflich zu tun haben musste aber Trinket kam mir immer so vor als ob er keinen davon wirklich mochte. Effies Kindheit musste schwer gewesen sein...
Ein junges Mädchen, das mit einem alternden Mann zusammen lebte, der sich in der Einsamkeit wohl fühlte und kaum Freunde hatte, war bestimmt nicht von der Ruhe und der Strenge begeistert gewesen. Anders als ihr Vater schien Effie im Kapitol beliebt zu sein. Charme, Witz und die Fähigkeit höfliche Gespräche zu führen besaß sie zu genüge. Trinket kam eher schnell auf den Punkt und hielt sich nicht mit nichtssagenden Gesprächen auf. Dadurch wirkte er unhöflich und schroff aber das hieß nicht, dass er nicht höflich sein konnte. Trinkets Problem schien eher zu sein, dass er im Grunde niemandem wirklich vertraute und während eines Gespräches genau darauf achtete, was er sagte. Ich betrachtete den Mann und legte den Kopf leicht schief. Ich hatte einmal ein Bild von seiner Frau gesehen als ich in seinem Schlafzimmer sauber gemacht hatte. Mrs. Trinket war jünger gewesen als ihr Mann... und sie schien neben diesem kalten Mann wirklich glücklich gewesen zu sein. Ob sie geahnt hatte, dass Trinket Felia so sehr liebte, dass er ohne sie vollkommen herzlos wurde? Sie hatte bestimmt gewusst, wie er sein konnte aber ob ihr auch klar gewesen war, dass Trinket sich ihren Tod niemals verzeihen konnte? Als Trinket gesehen hatte, dass ich das Bild in der Hand gehalten hatte, war sein Gesicht starr wie eine Maske geworden. Danach hatte ich das Bild nie wieder auf der Kommode gesehen, wenn ich das Zimmer betreten musste. Felia Trinket war offenbar ein Geheimnis für Trinket und er wollte nicht, dass ein Fremder dieses Geheimnis kannte. Ich hatte es nicht wieder gewagt ihn nach seiner Frau zu fragen, auch wenn er nicht mehr so kalt und herzlos zu mir war. Wahrscheinlich hatte der Mann damals das gleiche gedacht, wie heute. Dass Felia ihn nicht mögen sollte und er nicht mehr gewusst hatte, wie er sich ihr gegenüber verhalten sollte.
Nachdem wir fertig waren mit dem Essen, drückte ich Trinkets Hand nochmal und er stand auf. Allein in der Küche seufzte ich leicht und fragte mich, was er nun tun würde. Er war nicht begeistert davon, dass ich ihn als Freund sah und ich wusste auch, dass er mich zwar mochte aber mir nicht soweit vertraute um mir auch von seiner Frau zu erzählen. Sie ist sein schwacher Punkt... Er versucht jedes Gespräch über sie aus dem Weg zu gehen aber warum? Natürlich schmerzt es ihn aber da scheint mehr zu sein..., dachte ich während ich die Teller abwusch.

Bevor ich in die Bibliothek ging, holte ich das Buch, das ich heute gelesen hatte und nahm es mit. Als ich den Raum betrat und es zurück in das Regal stellte, konnte ich seinen Blick auf meinem Rücken spüren. Früher war es mir unangenehm gewesen aber heute hatte ich kein Problem damit dem Mann den Rücken zu zukehren.
Auf seine Worte musste ich lächeln und setzte mich neben ihn. Ich betrachtete den Mann und seufzte leicht. Irgendwann... Irgendwann würde ich Trinket nach seiner Frau fragen und hoffen, dass er mich dafür nicht schlug. Ich konnte mir vorstellen, dass dies ein Grund sein würde aber jetzt... Ich wollte nicht, dass er sich noch unwohler fühlte als er es ohnehin tat.
Ich hob meinen Kopf als er mich ansprach und erklärte, dass er morgen wieder in den Palast ging. Er wollte mit Snow sprechen und wieder spürte ich, wie ich eine Gänsehaut bekam. Er wird... Nein, er hat gesagt, dass er mich nicht los werden will... Er wird sich daran halten.,beruhigte ich mich und hob fragend die Augenbrauen. “Es geht um Everdeen... Der Präsident ist nicht mit ihr zufrieden und ich wollte ihn fragen, was er nun vorhat. Vielleicht sollten wir das Übel an der Wurzel packen und etwas im Distrikt tun.“, erklärte der Mann mir und ich musste leicht schlucken.
Willst du... zurück in den zwölften Distrikt gehen?, fragte ich ihn rundheraus. Ich wusste schließlich, dass das Kapitol ihm überdrüssig war und auch, wenn er einer der größten Intriganten im Kapitol war... so war ihm dieser Weg verhasst. Ich bemerkte, wie er wohl wirklich darüber nachdachte aber zu meiner Erleichterung schüttelte Trinket den Kopf.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   So Okt 05 2014, 23:25

Prosper & Lavinia

Das Mädchen wusste zu viel. Sie wusste, dass ich das Kapitol satt hatte und mich am liebsten aus meiner Tätigkeit zurückziehen wollte. Sie wusste, dass ich kein Interesse an den Bewohnern hatte und sie wusste auch, dass ich aus einem der Distrikte kam. Eigentlich war Lavinia gar nicht gut für mich und wenn ich nicht wüsste, dass sie mir gegenüber loyal sein würde, dann wäre ich auch nicht besonders gnädig mit ihr. Lavinia hatte einmal das Bild gesehen, dass von mir und meiner Frau gemacht worden war, kurz nachdem Felia meinen Antrag angenommen hatte. Mir war gar nicht wohl dabei gewesen, wie weit dieses Kind inzwischen in meinem Leben vorgedrungen war und nun auch wusste, wie meine Frau ausgesehen hatte und ich wirklich glücklich bei Felia gewesen war. Ich hatte dafür gesorgt, dass das Kind das Bild nicht mehr sehen würde, wenn sie in dem Schlafzimmer sauber machen würde. Ich wollte nicht das Mitleid in ihren Augen sehen, weil ich offenbar nicht mit meiner Frau und meiner Vergangenheit abschließen könnte. Aber wie hätte ich das auch können? Felia war so jung gewesen und sie hatte eine strahlende Zukunft vor sich gehabt. Ihr größter Fehler war es gewesen mich als ihren Ehemann zu nehmen und den Wunsch nach einem Kind gehabt zu haben. Und dann nicht mal nach irgendeinem Kind, sondern nach einem, das von mir war. Ich hätte härter bleiben sollen und Felia diesen Wunsch weiterhin verweigern sollen. Doch ich hatte die Furcht gehabt, dass sie mich irgendwann hassen könnte und mich verlassen würde, auch wenn sie immer das Gegenteil gesagt hatte.
Ich ließ Lavinia allein in der Küche und ging in meine Bibliothek in der ich überlegte, was ich tun sollte. Sie mochte mich und ich verstand nicht, warum sie es tat. Ich hatte es auch nicht bei Felia verstanden oder bei Seneca. Ich hatte auch nie verstanden, warum meine Tochter als Kleinkind unbedingt bei mir hatte bleiben wollen. Doch Effie hatte ich vergrault mit meiner Kälte und meinen Gemeinheiten. Bei Felia und Seneca hatte das nicht geklappt. Ich fragte mich, ob ich Lavinia dazu bringen konnte mich nicht mehr zu mögen, wenn ich gemeiner wurde. Aber wenn ich ehrlich war, war ich zu müde dafür.
Schließlich kam sie in den Raum und nahm sich ein neues Buch. Lavinia las sehr viel und ich fragte mich, wann sie wohl alles gelesen hatte. Eine Weile herrschte Stille bis ich dem Mädchen sagte, dass ich morgen in den Palast gehen würde. Ab morgen war der Tag vorbei und ich musste mich wieder anderen Dingen widmen. Das erklärte ich auch dem Mädchen und sie wollte wissen, ob ich in den 12. Distrikt gehen wollte. Es war verlockend, ohne jeden Zweifel. Was hielt mich denn noch hier? Effie hatte ihr eigenes Leben und der Präsident würde mir bestimmt erlauben meine Avoxin mitzunehmen. Doch wenn ich das Kapitol verließ, würde ich Kontrolle verlieren und das war nicht das, was ich wollt. Ich schüttelte den Kopf und bemerkte die Erleichterung bei dem Mädchen. Nach einer Weile stand das Mädchen auf und wünschte mir eine gute Nacht. Ich nickte und hob die Hand. Allein gelassen betrachtete ich die Bücher und die Regale und mir graute davor in mein Bett zu gehen.

Am nächsten Tag saß ich gemeinsam mit Plutarch Heavensbee in Snows Büro. Er saß näher bei ihm, während ich im Hintergrund blieb und eher zuhörte. Schließlich ging es um die Situation im 12. Distrikt und ich sah an dem Präsidenten vorbei und aus dem Fenster. „Wir sollten jemanden schicken, der Crays Posten übernimmt. Jemand, der strenger ist und die Situation wieder unter Kontrolle bringen kann.“, erklärte ich leise und Heavensbee drehte sich zu mir um. „Wollen Sie das etwa übernehmen? Soviel ich weiß, haben Sie schon Erfahrungen in diesem Gebiet.“, meinte der Mann und erntete ein Kopfschütteln von mir. „Aber ich kenne jemanden, der perfekt ist. Wie Sie wissen, habe ich noch Kontakte zu der Verwaltung der Friedenswächter und kenne auch viele von den Kommandanten und Ausbildern.“, erklärte ich leise. Der Präsident sah mich interessiert an und ich erzählte ihm von Thread. Er war streng, er war etwas älter und er hatte kein Problem damit hart durchzugreifen. Außerdem war Thread nicht so, dass er die Situation zu seinen Vorteilen nutzen würde. „Und was soll aus Cray werden?“, wollte Plutarch wissen und ich bildete mir ein, dass ich Sorge heraushörte. „Trinket, Sie wissen doch am besten, wie man mit Versagern umgehen sollte.“, meinte Snow und ich nickte. „Außerdem wäre eine Warnung an die Rebellen nicht schlecht.“
Ich fragte ihn, wie diese Warnung aussehen sollte und hörte die Antwort: „So effektiv, wie es Ihnen möglich ist.“ Ich nickte und stand auf als er uns entließ. Ich ging in mein eigenes Büro und fragte mich, was Lavinia wohl sagen würde. Ob sie mich immer noch für ihren Freund halten würde, wenn sie wüsste, dass ich gerade den Auftrag für einen Mord bekommen hatte?
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   So Okt 12 2014, 01:18

Prosper & Lavinia

Am nächsten Tag ging Prosper wieder früh aus dem Haus und es schien so als ob es den gestrigen Tag nicht gegeben hatte. Er war wieder so schweigsam und abweisend, wie zuvor und behandelte mich auch kühl. Als ob es das Gespräch gestern Abend nicht gegeben hatte und ich fragte mich, ob es lediglich seine Schwäche gestern gewesen war, die ihn dazu getrieben hatte netter als sonst zu sein. Prosper Trinket - ausgerechnet er -  hatte mir gesagt, dass er mich mochte aber heute war nichts mehr davon übrig. Bevor er endgültig aus dem Haus gegangen war, hatte mir der Mann gesagt, dass er mich am Nachmittag in seinem Büro sehen wollte und ich hatte widerstrebend genickt. Eigentlich hatte ich es ja gewusst... Ich hatte gewusst, dass er wieder so sein würde und dass sich nichts geändert hatte. Ich war seine Avoxin und Prosper Trinket war Snows Bluthund. Wahrscheinlich würde es nicht mehr allzu lange dauern und ich würde wieder diesen kalten und beißenden Spott über mich ergehen lassen müssen. Dieser Spott, den er so großzügig austeilte und unter den auch Effie litt. Es würde nicht allzu lange dauern und er mich wieder als dumme Gans oder dummes Mädchen bezeichnen würde. Ich hatte es gewusst aber trotzdem war ich... enttäuscht. Ich hatte gehofft, dass ich ein wenig hinter seinen hohen Mauern gekommen war - dass ich sie eingerissen hätte... dieser Illusion war ich nie nachgehangen am gestrigen Abend. Um diese Mauern einzureißen brauchte es schon mehr als eine Avoxin, die ihm sagte, dass sie ihn mochte und ihm vertraute... Die ihn als Freund ansah.
Snows Bluthund... Gestern hat er mir noch gesagt, dass ich nicht vergessen solle, wer er ist. Und jetzt zeigt er es mir wieder., dachte ich, während ich meiner Hausarbeit nachging. Er war ein Ungeheuer, jeder hatte diese Meinung über ihn. Egal ob es Avox, Tribut, Mentor oder Kapitoler war, jeder sagte das über ihn. Nur ich hatte gedacht, dass da mehr in ihm war. Vielleicht hatte ich mich der gleichen Illusion hingegeben, wie Felia Trinket und wie Maeve Everdeen... Ich wusste, dass er während der Tour der Sieger mit Katniss´ Mutter gesprochen hatte und sie ihn wohl dazu hatte bringen wollen sich stärker für die unteren Distrikte einzusetzen. Sie hatte die gleiche Illusion gehabt, wie seine Frau und ich. Diese Illusion, dass hinter dieser Kälte und dieser Verachtung, hinter diesem Zynismus und diesem Selbsthass, dass mehr hinter alldem war. Dass er nicht nur ein Ungeheuer war, sondern ein Mensch. Ein Mensch, der sehr wohl wusste, was Freundschaft war und der Liebe nicht nur als Geschäft sah. Ich verstand nicht, wie er so etwas nur denken konnte. Prosper war verheiratet gewesen und er hatte dies aus Liebe getan. Warum hatte er jetzt so eine zynische Meinung über die Liebe? Er sagte zwar nicht, dass es Liebe nicht gab – dafür wusste er es zu gut, wie sie sich anfühlen konnte – aber für ihn war Liebe ein Geschäft und womöglich auch ein Spiel. Offenbar sah er sich als Verlierer dieses Spiels an, immerhin hatte er seine Frau verloren.
Ich fragte mich, was er mit dem Präsidenten und Heavensbee besprechen würde aber ich wusste auch, dass es mich nichts anging. Er würde es mir auch nicht sagen. Prosper Trinket war loyal und verschwiegen - was für mich in diesem Haus ein Segen war, war für die Rebellen und die Distrikte im Allgemeinen eine Katastrophe. Trinket würde Snow bis zum Schluss die Treue halten und nichts würde ihn umstimmen, schon gar nicht sein stummes Vögelchen.
Oder das Leiden in den Distrikten. Prosper hielt nichts von den unteren Distrikten und er verachtete sie alle. Er verachtete die Rebellen, die Verräter und die unteren Distrikte. Er verachtete aber auch die Kapitoler und er verachtete sich selbst, vielleicht verachtete er auch den Präsidenten. Ausgerechnet in seinen Händen lag mein Leben und ich wusste nicht, ob er mich nicht ebenso verachtete. Hätte er es zuvor schon getan, dann würde er mich jetzt nur noch mehr verachten, dass ich so naiv war und ihm vertraute. Ich konnte regelrecht seine Stimme hören, wie er mich anblaffte: Hab ich dir denn gar nichts beigebracht, dummes Mädchen? Du sollst niemandem vertrauen!

Am Nachmittag klopfte ich an der Tür zu seinem Büro im Regierungspalast und hörte, wie er mich hereinrief. Der Mann stand am Fenster aber drehte sich um als ich die Tür schloss. Kurz zuckte ein freudloses Lächeln um seine Lippen aber dieser Moment war schnell vorbei und wieder war da dieser kalte und abweisende Ausdruck auf seinem Gesicht. Auch seine Augen waren kalt und unbeteiligt, während er zu sah, wie ich näher trat und mich auf eine Geste von ihm hin setzte. Das Schweigen lastete bleiern über uns, während ich darauf wartete, dass er das Wort ergriff. Ich hatte den Eindruck, dass Prosper nach Worten suchte. Es war immer noch merkwürdig seinen Vornamen zu denken und nicht mehr seinen Nachnamen zu benutzen. Der Mann erklärte mir, dass er auf eine Party eines Kapitolers eingeladen war und er wollte, dass ich mitkam. Ich war seine Begleitung, dies war ich gewesen seit ich meinen Dienst bei ihm angetreten hatte. Prosper hatte gemeint, dass er wenigstens eine Menschenseele haben wollte mit der er reden konnte und die nicht so... affektiert war. Er sah müde aus und auch irgendwie... geschlagen. Zum ersten Mal wurde mir klar, dass er wirklich ein alter Mann war. Natürlich hatte ich das immer gewusst aber Prosper hatte nie den Eindruck gemacht, dass sein Alter ihm irgendwie zusetzte. Doch nun konnte ich deutlich die scharfen Falten um seinen Mund und auf seiner Stirn sehen.
Ich fragte mich, ob das Gespräch mit dem Präsidenten und dem obersten Spielemacher nicht gut gelaufen war. Hatte er wieder an Crane denken müssen? Ich wusste, dass er Heavensbee deshalb nicht mochte, weil er bei seinem Anblick immer an Seneca Crane denken musste und dass er ihm nicht hatte helfen können.
Ist alles in Ordnung, Prosper?, wollte ich wissen und nach einem kurzen Zögern schrieb ich seinen Namen auf und nicht „Sir“. Ich sah, wie sein Blick kurz flackerte aber er kommentierte es nicht. Prosper nickte lediglich und presste die Lippen zusammen.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   So Okt 12 2014, 02:11

Prosper & Lavinia

Eine Weile hatte ich aus dem Fenster gesehen bis ich mich abgewandt hatte und meine Post durchsah, die für mich hier abgeben würde. Meistens bekam ich meine Post hierher und nur selten nach Hause. Was wohl vor allem daran lag, dass ich seit Felias Tod eher im Palast lebte, in diesem Büro als in meinem Haus. Auch dort hatte ich meine restliche Freizeit in meinem Arbeitszimmer oder in meiner Bibliothek verbracht, auch wenn ich meine Tochter während ihrer Kindheit nicht von dort hatte verbannen können. Es war ein Raum gewesen, den wir beide genutzt hatten und Effie hatte meist die Sachbücher genutzt um zu lernen oder um ihre Neugierde zu befriedigen. In mein Arbeitszimmer war sie nur gekommen, wenn ich es ihr befohlen hatte und das war meist dann gewesen, wenn ich sie bestrafen oder ihr eine Lektion erteilen musste. Noch heute mied Effie diesen Raum und wagte nicht mal dorthin zu sehen. Ich schüttelte leicht den Kopf um diesen Gedanken zu vertreiben und rief in der Verwaltung der Friedenswächter an. Ich erklärte, dass sich Romulus Thread bei mir melden sollte und zwar bald. Am liebsten schon gestern aber das ging ja schlecht. So erklärte ich, dass ich ihn morgen entweder persönlich sehen wollte, wenn er im Kapitol war oder einen Anruf von ihm erwartete. Ich konnte die Zustimmung am Ende der Leitung hören und legte auf. Wieder arbeitete ich mich durch meine Post und sah schließlich eine Einladung... Es brauchte nur einen Anruf um herauszufinden, dass ein bestimmter junger Mann ebenfalls dort sein würde. Ich hatte ihn bespitzeln lassen und wusste, dass er ein Rebell war, sogar ein recht wichtiger Rebell. Er schaffte Informationen aus dem Kapitol zu den verschiedenen Distrikten. Je eher man ihn los wurde, desto besser. Ich würde ihn wohl selbst töten müssen, denn einschüchtern funktionierte nicht und wenn ich seine Familie vernichten ließ, wie ich es bei Abernathy oder McCoy getan hatte, dann würde ich ihn wohl nur stärker gegen das Kapitol aufbringen. Nein, er musste weg und seine Familie sollte am besten auch gleich verschwinden. Wobei es vielleicht reichen würde, wenn ich dafür sorgte, dass seine Schwester eine Avoxin wurde... Die Eltern der beiden würden viel zu eingeschüchtert und verzweifelt sein, um Rache üben zu wollen. Bei dem Gedanken aus diesem Mädchen ein stummes Vögelchen zu machen, musste ich Lavinia denken.... Mein stummes Vögelchen.
Sie mochte mich und vertraute mir... Wie würde sie jetzt über mich denken, wenn sie wüsste, was ich da plante? Was würde sie denken, wenn sie wüsste, dass ich einem fremden Mädchen das gleiche Schicksal zuteilwerden lassen wollte? Ich hatte heute Morgen die Enttäuschung in ihren Augen gesehen als ich sie so kalt und abweisend, wie sonst auch behandelt hatte. Doch es war besser so... Auch wenn ich gestern Abend zu müde gewesen war um gemein zu werden, so wusste ich, dass ich sie dazu bringen musste mich wieder als Ungeheuer anzusehen. Ich konnte mich noch an ihren verletzten Ausdruck erinnern als ich ihr gesagt hatte, was Liebe für mich war. Ein Geschäft und ein Spiel... Nicht mehr. Ich hatte zu hoch gesetzt und verloren, und ich wollte, dass Lavinia aufhörte diese dummen Mädchenträume zu haben. Sie sollte es doch besser wissen! Sie hatte Jacob verloren und dennoch glaubte dieses dumme Mädchen immer noch an die große Liebe. Ich stand mit einem Ruck auf und ging zum Fenster. Ich würde meinen Kopf verlieren... Wenn die Rebellen siegen würden, dann würde ich meinen Kopf verlieren, das wusste ich. Ich hatte zu viele schreckliche Dinge getan und nur weil ich zu einem stummen Mädchen gut war, würde das nichts ändern. Der Präsident erwartete von mir, dass ich den Rebellen eine Warnung schickte, die sitzen würde und er erwartete von mir, dass ich mich um Cray kümmern würde. Ich war treu... Ich war verschwiegen... Ich wusste, wie man gewisse Dinge, wie einen Unfall aussehen lassen konnte... Ich hatte keine andere Wahl, wenn ich Lavinia und meine Tochter nicht in Gefahr bringen wollte.
Ich wusste nicht, wie lange ich da stand als ich plötzlich ein Klopfen hörte.
„Herein!“, rief ich und wandte mich um. Ein kurzes und freudloses Lächeln zuckte auf als ich Lavinia erkannte. Doch so plötzlich, wie es erschienen war, verschwand es auch und ich mühte mich um einen kalten und unbeteiligten Ausdruck. Sie schloss die Tür und kam näher, auf mein Zeichen hin setzte sich das Kind und ich ging vom Fenster weg um zu ihr zu gehen. Ich lehnte mich leicht an den Tisch und betrachtete Lavinia schweigend. Das Mädchen erwiderte meinen Blick und ich konnte die Sorge in ihren Augen sehen. Dieses dumme Ding machte sich Sorgen um mich und ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich sollte ihr den Befehl von Snow mitteilen und ihr sagen, dass ich es tun werde. Ich sollte dem dummen Ding zeigen, dass ich immer noch ein Ungeheuer war und es besser war, wenn sie mich wieder als solches sah. Ich sollte ihr die Augen öffnen.
Doch ich sagte nichts davon, sondern erklärte leise: „Ich wurde zu einer Party eines Kapitolers eingeladen. Ich möchte, dass du mich wieder begleitest.“ Sie nickte aber meine Worte hatten die Sorge nicht aus ihren Augen vertrieben. Lavinia musterte mich und ich spürte, wie ich mich allmählich unwohl fühlte.
Was denkst du, Kind? Warum kannst du mich nicht einfach wieder als gemeines und gefühlloses Ungeheuer ansehen?
Schließlich holte sie einen Zettel und einen Stift hervor und schrieb etwas auf. Als ich die fünf Wörter sah, hatte ich ein merkwürdiges Gefühl. Vor allem als ich meinen Namen sah. Schon gestern hatte sie ihn benutzt und auch jetzt tat sie es. Das ist nicht gut... Bring sie dazu dich zu hassen!... Aber ich weiß nicht, wie!, gab ich zu. Ich wusste nicht, wie ich diesen Zustand wieder erreichen konnte. Natürlich konnte ich ihr sagen, dass ich mich entschlossen hatte einen Menschen zu töten aber... Himmel, ich wusste nicht, ob das was brachte!
Ich nickte und presste meine Lippen zusammen. Niemand sollte es mitbekommen... Ich wollte es ihr nicht verbieten aber ich wusste, dass wir vorsichtig sein mussten.
„Sorg dafür, dass niemand deine Zettel finden kann.“, beschied ich sie schließlich. „Und bitte... wenn wir in der Öffentlichkeit sind, dann benutz meinen Vornamen niemals.“ Lavinia nickte aber lächelte auch leicht.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Mo Okt 20 2014, 21:48

Prosper & Lavinia

Neben der Tatsache, dass Prosper sehr... müde aussah, überraschte es mich auch, dass man ihn zu einer Party eingeladen hatte und er zugesagt hatte. Normalerweise ging er nicht gerne auf solche Veranstaltungen und die meisten Leute wussten das. Sie ließen ihn in Ruhe und wenn man ihn einlud, dann machte der Mann oft ein Gesicht als ob er am liebsten irgendwo anders sein wollte. Ich fragte mich, wie er die ganzen Einladungen überlebt hatte als er noch allein gewesen war... Doch damals hatte er ja Seneca Crane gehabt. Immer noch kam es mir mehr als seltsam vor, dass sich Prosper mit dem jungen Mann angefreundet hatte. Jetzt tat er so als ob ihm der Tod seines Freundes egal war aber manchmal schien es zu deutlich zu sein. Als ob er nicht nur andere davon überzeugen wollte, dass Crane auf sein Ende zu gesteuert war und niemand ihm helfen konnte. Manchmal schien es als ob er sich selbst das ebenfalls sagte um keine Schuldgefühle zu haben, weil er Crane nicht helfen hatte können oder wollen. Ich biss mir auf die Unterlippe und betrachtete den Mann eingehend. Schließlich fragte ich ihn, ob alles in Ordnung sei und er schien vor seinem eigenen Namen auf dem Blatt zurück zu schrecken. Halb erwartete ich, dass Prosper irgendeine Gemeinheit losließ um mich dazu zu bringen ihn wieder bei seinem Nachnamen zu nennen. Stattdessen gab er mir die Anweisung, dass niemand die Blätter sehen sollte und ich in der Öffentlichkeit nicht seinen Vornamen benutzen sollte. Ich nickte und lächelte leicht, offenbar wollte er es mir nicht verbieten und irgendwie bewies mir das, dass Prosper Trinkets Leben meistens Fassade war. Vielleicht vertraute er meinen Worten, dass ich nicht sterben würde, nur weil er und ich nun befreundet waren. Es war bestimmt... Zufall, dass seine Freunde und der Großteil seiner Familie gestorben waren und er nun so gut, wie allein war. Natürlich gab es da noch Effie aber die beiden hatten kaum Kontakt und ich fragte mich, wann sie wieder zum Abendessen kommen würde. Die Tour ist ja bald vorbei..., schnitt ich das Thema an und bemerkte seinen Blick. Er presste seine Lippen zusammen und erklärte, dass Effie sich bisher noch nicht gemeldet hatte. Prosper wusste also selbst auch nicht, wann seine Tochter ihn wieder besuchen würde. Ich nickte und fragte mich, ob ich nach Hause gehen sollte. Doch da er nichts sagte und sich lediglich setzte, blieb ich sitzen und beobachtete, wie der Mann weiter arbeitete.

Ein paar Tage später war ich mit dem Mann auf dieser Party und ich konnte ihm ansehen, dass er eigentlich lieber nach Hause wollte. Doch er schien auf jemanden oder etwas zu warten, denn hin und wieder ließ er seinen Blick schweifen. Manchmal wurde Prosper von einem Gast begrüßt oder der Gastgeber kam selbst zu Snows Berater. So wenig man ihn wohl mochte und so ungern man ihn zu solchen Dingen einlud... Ignorieren konnte man ihn trotzdem nicht, wenn er denn eine Einladung angenommen hatte. Mir hingegen wurde recht wenig Aufmerksamkeit geschenkt, doch mir war das ganz recht. Ich war nur Prosper Trinkets kleine Avoxin und da mir keiner einen zweiten Blick schenkte, merkte auch keiner dass ich bei weitem nicht so dünn war, wie andere Avoxe. Ich sah zu Prosper und lächelte ihn leicht an, was er mit einem freudlosen Lächeln erwiderte. Er beugte sich zu mir hinunter, nachdem sein Gesprächspartner gegangen war und erklärte leise, dass wir bald nach Hause gehen würden. Ich nickte und ließ meinen Blick schweifen, während die Kapitoler sich unterhielten, tranken und Unmengen aßen. Kurz darauf entschuldigte sich Prosper und sagte, dass er jemanden gesehen habe mit dem er dringend reden müsste. Ich nickte aber war auch verwirrt. Normalerweise hatte er kein Problem damit, wenn ich mitging aber dieses Mal schien er auf keinen Fall zu wollen, dass ich dabei war. So sah ich ihm stirnrunzelnd nach und seufzte leise.
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BeitragThema: Re: The bloodhound and the dumb bird   Di Okt 28 2014, 21:46

Prosper & Lavinia

Ich fühlte mich nicht wohl auf der Party und am liebsten wäre ich nach Hause gegangen. Nur hatte ich einen Auftrag und ich durfte Snow nicht enttäuschen. Er verließ sich auf mich und er wusste, dass ich bisher alles für ihn getan hatte. Vielleicht hätte ich Lavinia nicht mitnehmen sollen aber es wäre auch merkwürdig gewesen, wenn ich das Mädchen zu Hause gelassen hätte. Ich hatte sie bisher immer zu solchen Veranstaltungen mitgenommen und die einzige Party bei der ich allein gewesen war... war die Siegerehrung gewesen. Ich biss mir auf die Unterlippen bei der Erinnerung an diesem Tag. Es war merkwürdig, wie viel sich seit jenem Tag geändert hatte, dabei war es höchstens eine Woche her. Effie hatte sich bisher nicht zum Abendessen gemeldet und wenn ich ehrlich war, dann war ich deswegen sogar erleichtert. Wahrscheinlich war sie auch heute bei jemand anderen zum Essen eingeladen und wir würden uns auch heute nicht sehen. Mir war es egal... Das Kind war erwachsen und hatte ihr eigenes Leben. Sie hatte mein Haus so bald wie möglich verlassen als sie volljährig geworden und ich trauerte der Zeit in keinster Weise nach. Es war schon immer schwer gewesen mit Felias Kind zusammen zu leben und letztlich war Effies Auszug eine Erlösung für uns beide gewesen. Vielleicht war Lavinia auch insgeheim froh, dass meine Tochter mich bisher nicht besucht hatte aber das würde das Mädchen wohl nie sagen. Ich wollte ein Mitleid von meinem stummen Vögelchen haben... und manchmal hatte ich den Eindruck, dass sie genau das schon für mich fühlte.
Hin und wieder trat jemand zu mir und ich unterhielt mich mit dem Gast aber nicht für lange. Jeder wusste, dass ich diese Gespräche verabscheute und ich gerade nur das Nötigste von mir gab. Ich unterhielt mich mit einem der Kapitoler und sah, wie beiläufig zu dem Mädchen an meiner Seite. Lavinia lächelte mich an und ich schenkte ihr mein freudlosen Lächeln. Wahrscheinlich war das nicht klug aber es war nur ein kurzer Moment gewesen und mein Gesprächspartner bemerkte es nicht. Nachdem dieser gegangen war, beugte ich mich zu meiner Avoxin und versprach ihr, dass wir bald wieder heimgehen würden. Sie wusste, wie sehr ich solche Sachen verabscheute und ich wusste, dass Lavinia diese Abende gegen ein Buch in meiner Bibliothek eintauschen würde. Ich ließ meinen Blick schweifen und entdeckte endlich Josh Middleton. Der junge Mann war allein und so würde es keine Zeugen geben, wenn ich ihn... Nun, wenn das Kapitol ihn los wurde. Ich sagte zu Lavinia, dass ich jemanden entdeckt hatte und mit ihm allein reden wollte. Ich ließ das Mädchens stehen und ging in die Richtung des jungen Mannes. Ich überlegte, wie ich ihn dazu bringen konnte mit mir nach draußen zu gehen aber dazu hatte ich keinen Grund. Denn nach einer Weile ging er selbst und ich musste ihm nur folgen. Er ging zu einer der dunkleren Gassen und schien auf jemanden zu warten. Ich nahm meine Pistole aus meiner Manteltasche und überlegte, was ich tun sollte. Letztlich entschloss ich mich die Sache schnell hinter mich zu bringen. Eventuelle Zeugen müsste ich dann entweder so einschüchtern, dass sie schwiegen oder eben auch beseitigen. So ging ich zu dem jungen Mann, der zu mir sah als er meine Schritte hörte. „Ich wusste doch, dass Sie mir folgen würden... Lassen Sie mich raten, Trinket. Snow will mich loswerden, also hat er seinen Bluthund von der Leine gelassen.“, sagte Middleton verächtlich und kalt erwiderte ich: „Was wollen Sie tun, wenn es so wäre?“ Doch der junge Mann schwieg und seufzte lediglich. „Glauben Sie wirklich, dass Snow die Rebellion ewig unterdrücken kann? Wir haben jetzt Everdeen und..“ Mein Lachen unterbrach ihn. „Sie sind wirklich dumm und naiv, wenn Sie glauben, dass Everdeen  für die Rebellion eintreten wird. Ihr geht es nur um ihre Familie, Mellark und ihr eigenes, armseliges Leben.“, erklärte ich. „Leider kann ich Ihnen keinen Ausweg aus Ihrer Lage bieten... Gerne würde ich Ihnen anbieten, dass Sie für mich spionieren aber...“ Middleton spuckte mir vor die Füße und erwiderte meinen Blick trotzig. „Ihre Frau würde sich für Sie schämen, Trinket.“ Ich spürte, wie ich innerlich noch kälter wurde als ohnehin schon. Der Junge hatte einen wunden Punkt getroffen und seinem spöttischem Lächeln nach wusste er es. „Du hast keine Ahnung, du dummer Junge.“, erklärte ich leise und legte meine Pistole an. Doch Josh sah mich ungerührt an und öffnete den Mund. Doch er schwieg, da wir beide ein Summen hörten. Ich kannte die Melodie und ich kannte die Stimme... Lavinia!, dachte ich fluchend. Was machte sie hier draußen? Ich hatte ihr doch gesagt, dass sie drinnen bleiben soll. „Na los... Erschießen Sie mich und enttäuschen Sie Ihre kleine Avoxin. Jeder, der auf sowas achten kann, merkt, dass Sie Ihnen wichtig ist. Enttäuschen Sie die Kleine, wie Sie es mit Ihrer Frau gemacht haben.“, wisperte Middleton verständlich und ich schluckte leicht. Tu es! Du musst es tun! Wenn Snow herausfindet, dass du es nicht getan hast, wird er dich bestrafen... Im besten Fall nimmt er dir Lavinia weg und steckt sie wieder zu den Spielemachern...
Im schlimmsten Fall würde er Lavinia töten lassen um mir zu zeigen, was bei Ungehorsam geschah. Mein Leben bedeutete mir nichts und das wusste Snow aber Lavinia und Effie... Ich war durch die beiden angreifbar. Lavinias Stimme kam immer näher und sie damit auch. Auf der anderen Seite würde dieses dumme Ding endlich erkennen, dass ich sehr wohl ein Ungeheuer war aber...wirklich wollen tat ich das nicht. Middleton betrachtete mich und sagte leise: „Ist das erste Mal, dass Sie in diesem moralischem Dilemma stecken, was?“ Er lachte leise und fuhr fort: „Sie haben so viele Menschen getötet und ihre Existenz vernichtet, ohne zu Zögern. Sie müssen dieses Mädchen wirklich mögen, wenn Sie jetzt zögern.“ Ich schwieg und sah zum Eingang der Gasse. „Sie könnten sich uns anschließen... Fliehen Sie mit dem Mädchen und Ihre Tochter werden die Rebellen auch rausholen. Sie müssen mich nicht töten. Sie können Snow verraten und...“ Ich spürte, wie das Blut aus meinen Wangen wich, packte die Pistole fester und drückte ab. Middleton wurde am Kopf getroffen, fiel nach hinten und sank dann an der Wand zu Boden. „Ich bin kein Verräter.“, erklärte ich leise aber fest. Dann steckte ich die Waffe wieder ein und ging die Richtung, wo ich Lavinia vermutete.
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